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Rallye Dakar 2022: 3. Etappe Cars Carlos Sainz eroberte seinen 40. Tagessieg bei der Rallye Dakar
Audi

Rallye Dakar 2022: Carlos Sainz holt ersten Tagessieg für den neuen Audi

Auf der dritten Etappe untermauert Carlos Sainz das Potenzial des neuen Audi - Nasser Al-Attiyah baut Gesamtführung aus - Probleme bremsen Sebastien Loeb

Carlos Sainz und Stephane Peterhansel zeigten auf der dritten Etappe der Rallye Dakar 2022 in Saudi-Arabien den Speed des neuen Audi mit revolutionärem Antrieb. Sainz sorgte für den ersten Sieg eines Autos nach dem neuen T1 Ultimate Reglement.

In der Gesamtwertung baute Nasser Al-Attiyah (Toyota) seinen Vorsprung auf Sebastien Loeb (BRX) auf 37:40 Minuten aus. Loeb büßte wegen zwei Reifenschäden und technischen Problemen viel Zeit ein. Der Franzose ist aber weiterhin Zweiter.

Da es in den vergangenen Tagen stark geregnet hat, musste die dritte Etappe um 100 Kilometer verkürzt werden. Die Schleife rund um Al-Qaisumah bestand zunächst aus einer Verbindungsstrecke von 214 Kilometern. Dann begann beim ursprünglichen Checkpunkt 1 die Speziale.

Der gezeitete Abschnitt betrug 255 Kilometer. Anschließend führte eine Verbindungsstrecke von 166 Kilometern zurück ins Biwak. Das Terrain bestand aus Sand, der durch den Regen fester war. Für 30 Kilometer gab es auch Dünen der Kategorie zwei.

Für Sebastien Loeb läuft viel schief

Loeb musste die heutige Etappe eröffnen, doch für den Fahrer vom Prodrive-Team begann es nicht gut. Schon in der Anfangsphase musste der Franzose einen platten Reifen wechseln. Das kostete sieben Minuten. Das war aber noch nicht das Ende der Probleme.

Am BRX Hunter trat ein weiterer Reifenschaden auf. Nach 126 Kilometern hatte Loeb im Zwischenklassement schon eine Viertelstunde verloren. Außerdem gab es einen technischen Defekt beim Antrieb. Loeb musste die Etappe nur mit Zweiradantrieb bewältigen.

"Nach zehn Kilometern ist etwas gebrochen", seufzt Loeb. "Es war kompliziert. Gestern habe ich die Medaille nicht verdient, sondern heute. Wir haben gegeben was wir konnten. Wir können jetzt keinen Druck mehr auf Nasser ausüben. Niemand kann das mehr."

Audi demonstriert mit allen Autos Stärke

Ein anderer Fahrer fuhr sich am Dienstag ins Rampenlicht. Henk Lategan führte das virtuelle Klassement bei der ersten Zwischenzeit und auch nach 126 Kilometern an. Der Toyota-Fahrer hatte wenige Sekunden Vorsprung auf die Audi-Speerspitzen Sainz und Peterhansel.

Zum Schluss wurde es ein Sekundenkrimi. Sainz erreichte als Erster das Ziel. Als schließlich Lategan ankam, zeigte sich, dass der Toyota-Fahrer um 38 Sekunden langsamer war. Somit durfte sich Audi über den ersten Etappensieg des neuen RS Q e-tron freuen.

Peterhansel untermauerte das Potenzial des neuen Fahrzeugs mit Elektroantrieb (ein Benzinmotor erzeugt den Strom) mit dem dritten Platz. Auch Mattias Ekström war als Fünfter gut unterwegs. Für Sainz war es übrigens der 40. Etappensieg in seiner Dakar-Karriere.

"Mit dem Auto bin ich glücklich", sagt der Spanier. "Wir fahren sehr schnell und lernen das Auto besser kennen. Es ist das erste Rennen und wir müssen uns daran gewöhnen. Ich glaube, als Nasser Sebastien sah, ist er langsamer gefahren. Das ist zumindest mein Gefühl."

Vorsprung von Nasser Al-Attiyah wächst an

Al-Attiyah hielt sich heute zurück und wurde mit fünf Minuten Rückstand Achter. Loeb erreichte schließlich das Ziel mit einem Zeitverlust von 33 Minuten. Deshalb wuchs der Vorsprung von Al-Attiyah in der Gesamtwertung auf fast 38 Minuten an.

"Ich war nicht überrascht als mich Carlos eingeholt hat, denn ich bin langsam gefahren", sagt Al-Attiyah. "Mein Gegner ist Seb und nicht Carlos. Wir versuchen die Rallye zu kontrollieren, aber es ist nicht einfach. Man muss die Dakar respektieren und wir müssen clever sein."

Audi knabbert den Rückstand, den man sich am Sonntag bei schwieriger Navigation eingefangen hat, langsam ab. Ekström fehlen eine Stunde und 43 Minuten auf Al-Attiyah. Sainz liegt zwei Stunden und 19 Minuten zurück.

Timo Gottschalk verteidigt Platz in den Top 10

Jakub Przygonski und Timo Gottschalk belegten heute mit ihrem Mini Buggy den 13. Platz. In der Gesamtwertung verteidigte das polnisch, deutsche Duo Rang neun. Im Verfolgerfeld sind die Zeitabstände eng beisammen.

"Alles in allem fühlte es sich heute gut an", kommentiert Gottschalk. "Allerdings passten im Ziel die Zeiten nicht zu diesem Gefühl. Vielleicht hat ja der schwere, feuchte Sand dazu geführt, dass wir mit weniger Traktion im Vergleich zu den Allradler nicht so gut mithalten konnten."

Für Diskussionen sorgte das Verhalten von Giniel de Villiers (Toyota). Am Montag war der Dakar-Veteran mit einem Motorradfahrer kollidiert. Dafür gab es fünf Strafminuten. Und auch am Dienstag wurde ein Zwischenfall mit einem Motorradfahrer gemeldet. Strafe noch ausständig.

Morgen steht die längste Speziale der Rallye auf dem Programm. Auf dem Weg von Al-Qaisumah nach Riad werden 465 Kilometer gewertet. Es wird auch eine schnelle Etappe, denn über weite Strecken kann Tempo gemacht werden. Es gibt wieder Dünen und zum Schluss steiniges Terrain.

Ergebnis der 3. Etappe (Top 10):
01. Sainz/Cruz (Audi) - 2:26:51 Stunden
02. Lategan/Cummings (Toyota) +0:38 Minuten
03. Peterhansel/Boulanger (Audi) +1:41
04. Roma/Haro Bravo (BRX) +2:41
05. Ekström/Bergkvist (Audi) +2:59
06. Al-Rajhi/Orr (Toyota) +3:46
07. de Villiers/Murphy (Toyota) +4:10
08. Al-Attiyah/Baumel (Toyota) +5:10
09. Alvarez/Monleon (Toyota) +6:23
10. Terranova/Oliveras (BRX) +8:11

Gesamtwertung nach 3 von 12 Etappen (Top 10):
01. Al-Attiyah/Baumel (Toyota) - 9:31:22 Stunden
02. Loeb/Lurquin (BRX) +37:40 Minuten
03. Alvarez/Monleon (Toyota) +42:06
04. de Villiers/Murphy (Toyota) +45:22
05. Al-Rajhi/Orr (Toyota) +47:29
06. Wasiljew/Uperenko (BMW) +49:33
07. Prokop/Chytka (Ford) +54:46
08. Halpern/Graue (Mini Buggy) +1:01:32 Stunden
09. Przygonski/Gottschalk (Mini Buggy) +1:06:47
10. Terranova/Oliveras (BRX) +1:08:04

Motorsport-Total.com

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