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Rallycross Fuglau: Nachbericht
Walter Vogler

Rallycross mit Urlaubsfeeling

Bei bestem Wetter und vor einer schon lange nicht dagewesenen Zuschauerkulisse ging am Sonntag, dem 26.06.2022 die fünfte Veranstaltung der österreichischen Rallycross-Staatsmeisterschaft in Fuglau bei Horn über die Bühne.

Regen am Samstag, Hochsommer am Sonntag – das Rallycross-Wochenende in Fuglau bei Horn hatte wettertechnisch alles zu bieten. Mit Zelten und Regen- bzw. Sonnenschirmen feierten die Zuschauer ein Motorsportfest im Waldviertel. Rennleiter und Organisator Thomas Leichtfried zeigte sich zufrieden: „Wir hatten ein richtig gutes Wochenende mit spannenden Rennen und keinen Unfällen, besser geht’s nicht.“ Mit insgesamt 13 verschiedenen Klassen war permanente Rennaction garantiert. Die Vorzeichen stehen gut, dass die Gäste der ungarischen Meisterschaft auch im kommenden Jahr wieder ihre Zelte im Waldviertel aufschlagen. Auch Skoda-Markenleiter Daniel Pfeiffer von Veranstaltungspartner Autohaus Waldviertel war vom Event sichtlich beeindruckt: „Viele Zuseher, schönes Wetter und spannende Rennen. Motorsportherz, was willst du mehr?“

Supercars

Schwere Zeiten für die Österreicher in der Königsklasse, denn nur Tristan Ekker (VW Polo, Platz 5) schaffte es in das Finale. Rekordmeister Alois Höller kämpfte an diesem Wochenende mehr mit der Technik als mit den Gegnern. Nachdem im Semifinale neuerlich ein Differenzial den Dienst quittierte, war für den Oberösterreicher das Wochenende gelaufen. Verdienter Sieger war Topfavorit Tamas Karai aus Ungarn. Er bezwang mit seinem Audi S1 den schnellen Tschechen Ales Fucik im VW Polo.

Super 1600

Gänzlich ohne Österreicher musste die Kategorie Super 1600 auskommen. Jan Ratajsky (Škoda Fabia) aus Tschechien besiegte den eigentlich schnelleren Ungarn Janko Wieszt im Suzuki Swift. Ein Problem mit der Radaufhängung warf Wieszt sogar noch hinter Landsmann Lehel Laczko (Opel Astra) auf Platz 3 zurück.

Super Touring Cars über 2.000 Kubikzentimeter (ccm) Hubraum

Neuerlich hatte diese Klasse Länderspiel-Charakter: Drei schnelle Ungarn (alle mit BMW M3) kämpfte im Finale gegen drei Österreicher. Tibor Vamosi konnte mit seinem Sieg die Führung in der Meisterschaft weiter ausbauen. Karl Schadenhofer (VW Golf) schaffte es beinahe, den Speed der Ungarn mitzugehen und freute sich als Dritter über einen Stockerlplatz. Lokalmatador Stefan Kellner (Renault Mégane) verpasst als Vierter das Treppchen nur knapp. „Die Ungarn helfen gut zusammen und halten sich gegenseitig den Rücken frei. Ich steckte das ganze Wochenende im Verkehr“, war Kellner enttäuscht. Gerald Woldrichs ikonischer Mercedes C200 blieb dieses Wochenende auch nicht von Problemen verschont und kam nicht über Rang fünf hinaus.

Super Touring Cars bis 2.000 ccm

Zwei Österreicher in Honda Civics schafften es in dieser anspruchsvollen Kategorie ins Finale: Josef Strebinger freute sich riesig über Platz 3. Der bis knapp vor Schluss auf Podestkurs fahrende Keke Platzer verpasste dieses schließlich wegen Motorproblemen. An der Spitze schaffte Ference Ficza (HUN, Peugeot 208) das Kunststück, Roman Castoral (CZE, Opel Astra) in einen Fehler zu drängen und das Rennen zu gewinnen.

Super Touring Cars bis 1.600 ccm

Der Škoda-Fabia-Pilot Radek Dvorak (CZE) war an diesem Wochenende nicht zu biegen und gewann jedes seiner Rennen. Zwischen Csaba Pallag-Bozsak (HUN, Honda Civic) und Lukas Dirnberger im Škoda Fabia entwickelte sich hinter Dvorak ein spannender Zweikampf. Dem jungen Oberösterreicher wurde vom Ungarn immer wieder die Türe hart zugeschlagen, so blieb Dirnberger nur der dritte Rang vor seinem Bruder Raphael.

National 1600

Martin Gradwohl im Citroën Saxo blieb bei seinem erst dritten Rallycross-Wochenende ungeschlagen und verwies einen konstanten Kevin Schermann (Peugeot 106) auf den zweiten Platz. „Ich liebe Rallycross, mir taugt die Strecke und an diesem Wochenende hat es von der ersten Runde weg gepasst“, jubelte der Niederösterreicher über seinen Premierensieg. Mit Kurt Danner folgte ein weitere Saxo auf Platz 3.

Peugeot 206 RX-Cup und weitere Markenpokale

Vorjahres-Meister Tobias Kerschbaummayr zeigte im Markenpokal neuerlich sein Talent und gewann letztlich souverän vor Mario Furchtlehner und Maximilian Pieber.

In den stark besetzen ungarischen Divisionen setzte sich Gere Kelo (Suzuki Swift) bei den Junioren, Daniel Panyik im Opel Astra Cup, Kristof Csuti im Suzuki Swift Cup, Benjamin Lorant im Mazda MX-5 Cup sowie Casanad Szabo (Suzuki Swift) beim kleinen und Tamas Vegh (Opel Astra) im großen Magyar Kupa durch.

Die heimische Meisterschaft begeht nun ihre Sommerpause, ehe am 20. und 21. August in Greinbach bei Hartberg die Rallycross-Saison 2022 ihre Fortsetzung findet.

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