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Dramatischer Schlusstag beim Saisonfinale

Nach einigen Jahren der ungarischen und polnischen Dominanz holt Fabian Ohrfandl den Titel im Suzuki Cup 2022 wieder nach Österreich. Er gewinnt Österreichs erfolgreichster Markenpokal, der 2023 sein 20-jähriges Jubiläum feiert, vor Philipp Dietrich, der zweiter wird.

Nachdem auch beiden Rennen am Samstag auf der polnischen Rennstrecke in Tor Poznan noch keine Entscheidung über die beiden zu vergebenden Titel gebracht haben, wurde der elfte Lauf in der heurigen Saison zum Schicksalsrennen für zwei heimische Titelaspiranten. Die äußeren Bedingungen dafür waren nicht leicht, die Strecke war teilweise nass und man musste höllisch aufpassen, um nicht abzurutschen.

Blickt man etwas in die Vergangenheit dieses erfolgreichsten Markenpokals in Österreich, so waren zuletzt die Konkurrenten aus Ungarn und Polen erfolgreich. Titelverteidiger ist der Ungar Tim Gabor der nicht nur im letzten Jahr gewonnen hat, sondern auch im Jahre 2020. Davor gab es 2019 durch Jan Antoszewski einen polnischen Sieger. Österreichische Erfolge liegen etwas weiter zurück, so war der Steirer Peter Eibisberger 2018 erfolgreich, 2017 der Niederösterreicher Marcel Krailler und 2016 der Steirer Keijo Keke Platzer, heute erfolgreicher Chefredakteur des Motorsportspitzenmagazins Vollgas.

Neben dem internationalen Titel gab es auch immer mit dem SUZUKI Cup Austria einen nationalen Bezug, hier dominierte im letzten Jahr der Niederösterreicher Fabian Ohrfandl.

Das heurige Reglement sieht im englischen Text vor, dass man bei 11 gefahrenen Läufen die beiden schlechtesten Ergebnisse als Streichresultate abziehen muss. Diese Tatsache führte aber durch die beiden gestrigen Rennen in Polen zu keiner Vorentscheidung, so dass tatsächlich der heutige elfte und letzte Lauf für die Titelentscheidung in beiden Bewerben herangezogen werden muss.

Und diese Entscheidung fiel heute Mittag zwischen dem jungen erst 19-jährigen Niederösterreicher Philipp Dietrich und seinem etwas mehr erfahrenen Landsmann Fabian Ohrfandl, der am kommenden Dienstag 32 Jahre alt wird. Der Routinier konnte sich dabei sein schönstes Geburtstagsgeschenk gleich selber machen und siegte äußerst knapp vor dem Rookie, der nach den beiden gestrige Rennen noch voran lag.

Die Startaufstellung für diesen Entscheidungslauf erfolgte nach den Ergebnissen des gestrigen zehnten Laufes, wobei die ersten Acht dieses Rennen heute in gestürzter Reihenfolge ins Rennen gingen. Das bedeutete Martin und Christoph Zellhofer aus der ersten Reihe, Aleks Sowka (POL) und Moric Csermely (HUN) aus Reihe Zwei, dann der Ungar Balasz Hartmann und Titelanwärter Philipp Dietrich aus der dritten Reihe, sowie Fabian Ohrfandl und der Ungar Attila Bucsi, der aber nicht punkteberechtigt ist, aus Reihe Vier.

Rennen 3 in Poznan:
Die beiden Zellhofers führten nach dem Start das Feld in die erste Runde, wobei man dort schon heftige Positionskämpfe sah. Ab der 1. Runde übernahm der polnische Lokalmatador Aleks Sowka das Kommando, von hinten stürmten, Bucsi, Ohrfandl und Dietrich heran. Pech hatte Christoph Zellhofer, der sich am Beginn des Rennens immer in der Spitzengruppe aufhielt, aber in der 4. Runde mit Bremsversagen an seinem Swift vorzeitig aufgeben musste. Das gleiche Schicksal traf auch den Tiroler Michael Mayr, der ebenfalls Bremsprobleme in der 7. Runde bekam und aufhören musste. Mit einem eher seltenen Grund wurde Max Zellhofer von der Rennleitung aus dem Rennen genommen. Er startete nicht in der vorgesehenen Startmarkierung und wurde wegen Missachtung der Flaggen anschliessend disqualifiziert. Ab der 6. Runde übernahm der nicht punkteberechtigte Ungar Attila Bucsi die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Der Pole Aleks Sowka feierte aber so einen Heimsieg vor Ohrfandl und Dietrich (beide Österreich). Seine bisher beste Vorstellung gab der junge Tiroler Maximilian Mayr, er konnte sich den fünften Platz sichern und ist sicher in der Zukunft ein schneller Mann, der zu beachten ist. Durch diesen Zieleinlauf holte sich Fabian Ohrfandl die Gesamtwertung im international ausgeschriebenen SWIFT Cup Europa und gewann so wie im Vorjahr den nationalen Titel im SUZUKI Motorsport Cup Austria. Beide Male landete Philipp Dietrich, der leider mit Fieber angetreten war, auf dem ausgezeichneten zweiten Platz.

Die Stimmen der Österreicher nach dem Rennen:

Sieger der Gesamtwertung SWIFT Cup EUROPE und SUZUKI Motorsport Cup Austria Fabian Ohrfandl:“ Ich hatte von der vierten Startreihe aus, einen perfekten Start und konnte so gleich entscheidende Meter gutmachen. Dann ist es im Verlaufe des Rennens wieder etwas eng geworden, die Spuren kann man an meinem Auto genau erkennen. Außerdem setzte während des Rennens kurzfristiger Nieselregen ein, der ziemlich gefährlich war. Für mich sind die beiden Titel der bisher größte Erfolg in meiner Motorsportkarriere, außerdem habe ich mir damit das schönste Geburtstaggeschenk für kommenden Dienstag gemacht.“

Philipp Dietrich als Gesamtzweiter in beiden Wertungen:“ Ich hatte leider einen sehr blöden Start und kämpfte so sehr lange, um nach vorne zu kommen. Gegen Ende der Renndauer habe ich schon zu Fabian aufgeschlossen, aber leider ist mir die Zeit ausgegangen. Ich bin trotzdem mit der gesamten Saison zufrieden und gratuliere Fabian zu seinen Titeln.

Drittbester Österreicher wurde heute als Gesamtfünfter der junge Tiroler Maximilian Mayr:“ Ich habe gekämpft wie ein Löwe, das hat sich für mich ausgezahlt. Es war ein sehr abwechslungsreiches Rennen und hat mir sehr viel Freude bereitet. So soll es weitergehen.“

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