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Horners Abschiedsrede Christian Horner in seinem Büro in Milton Keynes, während der Coronavirus-Pandemie im Mai 2020
Red Bull

"Völlig überraschend": Handyvideo von Horners Abschiedsrede aufgetaucht

Mit Teamchef Christian Horner verlassen auch zwei seiner engsten Vertrauten das Team - ein deutliches Zeichen für einen Machtwechsel bei Red Bull ...

Christian Horner hat sich am Mittwochmorgen in Milton Keynes in einer bewegenden Abschiedsrede von seinem Team verabschiedet, das er 20 Jahre lang führen durfte. In der Rede ließ der 51-Jährige auch durchblicken, dass die Entbindung von seinen Aufgaben, über die er am Dienstagabend informiert wurde, für ihn völlig überraschend kam.

Inzwischen ist durchgesickert, dass mit Horner auch dessen enge Vertraute Paul Smith (Leiter Kommunikation) und Oliver Hughes (Leiter Marketing) Red Bull Racing verlassen. Ein starkes Indiz dafür, dass die Red Bull GmbH wieder stärker Einfluss auf die bisherige Machtsphäre von Horner nehmen möchte, der seit dem Tod von Dietrich Mateschitz im Oktober 2022 zunehmend an Gestaltungsraum für sich beansprucht hatte.

"Gestern wurde ich von Red Bull darüber informiert, dass ich mich künftig operativ nicht mehr in das Tagesgeschäft des Teams einbringen werde", erklärte Horner und bestätigte, dass dies unmittelbar nach seiner Abschiedsrede bereits in Kraft trete. Er sagte zudem: "Ich werde weiterhin im Unternehmen beschäftigt bleiben. Aber operativ wird der Staffelstab übergeben."

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Horner betont, er werde weiterhin für Red Bull tätig bleiben. Was zu einer feinen Formulierung in der Presseaussendung der Red Bull GmbH passt, in der es am Mittwochmorgen hieß, er werde "von seinen operativen Funktionen" entbunden. In welcher Rolle er in Zukunft weiterhin für Red Bull arbeiten könnte, bleibt jedoch vorerst unbeantwortet.

Horner betonte in seiner Abschiedsrede, dass dieser Schritt für ihn "völlig überraschend" komme: "Ich hatte in den vergangenen zwölf Stunden Zeit, darüber nachzudenken. Und ich wollte heute vor euch stehen, um diese Nachricht persönlich zu überbringen und mich bei jedem einzelnen von euch zu bedanken - für all das, was ihr in den vergangenen 20 Jahren, die ich hier war, geleistet habt."

"Als ich vor 20 Jahren hierherkam, mit deutlich weniger grauen Haaren, wusste ich nicht, was mich erwartet. Doch ich wurde vom ersten Tag an herzlich empfangen. Aus zwei heruntergekommenen Gebäuden heraus begannen wir, ein Formel-1-Powerhouse aufzubauen. Teil dieses Teams zu sein, war das größte Privileg meines Lebens."

Es waren die letzten Worte Horners, die offensichtlich von einem Handyvideo aufgezeichnet wurden, das am Mittwoch von Sky veröffentlicht wurde. Am Ende des Videos: Horner, wie er mit den Worten ringt, sichtlich bewegt - und Beifall von den rund um ihn versammelten Mitarbeitern. Milton Keynes war, das belegen auch diese Bilder, Team Horner.

Unter seiner Leitung hatte sich Red Bull Racing zu einem dominanten Player in der Formel 1 entwickelt. Das Team gewann sechs Konstrukteurs- und acht Fahrer-Weltmeisterschaften - aufgeteilt auf Sebastian Vettel und Max Verstappen. Doch nach einem deutlichen Leistungsabfall in den vergangenen 18 Monaten und dem Abgang wichtiger Schlüsselfiguren wie Technik-Mastermind Adrian Newey scheint Horner nun die Konsequenzen tragen zu müssen.

Motorsport-Total.com

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