Audi enthüllt Nuvolari | 05.06.2026
Kommt jetzt doch das GT3-Comeback von Audi?
Der brandneue Audi Nuvolari teilt offenbar seine Basis mit dem Lamborghini Temerario: Genau daraus könnte das nächste GT3-Auto von Audi entstehen
Audi hat am Donnerstagabend im Vorfeld des Formel-1-Klassikers von Monaco im Luxushotel Cap Eden Roc in Antibes in Südfrankreich völlig überraschend ein Fahrzeug der Superlative präsentiert: Der brandneue Nuvolari - benannt nach der in den 1930er-Jahren für Auto Union erfolgreichen Grand-Prix-Legende Tazio Nuvolari - wird der schnellste Audi aller Zeiten .
Mit 1.001 PS, einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 350 km/h, aktiver Aerodynamik und einem äußerst aggressiven Design hat die Marke mit den vier Ringen im Windschatten des Formel-1-Einstiegs ein Fahrzeug entwickelt, das wohl auch preislich mehrere Stufen über dem bislang letzten Verbrenner-Sportwagen R8 liegt.
Darauf deutet auch die auf nur 499 Exemplare limitierte Auflage des Supersportwagens hin, der bereits im ersten Halbjahr 2027 ausgeliefert wird. Aber könnte das neue Produkt auch die Basis für ein neues GT3-Auto aus dem Hause Audi sein?
Gleicher Motor wie Lamborghini Temerario
Das wäre absolut vorstellbar, denn nach dem Baustopp für den Audi R8 im März 2024 und dessen GT3-Derivat im November 2024 ist die Volkswagen-Tochter nun wieder im Besitz eines Supersportwagens, der als Vorlage dienen könnte.
Und auch der Motor würde sich perfekt dafür eignen: Denn der Nuvolari, der optisch eine Mischung aus dem Elektro-Sportwagen Concept C, dem R8 und dem Lamborghini Temerario ist, verfügt über einen 4,0-Liter-V8-Biturbo-Motor mit einer Leistung von 800 PS, der von zwei Elektromotoren an der Vorderachse und einem an der Hinterachse unterstützt wird.
Bei diesen Leistungsdaten muss man davon ausgehen, dass das Fahrzeug die gleiche Basis hat wie der Lamborghini Temerario, dessen 4-Liter-V8-Biturbo-Triebwerk ebenfalls bei einer Drehzahl von bis zu 10.000 Umdrehungen pro Minute exakt 800 PS leistet.
Sorgt Ex-Lamborghini-Mann nun für GT3-Comeback von Audi?
Die Audi-Tochter aus Sant'Agata Bolognese nutzte das selbst entwickelte Serienaggregat für ihr 2026 ausgeliefertes GT3-Auto, allerdings mit verkleinerten Turboladern und nur 8.000 Touren, weil die Balance of Performance (BoP) die Leistung ohnehin beschränkt.
Und noch etwas: Der Temerario und sein GT3-Ableger wurden unter der Führung von Lamborghinis langjährigem Technikvorstand Rouven Mohr entwickelt, der diese Position seit 1. März 2026 bei Audi innehat und als großer Motorsport-Befürworter gilt.
Die rasche Entwicklung des neuen Audi-Supersportwagens dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Marke durch den Formel-1-Einstieg unter Zugzwang stand, um auch für die Straße ein absolutes High-Performance-Fahrzeug zu liefern.
Davon könnte nun der Ende 2023 bis auf die Basisbetreuung heruntergefahrene Kundensportbereich profitieren, der eigentlich dem Einstieg in die Königsklasse des Motorsports zum Opfer gefallen war. Sollte Audi wirklich ein neues GT3-Auto bauen, wäre auch bei einer gemeinsamen Basis mit Lamborghini eine Finalisierung vor 2028 unrealistisch.
"R-Next": Audi hatte bereits potenzielles GT3-Auto geplant
Wie Motorsport-Total.com bereits berichtete, hatte Audi mit dem R-Next vor einigen Jahren ein fertiges Konzept auf Basis der Temerario-Plattform in der Tasche, bei dem auch ein GT3-Modell mitgedacht wurde.
Die Umsetzung scheiterte damals allerdings an internen Kämpfen, ob ein rein elektrischer Sportwagen oder ein Hybrid-Supersportwagen mit Verbrennungsmotor der richtige Weg sei, wodurch die Audi Sport GmbH von der Audi AG dafür keine Freigabe erhielt.
Wie weit fortgeschritten der Plan allerdings bereits war, zeigte ein 1:1-Designmodell des R-Next, der deutlich progressiver als der Audi R8 ausgesehen haben soll.
Hilft Audis Formel-1-Reichweite nun dem GT3-Projekt?
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass das britische Automagazin Autocar vor einem Jahr berichtete, dass Audi-Chef Gernot Döllner das Projekt eines R8-Nachfolger vorantreibe und es intern das Bestreben gebe, FIA-homologierte Versionen eines neuen R8 zu entwickeln, um bei Langstreckenrennen wieder eine führende Rolle einzunehmen.
Durch den Formel-1-Einstieg, dessen Resonanz - wie man hört - auch die internen Erwartungen bei Audi deutlich übertroffen hat, hat der Motorsport nun wieder deutlich mehr Rückenwind. Man darf nun gespannt sein, ob die Marke mit den vier Ringen diesen Rückenwind nutzen kann, um auch im GT3- und Sportwagenbereich wieder an alte Glanzzeiten anzuschließen.

















