MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
DTM: Nürburgring Beim "Grello" von Thomas Preining wird der ausgebaute Motor überwacht
Sven Haidinger/smg

Nach Nürburgring: Regelverstöße bei DTM-Motoren?

Drei DTM-Motoren mussten nach dem Nürburgring-Rennen ausgebaut werden: Warum ausgerechnet diese drei betroffen sind und was nun mit ihnen passiert

Ungewöhnliches Bild in der Manthey-Box: Der Motor des "Grello" von Thomas Preining wurde um 16:30 Uhr nach dem Sonntagsrennen der DTM auf dem Nürburgring komplett ausgebaut und liegt auf einem Werkstatt-Rollbrett. Daneben: Technische Kommissare der Dekra, die im Auftrag des Regelhüters DMSB (Deutscher Motor Sport Bund) überwachen, dass am Motor nicht Hand angelegt werden kann.

Das gleiche spielt sich zeitgleich in der Winward-Box beim Mercedes-AMG-GT3 von DTM-Leader Maro Engel und beim Schubert-BMW von Marco Wittmann ab. Aber was steckt dahinter?

"Für das Rennwochenende auf dem Nürburgring wurde die routinemäßige Untersuchung der Motoren von drei Fahrzeugen im Anschluss an das Sonntagsrennen festgelegt", teilt der DMSB mit. Das sei "kein Indikator für spezielle Verdachtsmomente".

Warum ausgerechnet Engel, Preining und Wittmann?

Die vom Hersteller verplombten Motoren müssen an der Strecke ausgebaut werden und werden dann in Kisten gepackt, die ebenfalls verplombt werden. Einige Tage später wird das Triebwerk unter Aufsicht des DMSB vom Team komplett zerlegt und überprüft, um sicherzustellen, ob die Teile der Homologation entsprechen.

"Normalerweise kommen sie zu uns, um ihn zu zerlegen", sagt Thomas Jäger, der bei Mercedes-AMG als Sportlicher Leiter für den DTM-Bereich agiert. Warum ausgerechnet die Motoren jener drei Piloten mitgenommen wurden?

Laut dem DMSB hat man bereits vor dem Wochenende festgelegt, dass man nach dem Sonntagsrennen das Triebwerk des DTM-Leaders, des ersten Verfolgers in der Meisterschaft - also in diesem Fall Engel und Preining - mitnimmt. Dazu kommt der Motor des Rennsiegers, also Wittmann.

Oschersleben-Nachkontrolle sorgte für Disqualifikation

Hätten Engel oder Preining gewonnen, hätte man als dritten Motor jenen des Drittplatzierten in der Meisterschaft - also Nicki Thiim - mitgenommen.

Auffällig ist, dass die technischen Nachkontrollen zuletzt häufiger wurden: Nach dem Sonntagsrennen wurden die Radlager der der Top4-Fahrzeuge - also Sieger Mirko Bortolotti, Preining, Engel und Marco Wittmann - eingesammelt und in einem Labor überprüft.

Beim Lamborghini von Bortolotti wurde dabei ein bearbeitetes Radlager festgestellt, weshalb dem Italiener zumindest vorläufig - denn das Grasser-Team kündigte eine Berufung an - der Sieg aberkannt wurde.

AMG-Verantwortlicher Jäger: "Hat für mich Signalwirkung"

Jäger ist ein Befürworter strenger Kontrollen. "Es ist gut und wichtig, dass kontrolliert wird, denn die Serie hat ein gewisses Professionalitätsniveau", sagt der Sportliche Leiter des DTM-Bereichs von AMG. Das sei auch notwendig, "um sich Respekt zu verschaffen und das ganze Feld zu disziplinieren. Das hat für mich Signalwirkung".

Dass gerade in dieser Phase der Meisterschaft öfter kontrolliert wird, ist nicht unüblich. Bereits 2023 wurde nach dem vorletzten Wochenende die Motoren der Top 3 in der Meisterschaft eingesammelt und - wie jetzt - unter Aufsicht zerlegt. Damals waren das ebenfalls der "Grello"-Porsche von Preining, der SSR-Lamborghini von Bortolotti und der Abt-Audi von Ricardo Feller.

Im Vorjahr wurden auf dem Nürburgring die Aufhängungs-Befestigungshalterungen, auf dem Sachsenring die Differenziale und in Spielberg die Getriebeeinheiten ausgebaut und überprüft. In keinem Fall wurden 2025 Unregelmäßigkeiten festgestellt.

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Ferrari hat die Konkurrenz am Freitag in Ungarn deutlich hinter sich gelassen und die Favoritenrolle übernommen - Unfall von Franco Colapinto sorgt für Rot

F1-Qualifying Ungarn

Norris knapp vor Hamilton auf Pole

Mercedes unterliegt erstmals 2026 in einem Qualifying - Lando Norris übertrumpft Lewis Hamilton knapp - Dreher von beiden Red-Bull-Piloten - Fernando Alonso im Q2

DTM Oschersleben – Hintergründe

Start in die zweite Saisonhälfte der DTM

Thomas Preining und Mirko Bortolotti schafften es diesmal ganz oben auf das Podium. Zu Beginn der entscheidenden Phase der Saison 2026 schafften die beiden Piloten damit den Anschluss in der aktuellen Meisterschaftswertung an die Spitzengruppe.