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DTM-Rennen Norisring 2 Nicki Thiim (Aston Martin) gewinnt auch das zweite DTM-Rennen am Norisring
ADAC Motorsport

Thiim holt zweiten Sieg und DTM-Tabellenführung

Nicki Thiim (Aston Martin) wiederholt seinen Vortagessieg auf dem Norisring und schnappt sich die Gesamtführung - Rote Flagge wegen Regenchaos nach dem Start

Nicki Thiim erlebt auf dem Norisring in Nürnberg ein perfektes Wochenende: Nachdem der Däne am Samstag den ersten Aston-Martin-Sieg in der DTM eingefahren hatte, legt er am Sonntag nach. Von der Poleposition aus kontrolliert der der Comtoyou-Pilot auch das zweite Rennen und sichert sich den nächsten Triumph.

"Ich bin unheimlich stolz", freut sich Thiim bei ProSieben, der auch in der Gesamtwertung führt. "Das war immer der Traum, den Namen wieder oben zu haben. Ich glaube, das letzte Mal war das 1992 oder sowas. Das war der Traum als Kind." Vater Kurt Thiim wurde damals Vizemeister in der DTM, nachdem er in der Saison 1986 sogar den Titel geholt hatte.

"Unglaublich, dass ich nie gedacht hätte, dass ich irgendwann der DTM-Gesamtführende sein werde", ergänzt der Aston-Martin-Pilot. "Also ich bin einfach sprachlos gerade. Ich lebe immer noch in diesem Traum von dem ganzen Wochenende. Das ist einfach unfassbar."

Zwar musste sich Sieger Thiim im Rennverlauf mehrfach gegen HRT-Ford-Youngster Finn Wiebelhaus behaupten, doch der 20-Jährige fand trotz mehrfacher Attacken und Versuchen keinen Weg vorbei. "Ich glaube, am Ende waren es unter zwei Sekunden", sagt er bei ProSieben. "Leider hat es nicht gereicht, aber wir können trotzdem super zufrieden sein."

"Wir hatten ein mega Rennen, es war so viel Chaos", erinnert Wiebelhaus vor allem mit Blick auf den Regenschauer zu Beginn des Rennens. "Es hat viel abverlangt, es war mein erstes Jahr hier. Der Norisring gefällt mir bisher." Landgraf-Mercedes-Pilot Lucas Auer komplettiert als Dritter das Podium.

Maro Engel ärgert sich über AMG-Schwesterteam

Arjun Maini (HRT-Ford) wird Vierter, gefolgt von Jules Gounon (Winward-Mercedes) und Thierry Vermeulen im Emil-Frey-Ferrari. Der bisherige DTM-Gesamtführende Maro Engel (Winward-Mercedes) erlebt ein schwieriges Rennen, wird am Ende von Startplatz zwölf immerhin Siebter und muss seine Tabellenführung damit an Thiim abgeben.

"Das war ein hartes Rennen, ich habe alles gegeben", resümiert Engel bei ProSieben. "Die Anfangsphase ist nicht ganz so gut gelaufen. Auf den Regenreifen konnte ich dann Plätze gutmachen und mich langsam vorarbeiten. Dann gab es leider das Missgeschick beim Boxenstopp." Dort musste der AMG-Pilot kurz warten und Markenkollegen Tom Kalender durchlassen.

"Es war eigentlich abgemacht, dass es nicht passiert", schimpft der Winward-Pilot mit Blick auf die Landgraf-Truppe. "Wir werden uns das mit Sicherheit im Nachgang noch mal anschauen. Ich weiß nicht, wie viel es ausgemacht hat, vielleicht zwei Plätze." Der siebte Platz sei am Ende "das Maximum" gewesen, meint Engel, der auf den dritten Gesamtrang zurückgefallen ist. "Von dem her nehmen wir die Punkte mit."

Bastian Buus (Land-Porsche), Thomas Preining (Manthey-Porsche) und Marco Wittmann (Schubert-BMW) profitieren offenbar von der nachträglichen BoP-Anpassung und komplettieren die Top 10 am Sonntag. Mirko Bortolotti (Grasser-Lamborghini) wird Elfter.

Regenschauer sorgt für erneuten Rennabbruch

Wie schon am Vortag wandelte Niki Thiim seine Poleposition nach dem Start direkt zur Rennführung um, gefolgt von den beiden HRT-Ford-Piloten Finn Wiebelhaus und Arjun Maini. Weil es im Hinterfeld allerdings zu einigen Auffahrunfällen kam, in dessen Folge mehrere Teile auf der Strecke lagen, musste das Safety-Car auf die Strecke.

Zu den größten Leidtragenden des Durcheinanders zählten Maro Engel, der sich die Frontpartie seines Winward-Mercedes beschädigte, sowie Matteo Cairoli. Der Emil-Frey-Ferrari-Pilot musste kurz danach auch noch eine Penalty-Lap absolvieren, weil er sich einen Frühstart geleistet hatte, und fiel damit an das Ende des Feldes zurück.

Kurz nach dem Start des Rennens, der sich aufgrund eines Unfalls im Rahmenprogramm bereits um 15 Minuten verzögert hatte, setzte über dem Norisring leichter Regen ein. Der Safety-Car-Restart entwickelte sich deshalb zur ersten Rutschpartie, bei der alle Piloten zunächst allerdings unbeschadet blieben.

In den folgenden Runden wurde der Regen zunehmend stärker. Dennoch ging kein Pilot das Risiko ein, noch vor der Öffnung des Boxenstoppfensters auf Regenreifen zu wechseln und damit unnötig Zeit zu verschenken. Eine Kollision zwischen Cairoli und Marco Mapelli im Abt-Lamborghini machte eine weitere Safety-Car-Phase erforderlich.

Erneut wurde die erste Kurve zur Unfallstelle: Mapelli verlor beim Anbremsen offenbar die Kontrolle über seinen Abt-Lamborghini und räumte anschließend den Ferrari-Piloten ab. Die Rennleitung reagierte umgehend und entschied sich für eine Rennunterbrechung.

Während der rund zehnminütigen Pause konnten alle Teams ohne Zeitverlust auf Regenreifen wechseln. Zudem nutzte die Winward-Mannschaft die Gelegenheit, um die Schäden am Mercedes von Maro Engel zumindest provisorisch zu beheben. Der Neustart erfolgte anschließend nach zwei fliegenden Runden hinter dem Safety-Car.

Wiebelhaus und Thiim kämpfen um die Spitzenposition

Nach der Unterbrechung blieb an der Spitze zunächst alles unverändert: Thiim verteidigte seine Führung vor Wiebelhaus, während sich Maini und Auer, genau wie schon am Vortag, um den dritten Rang duellierten. Dieses Mal setzte der Österreicher allerdings durch.

Kurz nach dem Restart öffnete das erste Boxenstoppfenster. Zunächst steuerte allerdings kein Pilot die Box an, weil die Regenreifen trotz des inzwischen nachlassenden Regens weiterhin die bessere Wahl waren. Gleichzeitig trocknete die Ideallinie zunehmend ab.

An der Spitze witterte Wiebelhaus zwischenzeitlich seine Chance und setzte Thiim unter Druck, doch seine Attacke blieb erfolglos. Im Hinterfeld musste Timo Glock seinen Dörr-McLaren wieder einmal abstellen, nachdem er die "Wall of Champions" touchiert und dabei die hintere Radaufhängung beschädigt hatte.

Wiebelhaus gehörte anschließend zu den ersten Piloten, die auf Slicks wechselten, als diese wieder die bessere Wahl waren. Nicki Thiim folgte drei Runden später und kehrte unmittelbar vor dem HRT-Ford-Piloten auf die Strecke zurück.

Der 20-Jährige, der auf dem Lausitzring seinen ersten DTM-Podestplatz gefeiert hatte, brachte seine Reifen jedoch schneller auf Temperatur und schloss die Lücke. In der Folge hing Wiebelhaus seinem Kontrahenten dicht im Heck und setzte sich auf der Geraden zur Grundigkehre immer wieder neben den Aston Martin von Thiim, der sich allerdings clever verteidigte.

Nicki Thiim feiert seinen dritten DTM-Karrieresieg

Bis zum Öffnen des zweiten Boxenstoppfensters musste Wiebelhaus wieder abreißen lassen. Sowohl der Ford-Pilot als auch Spitzenreiter Thiim warteten mit dem zweiten Stopp deutlich länger als die Konkurrenz, wobei der Verfolger wieder den Auftakt machte.

Der mögliche Undercut von Wiebelhaus zahlte sich auch deshalb nicht aus, weil die Boxenstopps der HRT-Mannschaft an diesem Wochenende nicht perfekt waren. Die belgische Comtoyou-Truppe war schneller, sodass der Däne auch nach dem zweiten Boxenstopp weiterhin an der Spitze lag.

Thiim musste seine Führung in der Schlussphase deshalb nur noch verteidigen. Zwar kämpfte sich Wiebelhaus in den letzten Runden noch einmal bis auf weniger als zwei Sekunden an den Spitzenreiter heran, allerdings brachte der Comtoyou-Pilot seinen dritten Karrieresieg in der DTM ungefährdet über die Ziellinie.

Thiim liegt nun auch in der Gesamtwertung an der Spitze: Der Däne hat auf dem Norisring mit 56 Punkten die maximale Ausbeute geholt und führt die Tabelle mit insgesamt 117 Zählern an. Lucas Auer (108 Punkte) ist Zweiter, während Maro Engel (105 Punkte) auf den dritten Platz zurückgefallen ist.

Nach dem schweren Unfall im ersten Rennen am Samstag waren am Sonntag nur noch 19 Fahrer am Start: Maximilian Paul (Grasser-Lamborghini) und Kelvin van der Linde (Schubert-BMW) konnten das Sonntagsrennen wegen ihrer Verletzungen beziehungsweise der schweren Beschädigungen an den Autos nicht in Angriff nehmen.

Die DTM macht eine dreiwöchige Pause: Die nächsten beiden Rennen finden in der Motorsport Arena Oschersleben (24. bis 26. Juli) statt. Während ein Start von Paul aufgrund der Beinverletzungen nahezu ausgeschlossen ist, könnte van der Linde beim Heimrennen von Schubert in das Cockpit seines BMW M4 GT3 Evo zurückkehren.

Motorsport-Total.com

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