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24h Nürburgring Ein technisches Problem hat Max Verstappen den möglichen Sieg gekostet
Gruppe C Photography

Verstappen verliert fast sicheren Sieg

Max Verstappen bekommt bei seinem Debüt die ganze Härte der 24h Nürburgring zu spüren: Eine defekte Antriebswelle kostet dreieinhalb Stunden vor Ende den Sieg

Max Verstappen hat bei seinem Debüt beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring die berüchtigte Härte der Nordschleife direkt zu spüren bekommen: Der Niederländer lag gemeinsam mit seinen Lucas Auer, Daniel Juncadella und Jules Gounon souverän in Führung, als eine defekte Antriebswelle für das jähe Ende sorgte.

Der vierfache Formel-1-Weltmeister hatte den Mercedes-AMG GT3 von Winward Racing rund dreieinhalb Stunden vor dem Fallen der Zielflagge gerade an Teamkollege Juncadella übergeben, als sich die ersten Probleme am rechten Hinterrad bemerkbar machten, beginnend mit einer ABS-Warnung im Cockpit, die der Spanier allerdings löschen konnte.

Kurz darauf kamen allerdings auch noch Vibrationen und ungewöhnliche Geräusche hinzu, woraufhin der Verstappen-AMG #3 außerplanmäßig die Box ansteuern musste. Dort machten sich die Mechaniker direkt an die Fehlersuche, wobei eine defekte Antriebswelle festgestellt wurde, die sogar schon zahlreiche Folgeschäden verursacht hatte.

Die erfahrene Winward-Mannschaft arbeitete anschließend daran, um den AMG GT3 für die letzten Runden noch einmal auf die Strecke zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Spitzenpositionen allerdings längst verloren; am Ende belegte Verstappen gemeinsam mit seinen Teamkollegen den 38. Platz im Gesamtklassement.

Max Verstappen mit starkem Auftakt, aber Schrecksekunde

Ein tragisches Ergebnis für Verstappen und seine Teamkollegen, die bis zum unerwarteten Defekt am Sonntagmittag eine nahezu fehlerfreie Vorstellung ablieferten: Den Start des Rennens am Samstag um 15 Uhr übernahm Daniel Juncadella, der beim ersten Boxenstopp nach rund einer Stunde erstmals an Debütant Max Verstappen übergab.

Der Niederländer erlebte schon in seiner ersten Runde einen Schreckmoment im schnellen Streckenabschnitt Pflanzgarten, als er leicht neben die Ideallinie geriet und die Leitplanke nur um Millimeter verfehlte. Unbeeindruckt davon stabilisierte der viermalige Weltmeister sein Tempo und machte den kleinen Zeitverlust schnell wieder wett.

"Ja, wir hatten einen kleinen Zwischenfall", resümierte der Niederländer im Anschluss mit einem Schmunzeln. "Ich glaube, ich habe etwas zu früh eingelenkt und dann hatten wir dort den kleinen Zwischenfall. Aber das war in Ordnung. Man muss einfach die Nerven behalten, ruhig bleiben und sich wieder konzentrieren."

Im weiteren Verlauf seines ersten Doppelstints am Samstagnachmittag arbeitete sich Verstappen sogar bis an die Spitze des Feldes vor und überholte dabei auch den beliebten "Grello"-Porsche von Manthey, der kurze Zeit auf einer Ölspur ausrutschte, in die Streckenbegrenzung krachte und deshalb vorzeitig ausfiel.

"Man versucht, sich aus Schwierigkeiten herauszuhalten", meinte Verstappen nach seinem ersten Stint beim 24h-Rennen. "Aber gleichzeitig muss man pushen und versuchen, am Limit zu fahren, was immer ein schwieriger Kompromiss ist. Aber es hat gut geklappt."

Irres Duell gegen AMG-Teamkollege Maro Engel

Das zweite Mal, dass Verstappen das Cockpit des Winward-Mercedes #3 übernahm, war in der Nacht, wobei sich in diesem Stint ein brisantes Duell gegen AMG-Werksfahrer und Teamkollege Maro Engel entwickelte: Die beiden Streithähne lieferten sich über mehrere Runden hinweg einen harten Zweikampf um die Führung.

Dabei kam es in einem der schnellsten Streckenabschnitte auf der legendären Nordschleife sogar zu einer Berührung, die für beide Piloten glimpflich ausging. Am Ende hatte Verstappen die Nase knapp vor Engel, ehe er den GT3-Boliden wieder an seine Teamkollegen übergab, die ihre Führungsposition im Laufe der Nacht weiter ausbauten.

Für das Schwesterauto gab es ab diesem Zeitpunkt eigentlich keine Möglichkeit mehr, noch einmal in Führung zu gehen, denn die beiden Autos des Winward-Teams kamen bei jedem Boxenstopp zeitgleich, wobei der Vorsprung des Verstappen-AMG zeitweise sogar auf über 30 Sekunden anwuchs. Die Entscheidung um den Sieg schien bereits sicher.

Max Verstappen "versucht, auf Nummer sicherzugehen"

Am Sonntagvormittag absolvierte Verstappen seinen dritten Doppelstint, erneut ohne Probleme oder Zwischenfälle. "Ja, es war gut", berichtete der Niederländer anschließend zufrieden. "Ich habe einfach versucht, auf Nummer sicherzugehen und gleichzeitig natürlich ein ordentliches Tempo zu halten."

"Es fühlte sich gut an, das Auto lief gut, also habe ich einfach versucht, mich aus Schwierigkeiten herauszuhalten. In der letzten Runde war es ganz knapp, als sich direkt vor mir zwei Autos berührt haben, aber zum Glück ist dabei alles gut gegangen."

"Bisher könnte es nicht besser laufen, aber es sind noch ein paar Stunden zu fahren, also müssen wir einfach wirklich konzentriert bleiben und dann werden wir sehen, wo wir am Ende landen", betonte Verstappen, nur wenige Minuten bevor das Unheil seinen Lauf nahm.

Defekte Antriebswelle zerstört alle Sieghoffnungen

Rund dreieinhalb Stunden vor dem Fallen der Zielflagge, als das Mercedes-Quartett um Verstappen mit rund 30 Sekunden Vorsprung souverän in Führung lag, quittierte die Antriebswelle ihren Dienst. Obwohl die Siegchancen damit bereits zunichte waren, entschied sich das Team gemeinsam mit den Fahrern für die zeitintensive Reparatur.

"Wir haben mit Max gesprochen, wir haben mit den anderen Fahrern gesprochen und natürlich sind alle extrem enttäuscht, nachdem sie so lange Zeit mit dem Schwesterauto um die Führung gekämpft haben", sagte Stefan Wendl, Leiter Mercedes-AMG Customer Racing.

"Aber wir haben beschlossen, dass wir das Auto fertig machen und dass wir in den letzten Runden nochmal rausgehen und es den Fans präsentieren." Rund 15 Minuten vor Ende verließ Juncadella noch einmal die Box, um die Zielflagge zu sehen. Den Sieg sicherte sich aber das Schwesterauto mit Maro Engel, Fabian Schiller, Luca Stolz und Maxime Martin.

Motorsport-Total.com

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