Porsche-Bekenntnis & McLaren-Gerüchte | 30.10.2026
Was macht Thomas Preining 2027?
Der Porsche-Werksvertrag von Thomas Preining läuft mit Saisonende aus: Wie er und sein bisheriger Arbeitgeber die Zukunft sehen und was es mit McLaren auf sich hat
Bleibt DTM-Champion Thomas Preining trotz seines mit Jahresende auslaufenden Werksvertrags bei Porsche? Nach dem verpatzten Norisring-Wochenende und seiner emotionalen Rücktrittsdrohung Anfang Juli verbrachte der Österreicher laut eigenen Angaben "viel Zeit" damit, "darüber nachzudenken, was die richtigen Schritte für meine Zukunft sind".
Mit seiner erklärten Lieblingsserie hat sich Preining nach der bärenstarken zweiten Saisonhälfte definitiv wieder versöhnt - und sogar ein dritter Titel ist inzwischen für Preining ein Thema. "Ich bin erst 28 Jahre alt, und meine Mission DTM ist noch nicht abgeschlossen", sagt er.
"Eines Tages einen dritten Titel zu gewinnen, wäre natürlich großartig. Ich hoffe sehr, dass Porsche, Manthey und ich gemeinsam einen Weg finden, damit ich auch in Zukunft in der DTM fahren kann."
Was ist dran an den McLaren-Gerüchten?
Eine klare Aussage, die darauf hindeutet, dass für Preining - sollten die Umstände passen - ein Porsche-Verbleib das Ziel ist. Zudem möchte er offenbar auch weiterhin gemeinsam mit dem Manthey-Team, mit dem er perfekt eingespielt ist, in der Traditionsserie an den Start gehen.
Aber welche Alternativen hätte Preining zu Porsche? Als sein Vertrag vor zwei Jahren auslief, kursierten Gerüchte, dass der Langzeit-Porsche-Pilot mit einem Wechsel zu BMW liebäugeln könnte. Davon hört man dieses Jahr nichts.
Dafür gibt es wilde Spekulationen im Fahrerlager, Preining soll im Sommer bei McLaren angeklopft haben. Aus gut informierten Kreisen ist zu hören, dass er Ende August bei der GT-World-Challenge Europe auf dem Nürburgring einen Termin bei McLarens GT-Motorsportchef Giorgio Sanna hatte.
Die britische Marke hat gerade ein Hypercar-Programm gestartet, das attraktiv sein könnte. Das muss allerdings nichts bedeuten, denn es kann es sich auch um eine Verhandlungsstrategie gehandelt haben. Außerdem ist es üblich, dass man sich auf dem Markt umschaut, wenn ein Vertrag ausläuft.
Porsche-Sportchef: "Würden gerne mit ihm weiterarbeiten"
Bei Porsche macht man währenddessen kein Hehl daraus, dass man den ehrgeizigen Linzer, der sich Ende 2016 bei einem Porsche-Shootout durchsetzte und sich dann in den Porsche-Cups einen Namen machte, gerne halten würde.
"Wir schätzen Tommy Preining sehr", sagt Porsche-Motorsportchef Thomas Laudenbach beim DTM-Saisonfinale in Hockenheim. "Er zeigt auch wieder, dass er mordsmäßig abliefert, er ist gerade nervenstark ohne Ende. Insofern sage ich: Ich würde gerne mit ihm weiterarbeiten. Klare Aussage, keine Frage." Darauf habe auch der DTM-Titel 2026 keinen Einfluss.
Die Frage, welche Programme Preining in Zukunft - bei einer Einigung - bestreitet, werde im persönlichen Gespräch geklärt. "Wir würden nie einen Fahrer irgendwas fahren lassen, bei dem er sagt, er möchte etwas anderes machen." Das gelte auch dafür, wenn der Fahrer in einer Serie "unbedingt weitermachen" möchte "und wir möchten was anderes", stellt Laudenbach klar.
Laudenbach will mit Preining Zukunftspläne besprechen
Ob Porsche bei Preining den Wunsch nach einer Veränderung wahrnehme? "Wir haben über verschiedene Varianten gesprochen, ja", antwortet Laudenbach. "Aber ich glaube, es ist nicht so gut, zum Beispiel den Wunsch einer Veränderung aufzunehmen, wenn es gerade sehr emotional war, weil es vielleicht einmal nicht so gelaufen ist", spielt er auf Preinings DTM-Rücktrittsdrohung in Nürnberg an.
"Das sind Sachen, da setzen wir uns in Ruhe zusammen, wenn die Emotionen rum sind, die Saison ein bisschen rum ist. Üblicherweise treffen wir uns dann auch mal in Weissach, gehen miteinander Abendessen und sprechen in Ruhe."
Aktuell wäre dafür eine günstige Zeit, denn mit dem GT-World-Challenge-Europe-Finale in Portimao am 11. Oktober, bei dem Preining im Lionspeed-Porsche Zweiter wurde, war die Saison vorerst vorbei. Nun folgt nur noch der GT-Weltcup in Macau, der von 19. bis 22. November stattfindet, bei dem Preining im Absolute-Racing-Porsche sitzt.

















