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24h Dubai 2026: Bericht WRT war bei den 24 Stunden von Dubai erneut nicht zu schlagen
24h Series

24h Dubai 2026: Vierter WRT-Sieg in fünf Jahren, Drama in letzter Stunde

WRT holt bei den 24 Stunden von Dubai 2026 einen weiteren Sieg - BMW in der Wüste unantastbar - Brutales Pech für Paradine Competition in letzter Stunde

Die 21. Auflage der 24 Stunden von Dubai war ein klarer Fall für BMW: WRT dominierte das Rennen nach Belieben und fuhr einen souveränen Doppelsieg ein. Den Sieg holte der BMW M4 GT3 Evo #669 mit den Fahrern Anthony McIntosh, Ben Tuck, Jordan Pepper, Kelvin van der Linde und Fran Rueda.

Für Tuck ist es der zweite Sieg in Folge, nachdem er 2025 bereits im siegreichen WRT-BMW gesessen hatte. Die anderen vier Fahrer gewannen den Höhepunkt der 24h-Serie zum ersten Mal. Für das Team WRT war es der vierte Sieg in fünf Ausgaben seit 2022.

Das Quintett siegte vor dem Schwesterfahrzeug #27 (Minski/Detry/Kiefer/Hanses/Haase). Der BMW übernahm in den frühen Nachtstunden die Führung, als der bis dahin führende Paradine-BMW #991 (Leung/Kellett/Farfus/Day/Ebrahim; 4.) ein gleichzeitiges Problem mit dem Funk und der Traktionskontrolle hatte.

Von da an führten die beiden WRT-BMW, die #669 immer vor der #27. Weil es in Dubai keine Safety-Cars, sondern lediglich Code-60-Phasen gibt, blieb die Reihenfolge das gesamte restliche Rennen über an der Spitze bestehen, nur unterbrochen durch Boxenstopps.

In der letzten Stunde gab es eine letzte Code 60, in der die GT3-Pro-Fahrzeuge lediglich 15 Prozent Sprit fassen dürfen. Jordan Pepper entschloss sich, mit Spritsparen auf einen weiteren Stopp zu verzichten, während Christopher Haase die #27 noch einmal an die Box brachte. So gewann die #669 mit zwei Runden Vorsprung.

Der erst kürzlich zum BMW-Werksfahrer ernannte Jordan Pepper vollbrachte damit gleich ein kleines Meisterstück: "Ja, wir sind am Ende ein kleines Risiko eingegangen und haben Sprit gespart. Aber es hat wirklich Spaß gemacht, das richtig hinzubekommen. Zum Schluss musste ich deutlich langsamer machen, um nicht noch eine weitere Runde fahren zu müssen. Mein erstes Rennen als BMW-Werksfahrer zu gewinnen, ist ein wahrgewordener Traum."

Ben Tuck gibt zu, dass er sich "ein paar Sorgen" gemacht habe: "Aber Jordan hat das perfekt gemanagt. Wir haben ihm eine Zahl vorgegeben und er hat das perfekt umgesetzt. Ehrlich gesagt, hätte er in der letzten Runde schon noch etwas langsamer machen können ..."

Anthony McIntosh lässt durchblicken, dass die #669 eigentlich nur aus Trainingszwecken ins Rennen gegangen ist: "Eigentlich wollten wir hier nur ein bisschen für die asiatische Le-Mans-Serie trainieren. Das Team sagte, dass wir dieses Rennen fahren sollten. Das war wohl der beste Ratschlag überhaupt, den sie mir geben konnten."

Paradine verliert in Drama Podium und Klassensieg

Auf dem dritten Platz lag lange Zeit der Paradine-BMW #992 (Leung/Kellett/McIntosh/Al Harthy), der damit die Am-Klasse überlegen gewonnen hätte. Doch in der letzten Stunde spielte sich ein Drama um den roten BMW ab, als ein Reifenschaden die Frontpartie beschädigte. Anthony McIntosh verpasste damit die große Gelegenheit, zwei Klassen auf einmal zu gewinnen.

Der BMW musste eine halbe Stunde vor Schluss zum Reparaturstopp an die Box kommen, wo der Bolide bis zum Rennende nicht mehr zu reparieren war. Paradine verlor dadurch den dritten Gesamtrang und den Sieg in der Amateurwertung.

Somit übernahm der Winward-Mercedes #16 (Stoljarow/Arrow/Engel/Stolz) den dritten Platz. Gegen BMW waren alle anderen Fabrikate in diesem Rennen machtlos, zusätzlich blieb der Winward-Mercedes auch noch in der Nachtankzone in einem Stau stecken. In der 24h-Serie erfolgt das Nachtanken in einem separaten Bereich vor den Boxen.

Hinter dem bereits angesprochenen BMW #991 kamen drei Porsche 911 GT3 R (992) ins Ziel, zwei von Herberth Motorsport und einer von Pure Rxcing. Der Herberth-Porsche #10 (Au/Bohn/Hartog/Sturm; 5.) sicherte sich den Sieg in der Pro-Am-Wertung.

Den Klassensieg in der GT3-Am erbte nach dem unfassbaren Paradine-Drama der Simpson-Audi #69 (Wladykin/Solukowzew/Simonow/Aka/Scheuschner; 10.). Dario Franchitti kam bei seinem Renn-Comeback im Parker-Mercedes #31 (Lynn/Lynn/Huff/Franchitti; 44.) nach einem zwischenzeitlichen Aufhängungsproblem auf Platz neun in der Pro-Am-Klasse ins Ziel.

Vier Stunden vor Schluss musste der mitfavorisierte Dragon-Ferrari #777 (Jefferies/Blattner/Marschall/Al Zubair; DNF) die Segel streichen. Al Faisal Al Zubair, der im Vorjahr noch das Rennen mit WRT gewonnen hatte, hatte einen heftigen Unfall auf der Gegengerade.

Die beiden McLaren 720S GT3 Evo von Optimum Motorsport spielten keine Rolle im Rennen. Beide Fahrzeuge mussten in der Nacht zeitgleich repariert werden. Die #77 (George/Liddy/Harvey/Rappange; 40.) schaffte es mit großem Rückstand ins Ziel.

Auch der Polesetter war früh draußen: Der TFT-Mercedes #28 (Charlaix/Boisson/Paque/Klein, DNF) wurde in der Anfangsphase schnell überrollt und musste bereits frühzeitig mit einem ABS-Problem aufgeben.

Doppelter Reifenverlust, T-Bone-Unfall und Flammenwerfer

Das Paradine-Pech in der letzten Stunde war bereits das größte Drama in diesem Rennen in der GT3-Klasse. In Erinnerung bleiben wird auch der kuriose doppelte Radverlust in der achten Stunde, als der Winward-Mercedes #81 (Salichow/Piana/Dienst/Cairoli; DNF) und der Haas-RT-Audi #2 (Buchanzow/Ciosek/Geschew/King/Winslow; 21.) innerhalb von 40 Minuten an derselben Stelle ihr rechtes Hinterrad verloren.

Damit waren zwei mögliche Siegkandidaten innerhalb weniger Minuten aus dem Kampf um den Sieg draußen. Haas RT hatte sogar zum Zeitpunkt des Ausfalls geführt. Als Am-Fahrzeug profitierte der Audi davon, unter Code 60 mehr nachtanken zu dürfen als die Pro-Fahrzeuge. Weil auch noch die Bremse durch den Radverlust beschädigt wurde, verlor das Team 20 Runden.

Eine dramatische Szene spielte sich in den Morgenstunden ab, als Ex-WEC-Pilot Roman Russinow im Rossa #797 (Russinow/Kirejew/Al Qubaisi/Achmedchodschajew/Gutak) die Kontrolle über den Rossa LM GT verlor, als er in der Bremszone zur Spitzkehre einem Cup-Porsche ausweichen musste, der einen anderen Cup-Porsche attackierte.

Russinow schlug in die Mauer ein und rutschte in der Spitzkehre quer über die Strecke, wo er den bedauernswerten, unbeteiligten GP-Elite-Porsche #939 (Käkelä/Tuomaala/Kangro/Honkavuori; 27.) Volley nahm. Um Haaresbreite hätte er auch noch den Porsche erwischt, dem er ursprünglich auswich. Bemerkenswerterweise brachte GP Elite den mitgerissenen Porsche noch auf Platz 6 der Klasse 992 ins Ziel.

Schon in der Anfangsphase sorgte der RedAnt-Mercedes #93 (Kumar/de Breucker/Redant/Redant/Vozniak; DNF) für eine spektakuläre Einlage. Bei einem kapitalen Motorschaden schoss eine meterlange Flamme aus dem Auspuff. Dem Fahrer passierte nichts.

Klassensieger 24h Dubai 2026

GT3: WRT-BMW #669 (McIntosh/Tuck/Pepper/van der Linde/Rueda)
GT3 Pro/Am: Herberth-Porsche #10 (Au/Bohn/Hartog/Sturm)
GT3 Am: Simpson-Audi #69 (Wladykin/Solukowzew/Simonow/Aka/Scheuschner)

GTX (Special GT): Leipert-Lamborghini #710 (Yount/Roberts/Thalin/Leitch)
992: Fach-Auto-Tech-Porsche #962 (Poppelaars/van Eijndhoven/de Haan/Boerekamps)
992 Am: RedAnt-Porsche #924 (Balcaen/Castelein/Castelein/Palette)

GT4: Cerny-BMW #445 (Sternkopf/Krapiwzew/Bednarski/Sapra)
TCE/TCX: asBest-Cupra #102 (Ohlsson/Obermann/Umemoto/Passos/Schemmann)
TC: KCMG-Toyota #108 (Ip/Lee/Tung/Yan)

Motorsport-Total.com

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