MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Bahrain-Test: Tag 3 Andrea Kimi Antonelli war der Schnellste bei den Tests in Bahrain
Sutton Images

Mercedes mit doppelter Bestzeit

Mercedes fuhr am letzten Tag der ersten Testwoche gleich doppelt die Bestzeit, hatte aber erneut kleinere Probleme - Lewis Hamilton löst rote Flagge aus

Mercedes hat die erste Testwoche der Formel 1 in Bahrain mit einer doppelten Bestzeit abgeschlossen. Andrea Kimi Antonelli fuhr mit 1:33.669 Minuten am Freitag die Wochenbestzeit, Rang zwei ging an seinen Teamkollegen George Russell, der am Vormittag 0,249 Sekunden langsamer war .

Aber: Erneut hatten die Silberpfeile am Freitag mit einigen Problemen zu kämpfen: Antonelli konnte am Nachmittag erst nach 90 Minuten in das Testgeschehen eingreifen. Trotzdem kam der Italiener noch auf 61 Runden und Mercedes damit auf 139 - Rang sechs in dieser Wertung .

Trotz der doppelten Bestzeit sieht man sich bei Mercedes für Melbourne nicht in der Favoritenrolle: "Dieser Test war für uns alle ein kleiner Realitätscheck", sagt Russell und betont, dass Red Bull am ersten Tag in Barcelona sofort voll eingeschlagen habe und weit vor allen anderen gewesen sei. "An Tag 1 hier in Bahrain haben sie es wieder absolut auf den Punkt gebracht", so der Brite.

Er ist überzeugt: "Im Moment sind sie definitiv das Team, das es zu schlagen gilt."

Bei Red Bull selbst scheint man die Hosen noch nicht runterzulassen. Denn ganz vorne war das Team in Bahrain eigentlich zu keinem Zeitpunkt. Auch am Freitag belegten Max Verstappen (+1,672 Sekunden) und Isack Hadjar (+1,941) nur die Positionen fünf und sechs und fuhren dabei 120 Runden.

Vor den Bullen lagen wieder einmal die üblichen Verdächtigen: Ferrari und McLaren hatten bislang in dieser Woche die Bestzeiten unter sich ausgemacht, am Freitag mussten sie jedoch Mercedes den Vortritt lassen. Allerdings lagen Lewis Hamilton (+0,540) und Oscar Piastri (+0,880) auf den Positionen drei und vier direkt dahinter.

Hamilton löst rote Flagge aus

Erneut waren es auch diese beiden Teams, die die Kilometerwertung unter sich ausgemacht haben: Mit 161 Runden schaffte McLaren eine neue Bestleistung für die Testtage in Bahrain, Ferrari kam auf 150.

Wer die Nase vorne hat - unklar. Und je nach Stimme ist es jemand anderes. Auf jeden Fall aber immer jemand anderes als man selbst. "Ich glaube, jeder versucht gerade, den Ball den anderen zuzuschieben", sagt Ferrari-Pilot Charles Leclerc, der heute nicht im Einsatz war. "Das ist zu diesem Zeitpunkt der Saison völlig normal."

"Man kann das wahre Potenzial des Autos jetzt auf viele, viele verschiedene Arten verstecken. Daher ist es für uns sehr, sehr schwer, genau zu verstehen, wo wir stehen", so der Monegasse. "Worüber ich froh bin, ist, dass wir unser Programm durchziehen. Wir hatten bisher keine Zuverlässigkeitsprobleme. Und das ist ein guter Anfang."

Aber: Rund elf Minuten vor dem Ende der Session rollte Hamilton mit seinem SF-26 aus und sorgte für eine rote Flagge.

Es war eine von nur zwei am letzten Tag der Testwoche - die andere kam am anderen Ende der Session, nämlich ganz am Anfang. Dort war Valtteri Bottas mit seinem Cadillac stehengeblieben und anschließend zwei Stunden in der Garage verschwunden.

Schrecksekunde durch Franco Colapinto

Best of the Rest war wie an den Vortagen das Haas-Team. Zwar gab es nicht die Plätze drei und vier zu bestaunen wie an den beiden Tagen zuvor, doch mit Rang sieben war Esteban Ocon (+2,084) erneut der erste Verfolger der Topteams. Oliver Bearman rundete auf Rang neun (+2,303) das gute Ergebnis der Amerikaner ab.

Zwischen den beiden lag nur Alpines Franco Colapinto (+2,137), der ganz am Ende der Session noch einmal für einen kurzen Schreckmoment sorgte. Als sich die Fahrer für einen Probestart im Grid aufreihten, fuhr der Argentinier im üblichen Zickzack auf das Feld zu, als er die Kontrolle über sein Auto verlor und in die Wiese rutschte.

"Ich hätte gerne Flavios (Briatore; Anm. d. Red.) Gesicht gesehen, wenn er noch hier ist", sagt Ex-Pilot Ralf Schumacher bei Sky über die Szene. "Ich glaube, er hat da auch alle Hände vor dem Kopf zusammengeschlagen. Ist natürlich peinlich, sollte der Fahrer etwas besser wissen."

Glücklicherweise schlug Colapinto nicht in der Streckenbegrenzung ein und konnte sich für den Start einreihen. Weit kam er allerdings nicht: Schon in der ersten Kurve blieb sein A526 stehen, weil sein Auto in den Anti-Stall-Modus gegangen war.

Aston Martin erneut ganz hinten

Probleme gab es erneut auch bei Aston Martin, wo Lance Stroll am Nachmittag nur wenig zum Fahren kam - es werden wieder einmal Schwierigkeiten mit dem Motor vermutet. Zwar fuhr der Kanadier am Freitag insgesamt 72 Runden, allerdings war Aston Martin das einzige Team, das nicht die Marke von 100 Runden knacken konnte.

Zudem war man mit 4,5 Sekunden Rückstand erneut das Schlusslicht unter den Teams.

Audi beendete den Bahrain-Test mit weiteren 118 Umläufen auf der Uhr. Gabriel Bortoleto (15./+3,867) fuhr am Vormittag 60 Runden, Nico Hülkenberg legte am Nachmittag 58 drauf und landete am Ende auf dem zehnten Rang (+2,622).

Williams belegte mit Alexander Albon (+3,124) und Carlos Sainz (+3,517) die Positionen elf und 13, kam aber mit 146 Runden auf die drittmeisten aller Teams am heutigen Freitag. Zwischen den beiden klassierte sich Racing-Bulls-Pilot Liam Lawson (+3,139) mit 119 Runden.

Neuling Cadillac konnte über seine 104 Runden auch zufrieden sein, zeitentechnisch hat man mit 3,7 Sekunden (Sergio Perez) beziehungsweise 5,1 Sekunden (Valtteri Bottas) Rückstand aber noch Aufholbedarf.

McLaren, Williams und Ferrari fast gleichauf

Die Bestzeit der Woche geht wie gesagt an die beiden Mercedes vor den beiden Ferraris von Lewis Hamilton und Charles Leclerc. Es folgen beide McLaren von Oscar Piastri und Lando Norris sowie der Red Bull von Max Verstappen.

In der Kilometerwertung war Leclerc mit 219 Runden der fleißigste Pilot, Ferrari liegt mit 421 Runden aber nur auf Rang drei - wobei McLaren und Williams jeweils nur eine Runde mehr auf dem Konto haben.

Schlusslicht ist Aston Martin, die mit 206 Umläufen nicht einmal die Hälfte davon geschafft haben. Überraschend ist das in Barcelona so zuverlässige Mercedes-Team mit 282 Runden das zweitschlechteste Team in dieser Wertung.

Der zweite Teil der Bahrain-Testfahrten findet in der kommenden Woche statt - erneut von Mittwoch bis Freitag.

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Teamchef macht Druck

Die FIA muss endlich handeln!

McLaren-Teamchef Andrea Stella deutet an, dass der Unfall von Oliver Bearman in Suzuka vermeidbar gewesen wäre - Eine "einfache Lösung" gebe es jedoch nicht