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"Ergibt keinen Sinn" Ein viel diskutierter letzter Start in Zandvoort
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Fahrer kritisieren FIA-Entscheidung in Zandvoort

Die FIA gerät nach dem Chaos beim Zandvoort-Start in Erklärungsnot - Mehrere F1-Fahrer hätten eine andere Startprozedur bevorzugt

Nach dem Großen Preis der Niederlande haben mehrere Formel-1-Fahrer die Entscheidungen rund um das Startprozedere kritisiert. Die Einführungsrunde hinter dem Safety-Car zu absolvieren und anschließend einen stehenden Start durchzuführen, empfanden nicht alle Piloten als die richtige Herangehensweise. Die FIA erklärt, warum sie sich angesichts der nassen Bedingungen für dieses Vorgehen entschied.

Beim Zandvoort-Grand-Prix entwickelte sich bereits in der ersten Runde Chaos. Nachdem während der Startvorbereitungen Regen eingesetzt hatte, wurde die Einführungsrunde hinter dem Safety-Car absolviert. Anschließend entschied sich die Rennleitung für einen stehenden Start.

Verstappen crasht nach Start auf nasser Strecke

Max Verstappen verlor in der ersten Runde am Ausgang der letzten Kurve die Kontrolle über seinen RB 22 und schlug heftig in die Streckenbegrenzung ein. Der Niederländer räumte anschließend ein, den Unfall selbst verschuldet zu haben. Er hatte versucht, wieder früh ans Gas zu gehen, obwohl die betreffende Passage noch deutlich nasser und somit rutschiger war als der Rest der Strecke.

Auch Gabriel Bortoleto kam an dieser Stelle beinahe von der Strecke ab. Der Audi-Pilot konnte einen Einschlag jedoch verhindern. Sein Teamkollege Nico Hülkenberg musste ebenfalls reagieren. "Es war wirklich nur diese Kurve, wenn ich ganz ehrlich bin. Dort war es komplett nass. Ich denke, deshalb hat Max die Kontrolle verloren, und bei mir war es genauso", erklärt Bortoleto nach dem Rennen.

"Ich war auf der abfallenden Seite der Überhöhung. Ich habe, glaube ich, eine kleine Reaktion nach links gemacht, als ich den großen Rauch vor mir gesehen habe. Und als ich das gemacht habe, bin ich ebenfalls abgegangen", so der Brasilianer weiter.

Fahrer hinterfragen die Startprozedur

Nach Einschätzung mehrerer Fahrer war der Großteil der Strecke zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend abgetrocknet. Lediglich die letzten beiden Kurven stellten noch ein erhebliches Problem dar. Slicks waren deshalb grundsätzlich die richtige Reifenwahl.

Kritik gab es vor allem an der Kombination aus einer Safety-Car-Einführungsrunde und anschließendem stehenden Start. Pierre Gasly hätte eine normale Formationsrunde bevorzugt, um die Reifen stärker auf Temperatur zu bringen:

"Wenn wir es so machen, wie wir es gemacht haben, also eine Runde hinter dem Safety-Car und anschließend einen stehenden Start, dann hätte ich lieber einfach eine normale Einführungsrunde gefahren, damit wir etwas schneller hätten fahren können. Ich dachte, der Sinn bestand darin, mindestens einmal mit dem Safety-Car durch die letzte Kurve und über die Überhöhung zu fahren, bevor der normale Rennstart erfolgt", sagt der Alpine-Pilot verwundert.

Gasly fordert mehr Spielraum für die Fahrer

Aus Sicht des Franzosen hätte die Rennleitung zwischen zwei konventionellen Varianten wählen sollen: einem fliegenden Start hinter dem Safety-Car oder einem stehenden Start nach einer normalen Einführungsrunde.

"Ich bin sicher, dass wir beim nächsten Rennen überprüfen werden, was die Fahrer dazu zu sagen hatten", erklärt Gasly. "Aber ich denke, es hätte entweder kein Safety-Car und nur eine Einführungsrunde geben sollen oder das Safety-Car hätte uns zumindest eine zusätzliche Runde ermöglichen sollen."

Lawson sieht Chaos bereits vor dem Start kommen

Auch Liam Lawson konnte die gewählte Startprozedur nicht nachvollziehen. Der Red-Bull-Ersatzfahrer war nach eigenen Angaben bereits vor dem Start davon ausgegangen, dass die Kombination aus Safety-Car-Runde und stehendem Start problematisch werden könnte.

"Ich weiß nicht, warum wir das Safety-Car hatten. Einen stehenden Start zu machen und gleichzeitig eine Runde hinter dem Safety-Car zu fahren, ergibt keinen Sinn", sagt Lawson.

"Ich bin mir nicht sicher, was der Grund dafür war, aber ich habe das Gefühl, dass wir alle vorhersehen konnten, was passieren würde. Wir haben wahrscheinlich alle dasselbe gesagt, als wir die Nachricht bekamen, aber wir hatten keinen Einfluss darauf."

FIA erklärt Entscheidung

Die FIA erklärte, warum sich die Rennleitung dennoch für diese Vorgehensweise entschied. Ausschlaggebend waren die Informationen, die unmittelbar vor dem Start zur Verfügung standen.

Der Renndirektor schickte zunächst das Medical Car zu einer Erkundungsrunde auf die Strecke. Laut einem FIA-Sprecher ist dies unter normalen Umständen nicht üblich. Die Rückmeldung lautete, dass sich in den Kurven 2 und 3 noch stehendes Wasser auf der Strecke befand.

Kurve 3, die Hugenholtzbocht, ist zudem die erste überhöhte Kurve der Strecke in Zandvoort. Aufgrund dieser Informationen kam die Rennleitung zu dem Schluss, dass es sicherer sei, die Einführungsrunde hinter dem Safety-Car zu absolvieren. Zu diesem Zeitpunkt war weiterhin ein stehender Start vorgesehen. Die Safety-Car-Runde hielt der Rennleitung jedoch die Möglichkeit offen, bei zu gefährlichen Bedingungen noch auf einen fliegenden Start umzustellen.

Sainz bezweifelt Vorteil eines fliegenden Starts

Carlos Sainz war allerdings der Meinung, dass auch ein fliegender Start das Geschehen in der letzten Kurve nicht verhindert hätte:

"Ich denke, angesichts der Tatsache, dass es gegen Ende der Runde war, wäre ein fliegender Start auf dasselbe Ergebnis hinausgelaufen, weil wir zu diesem Zeitpunkt ohnehin alle hintereinander gefahren wären. Ich glaube also nicht, dass es viel verändert hätte. Es war eine unglückliche Situation mit sehr viel Wasser in nur einer Kurve", sagt der Williams-Fahrer.

Lawson nimmt Verstappen in Schutz

Lawson erklärt, dass er selbst bewusst besonders viel Sicherheitsmarge ließ. Verstappen vor ihm ging dagegen etwas mehr Risiko ein: "Es war einfach unmöglich. Die gesamte erste Hälfte der Runde war trocken und die letzten Kurven waren dann komplett nass. Mit so viel Leistung auf einem Slick-Reifen war es sehr leicht, das zu machen, was Max passiert ist.

"Ich bin wirklich deutlich vom Gas gegangen, weil ich ehrlich gesagt überhaupt kein Vertrauen darin hatte, wie viel Grip wir dort haben würden. Ich glaube, Max wollte wahrscheinlich näher herankommen und einen Überholversuch vorbereiten und hat dabei einfach die Kontrolle verloren", so die Einschätzung von Lawson zu Verstappens Crash.

Verstappen selbst wollte die schwierigen Bedingungen anschließend jedoch nicht als Entschuldigung heranziehen. Der Red-Bull-Pilot übernahm die Verantwortung für den Unfall und stellte klar, dass ihm schlichtweg ein Fahrfehler unterlaufen war.

Motorsport-Total.com

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