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GP der USA: Bericht Kimi Antonelli hat den Grand Prix der USA 2026 in Austin gewonnen
LAT Images

Kimi Antonelli gewinnt in Austin

P4 für Hamilton beim Grand Prix der USA, P8 für Russell: Kimi Antonelli hat nach seinem nächsten Sieg neun von zehn Fingern am WM-Pokal 2026

Rechnerisch ist Kimi Antonelli noch nicht Weltmeister, praktisch kann ihm jetzt aber niemand mehr den Formel-1-Titel 2026 wegnehmen: Der Mercedes-Pilot hat am Sonntag den Grand Prix der USA in Austin, Texas, in souveräner Manier gewonnen - und benötigt bei einem der noch ausstehenden fünf Rennen nur noch einen neunten Platz, um die WM endgültig zu entscheiden.

Antonelli gewann auf dem Circuit of The Americas (CoTA) von der Poleposition aus vor Charles Leclerc (Ferrari) und Max Verstappen (Red Bull). Lewis Hamilton (Ferrari) und George Russell (Mercedes) erfüllten nur die Pflicht und wurden Vierter und Achter - als Fünfter und Neunter hätten sie Antonelli schon in Austin zum neuen Champion gemacht.

Vom Start weg ließ Antonelli keine Zweifel daran aufkommen, dass er in Austin der Mann sein würde, den es zu schlagen gilt. Letztendlich konnte ihn auch eine späte VSC-Phase wegen des Ausfalls von Valtteri Bottas (Cadillac) nichts mehr anhaben. Sein Vorsprung auf Leclerc betrug nach 56 Runden 13,1 Sekunden.

Lando Norris, der am McLaren-Boxenfunk mehrmals ziemlich schlechte Laune durchklingen ließ, rettete sich mit stark verschlissenen Reifen als Fünfter ins Ziel, vor Isack Hadjar (Red Bull), Oscar Piastri (McLaren) und Russell. Liam Lawson (Racing Bulls) wurde Neunter, Pierre Gasly (Alpine) Zehnter und Nico Hülkenberg (Audi) Elfter.

Start: Packender Zweikampf zwischen Verstappen und Leclerc

Die erste Runde stand ganz im Zeichen des Duells Verstappen gegen Leclerc: Beide Ferraris kamen hervorragend von der Linie weg und attackierten Verstappen in den S-Kurven im ersten Sektor. Leclerc gelang dabei ein sehenswertes Überraschungsmanöver. Das hielt aber nicht mal eine Runde, denn im letzten Sektor setzte Verstappen einen nicht minder sehenswerten Gegenangriff und eroberte Platz 2 zurück.

Polesetter Antonelli nutzte dieses Duell, um an der Spitze nach einem gelungenen Start gleich mal davonzufahren. Nach der ersten Runde hatte er 2,4, nach der zweiten immer noch 2,1 Sekunden Vorsprung auf Verstappen. Hadjar hatte Positionen gegen die beiden Ferraris verloren und war Fünfter, Russell Sechster.

Interessant im ersten Stint: Mercedes und McLaren setzten auf die härteren Medium-, Red Bull und Ferrari auf die weicheren Softreifen.

Russell kassiert fünf Sekunden Zeitstrafe

Ebenfalls noch in Runde 1 kam es zu einem Beinahe-Crash, als Russell am Ende der langen Geraden zuerst Hadjar erfolglos attackierte, dann mit stehendem Rad über die weiße Linie fuhr (was ihm eine Untersuchung der Rennleitung einbrachte) - und in der nächsten Kurve auch noch Piastris McLaren berührte, der die Situation auf der Außenbahn für sich nutzen wollte.

Russell konnte nicht nachvollziehen, dass die Situation untersucht wurde, und funkte: "Aber ich war doch innen. Wenn er außen überholen will, ist das sein Risiko." Das sahen die FIA-Kommissare anders und brummten ihm fünf Sekunden Zeitstrafe auf, abzusitzen beim nächsten Boxenstopp. "Extrem hart", kommentierte Formel-1-Experte Mathias Lauda die Strafe im Live-Broadcast von ServusTV: "Ich finde, das ist nicht in Ordnung. Es war ja die erste Runde."

Dann Platztausch bei McLaren am Beginn von Runde 8: Norris hatte am Boxenfunk auf Nachfrage des Renningenieurs erklärt, dass er von Piastri aufgehalten wird, weswegen das Team die Reihenfolge der beiden umdrehte. Tatsächlich konnte sich Norris danach sofort von Piastri absetzen.

Problemloser Auftakt für Antonelli

Für Antonelli lief indes weiter alles wie am Schnürchen. Nach zwölf Runden führte er 2,5 Sekunden vor Verstappen, während sich seine WM-Rivalen Hamilton (4./Lenkprobleme) und Russell (6./Zeitstrafe) das erste Renndrittel wahrscheinlich anders vorgestellt hätten. Dennoch war Antonelli zu dem Zeitpunkt virtuell nicht auf Titelkurs. Dafür hätte Hamilton auf P5 und Russell auf P9 zurückfallen müssen.

In Runde 13, also etwas früher als von Pirelli vorhergesagt, steckte Verstappen von Soft auf Soft um und eröffnete die erste Serie der Boxenstopps. Damit war klar, dass er eine Zweistoppstrategie verfolgt. Eine Runde später kam auch Hamilton rein, der von Soft auf Medium wechselte, und nochmal eine Runde später Leclerc (Soft auf Medium).

Am Ende des ersten Renndrittels entwickelte sich eine strategisch interessante Konstellation. Denn dass die Mercedes-Fahrer mit ihren Mediumreifen einen langen ersten Stint versuchen würden, war absehbar. Dass hingegen auch Hadjar nach 17 Runden immer noch funkte, seine weichen Reifen seien okay und er möchte noch länger draußen bleiben, überraschte.

Nach 22 von 56 Runden führte Antonelli zwölf Sekunden vor den beiden Red Bulls (Verstappen hatte mit frischeren Reifen zu Hadjar aufgeschlossen). Renningenieur Peter Bonnington funkte: "Das ist eine gute Pace, Kimi. Mach genau so weiter. Wir bleiben so lange draußen, wie wir können." Und am Ende der Runde kam Russell an die Box, um seine Strafe abzusitzen und von Medium auf Hard zu wechseln. Ein klares Indiz für eine Einstoppstrategie.

Zwischenstand Runde 23: Antonelli virtuell Weltmeister

In Runde 23 zwischendurch, verzerrt durch die Boxenstopps, ein besonderer Stand: Hamilton war Fünfter, Russell nach seinem Boxenstopp Zehnter - und Antonelli damit erstmals zumindest virtuell schon Formel-1-Weltmeister 2026.

Eine Runde später war Antonelli die Führung aber erstmal los, als er an die Box kam und, genau wie zuvor Russell, mit dem Ziel einer Einstoppstrategie von Medium auf Hard umstecken ließ. Er fiel zwischenzeitlich auf Platz 4 zurück, hinter den beiden Red Bulls und Leclerc - und 8,4 Sekunden hinter Spitzenreiter Verstappen, dessen Softreifen inzwischen elf Runden absolviert hatten.

Am Ende der 25. Runde wechselte Hadjar von Soft auf Hard und fiel auf Rang 6 zurück. Allerdings würde auch er jetzt planmäßig bis zum Ende durchfahren. "Warum sind wir auf dem Hard?", fragte er sich nach dem Boxenstopp. Weil das der bevorzugte Reifen für diesen Stint sei, erklärte ihm das Team. Was Hadjar nicht glauben konnte: "Was?", meinte er ungläubig.

Ein paar Runden später wurde es auch am Verstappen-Boxenfunk ungemütlich: "Ich muss ein Problem mit dem Auto haben. Es ist unfahrbar." Sein Renningenieur antwortete, er könne ein Problem mit der Motorbremse erkennen. Worauf Verstappen nur sagte: "Ich kann dich nicht hören, ich kann dich nicht hören."

In Runde 31 schoben sich Verstappen, Leclerc und Antonelli gerade zu einem Dreikampf zusammen. Doch Verstappen ließ es nicht so weit kommen und absolvierte stattdessen seinen zweiten Boxenstopp. Anders als Hadjar wechselte er für den letzten Stint nicht auf Hard, sondern auf Medium. Eine Runde später überholte Antonelli mit Reifenvorteil Leclerc und führte den Grand Prix wieder an.

Es dauerte bis Runde 38, ehe Hamilton seinen zweiten und letzten Boxenstopp absolvierte (Medium auf Hard). Der siebenmalige Weltmeister rutschte dadurch zwei Sekunden hinter Hadjar auf Platz 6, hatte aber die um 13 Runden frischeren Reifen. Zur Erinnerung: Nur als mindestens Vierter würde er seine rechnerischen Chancen, in dieser Saison Weltmeister zu werden, am Leben halten. Eine Runde später wechselte auch Leclerc von Medium auf Hard (P2 auf P4).

Schlussphase: Mercedes nähert sich dem Fahrer-WM-Titel

Zwölf Runden vor Schluss war zwar Antonelli noch nicht virtuell Weltmeister, weil Russell auf P8 statt auf P9 lag. Aber zumindest zeichnete sich ab, dass nach Austin nur noch einer der beiden Mercedes-Piloten Champion werden kann. Denn Hamilton hatte zwar Hadjar inzwischen überholt, lag aber zehn Sekunden hinter Leclerc, und als Fünfter würden seine WM-Chancen bei Sieg Antonelli auch rechnerisch enden.

In Runde 47 wurde Norris mit seinen verschlissenen Reifen dann vom Podium gestoßen, als zuerst Verstappen und dann Leclerc an ihm vorbeigingen. Norris lag jetzt sechs Sekunden vor Hamilton, und es waren noch neun Runden zu fahren. Und Leclerc wirkte mit um acht Runden frischeren Reifen schneller als der vor ihm liegende Verstappen. Es dauerte bis Runde 49, dann zog Leclerc am Red Bull vorbei und übernahm Platz 2 im Rennen.

Bei Norris brachen die Rundenzeiten jetzt komplett ein, und gleichzeitig fuhr Hamilton um die Chance, seine rechnerischen Titelchancen doch am Leben zu halten. Fünf Runden vor Schluss war es dann so weit, Hamilton war an Norris vorbei, und somit stand fest, dass Antonelli mit zwei verbleibenden Titelrivalen nach Mexiko weiterfliegen muss.

Motorsport-Total.com

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