Protest von McLaren und Red Bull | 16.06.2026
Offiziell: Protest gegen Rücknahme der Gasly-Strafe
McLaren und Red Bull haben ihre Absicht umgesetzt, Einspruch gegen die Aufhebung der Strafe für Alpine-Pilot Pierre Gasly beim Monaco-Grand-Prix einzulegen
Im Nachgang zum diesjährigen Grand Prix von Monaco haben die Rennkommissare der FIA am vergangenen Freitag den dritten Platz von Pierre Gasly reaktiviert, nachdem dem Alpine-Piloten ursprünglich zwei Zeitstrafen (jeweils fünf Sekunden) wegen zweier separater Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Boxengasse auferlegt worden waren.
Auf Basis von Beweismaterial, das dem Formula One Management (FOM) vorgelegt wurde, hat man eine Diskrepanz bei der Messung der Geschwindigkeiten in der Einfahrt zur einzigartigen Boxengasse von Monaco festgestellt. Diese Diskrepanz hatte dazu geführt, dass Gasly und vier weitere Fahrer zu Unrecht bestraft worden waren.
Doch während die Strafe(n) für Gasly zurückgenommen wurden und der Alpine-Pilot damit seinen auf der Strecke eingefahrenen dritten Platz zurückbekommen hat, hatten andere Fahrer ihre Zeitstrafen bereits während des Rennens verbüßt.
Das wiederum löste bei Teams wie McLaren und Red Bull Unglauben über die beispiellose Entscheidung der FIA-Rennkommissare aus. Beide Teams kündigten nach dem Urteil an, Berufung einzulegen. Und beide haben dies nun offenbar in die Tat umgesetzt, indem sie ein tatsächliches Berufungsverfahren eingeleitet haben. Nachfolgend der Wortlaut des McLaren-Statements vom Dienstag:
"McLaren Racing kann bestätigen, beim Internationalen Berufungsgericht der FIA offiziell eine Berufungserklärung bezüglich der folgenden Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Grand Prix von Monaco 2026 eingereicht zu haben: Stewards-Dokument 99, überarbeitetes Dokument zum endgültigen Rennergebnis 100, überarbeitetes Dokument zu den WM-Punkten 101."
"Wir respektieren zwar die gerichtlichen Verfahren der FIA und die Rolle der Rennkommissare voll und ganz, sind jedoch der Ansicht, dass dieser Fall wichtige Fragen hinsichtlich der sportlichen Fairness, der Einheitlichkeit der Regeln und der Integrität des Wettbewerbs aufwirft. Während des gesamten Grand-Prix-Wochenendes von Monaco - wie an jedem Rennwochenende - handelten alle Teams gemäß den Regeln und den etablierten Standardpraktiken hinsichtlich der Geschwindigkeitsbegrenzung in der Boxengasse, wie sie zu diesem Zeitpunkt galten."
"Die Teilnehmer passten ihre Abläufe entsprechend an und akzeptierten und verbüßten, wo erforderlich, die gemäß diesen Vorschriften verhängten Strafen. Unserer Ansicht nach führt die anschließende Aufhebung der Strafen zu einer Situation, in der einige Teilnehmer benachteiligt werden, weil sie sich an die Regeln und die Entscheidungen der Rennkommissare gehalten haben. Ein solches Ergebnis birgt die Gefahr, sportliche Ungerechtigkeit zu schaffen und das Vertrauen in die einheitliche Anwendung des Sportlichen Reglements der FIA zu untergraben."
"Unsere Entscheidung, Berufung einzulegen, richtet sich nicht gegen einen bestimmten Wettbewerber. Vielmehr spiegelt sie unsere Überzeugung wider, dass die Rennserie von Vorschriften profitiert, die konsequent, transparent und fair auf alle Teilnehmer angewendet werden. McLaren ist weiterhin bestrebt, konstruktiv mit der FIA, der Formel 1 und den Mitbewerbern zusammenzuarbeiten, um die Integrität des Sports zu schützen und das Vertrauen in dessen Regelwerk aufrechtzuerhalten."
Red Bull hat sich bislang noch nicht zu seinem eigenen Vorgehen geäußert, doch nach Informationen unser Kollegen von Motorsport.com, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network, hat das Team ebenfalls Einspruch eingelegt, nachdem Isack Hadjar den zunächst ihm zugesprochenen dritten Platz doch wieder an Gasly verloren hat.
Und: Mercedes-Teamchef Toto Wolff erklärte am Sonntagabend in Barcelona, sein Team werde sein eigenes Überprüfungsrecht gegen die Entscheidung zu Gasly geltend machen. Seitdem hat man die erforderlichen Unterlagen eingereicht, aber ist noch unklar, ob der Antrag von Mercedes zulässig ist. Das Team wartet derzeit auf weitere Rückmeldung seitens der FIA.

















