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Viel Drama in Barcelona Lewis Hamilton feierte in Barcelona den ersten Grand-Prix-Sieg für Ferrari
LAT Images

Aus für Antonelli - erster Ferrari-Sieg für Hamilton

Lewis Hamilton hat seinen ersten Grand-Prix-Sieg für Ferrari gefeiert und Mercedes taktisch niedergerungen - Bitteres Aus für WM-Leader Antonelli

Er kann es doch noch! Lewis Hamilton hat seine starke Form der vergangenen Wochen unterstrichen und beim Formel-1-Rennen in Barcelona seinen ersten Sieg für Ferrari gefeiert. Für den siebenmaligen Weltmeister war es erst der dritte Sieg in den vergangenen viereinhalb Jahren und der erste seit Belgien 2024.

Das Team aus Maranello brach damit die bisherige Dominanz von Mercedes, die den bitteren Ausfall von WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli hinnehmen mussten. Der Italiener hatte sich erst in der Schlussphase in einem starken Kampf gegen Teamkollege George Russell durchgesetzt und ihm den nächsten Nackenschlag verpasst, bevor er plötzlich liegen blieb.

Das Drama ging weiter, denn fast zeitgleich rollte auch Charles Leclerc nur noch langsam um den Kurs, weil es bei ihm ein Problem mit der Servolenkung gab.

Russell erbte damit Rang zwei vor Lando Norris, der als Dritter ebenfalls auf dem Podium stehen durfte.

Vierter wurde Max Verstappen (Red Bull) vor Oscar Piastri (McLaren) und Isack Hadjar (Red Bull). Die restlichen Ränge in den Punkten belegten die beiden Alpines von Pierre Gasly (7.) und Franco Colapinto (8.) sowie die beiden Racing Bulls von Liam Lawson (9.) und Arvid Lindblad (10.).

Für Nico Hülkenberg (Audi) endete das Rennen nach einem technischen Problem vorzeitig an der Box.

Wie lief der Start?

Eigentlich hätte man meinen sollen, dass Lewis Hamilton im häufig so schnell startenden Ferrari in Kurve 1 die Nase vorne haben würde, schließlich hatte er für den langen Weg zum ersten Anbremspunkt die weicheren Reifen als Polesetter George Russell, doch der Mercedes-Pilot konnte auf Mediums seine Führung behaupten.

Russell ließ Hamilton keine Chance auf einen Angriff, dahinter fand WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli keine Lücke, um von Rang drei weiter nach vorne zu kommen, sodass sich die Top 5 so einsortierten, wie sie auch gestartet waren.

Großer Verlierer war Red-Bull-Pilot Isack Hadjar, der von Position sechs schlecht wegkam und auf Rang 13 zurückfiel. Dafür machte Charles Leclerc von Rang zehn drei Positionen gut.

Nico Hülkenberg blieb auf seinem neunten Platz, geriet aber ins Visier der Kommissare, weil er in Kurve 1 einen Vorteil neben der Strecke gehabt haben soll. Der Audi-Pilot wurde zwischen zwei Fahrzeugen eingeklemmt und fuhr leicht neben die Strecke. Allerdings sprachen sie am Ende keine Strafe gegen den Deutschen aus.

Wie lief der Kampf um den Sieg?

Nach dem gewonnenen Start hatte Russell vermeintlich leichtes Spiel. Obwohl Hamilton hinter ihm weiche Reifen hatte, konnte der Mercedes-Pilot seinen Verfolgern in den ersten Runden ein Stück wegfahren. Hamilton bog in Runde 12 dann auch zu seinem Boxenstopp ab, holte sich harte Reifen und überließ Russell eine Führung von mehr als fünf Sekunden.

Der Brite kam aber nur eine Runde später mit seinen Mediums rein und vor Hamilton wieder auf die Strecke, während Antonelli zwei weitere Runden draußen blieb und sich hinter beiden wieder einsortierte. In diesem zweiten Stint fuhren die Top 3 mit einigen Sekunden Abstand hintereinander.

In Runde 28 machte Hamilton wieder den Anfang der Boxenstopps und wechselte auf Medium-Reifen und legte anschließend starke Rundenzeiten hin.

Derweil schien Russell an der Spitze an Pace zu verlieren, denn Antonelli schloss auf ihn auf und griff seinen Teamkollegen auch an. Allerdings wurde der WM-Spitzenreiter von seinem Team eingebremst - auch weil er in Sachen Tracklimit-Verstößen schon an der Grenze war. "Haltet euch nicht auf, indem ihr kämpft. Halte den Abstand zu Norris sauber", so die Ansage.

Das Duell wurde durch Russells Boxenstopp in Runde 37 zunächst beendet. Der Engländer kam vor Norris, aber deutlich hinter Hamilton wieder auf die Strecke, der plötzlich 17 Sekunden vor Russell lag - aber auf Kurs ein Boxenstopp mehr. Antonelli selbst lag nach seinem Stopp wiederum eine Runde später nur noch knapp vor Norris.

Hamiltons Chance kam nur wenige Runde später, als der Ausfall von Fernando Alonso das virtuelle Safety-Car herausschickte. Weil alle langsam fahren mussten und der Ferrari-Pilot einen entsprechenden Vorsprung hatte, fuhr er mit noch 24 Runden zu fahren zum letzten Reifenwechsel und blieb vorne.

Doch der Sieg war nicht perfekt, denn auf den Monitoren leuchtete ein mögliches Gelbvergehen des siebenmaligen Weltmeisters auf, der sich zumindest auf der Strecke deutlich von Mercedes absetzen konnte. Aber Entwarnung kam schnell: Es gab keine weitere Untersuchung. So konnte Hamilton am Ende dem Sieg entgegenfahren.

Hätte Antonelli gewinnen können?

Vor seinem Ausfall hatte er Teamkollege Russell den nächsten Nackenschlag verpasst und ihm Rang zwei kurz vor Schluss abgeknöpft. Zuvor hatte sich der Italiener mehrfach beschwert, dass er schneller sei, doch Mercedes ließ die beiden fahren. "Das hat vielleicht heute den Sieg gekostet", muss Motorsportchef Toto Wolff bei Sky zugeben.

"Ich glaube schon, dass es der Kimi hätte gewinnen können", meint der Österreicher weiter. "Ich glaube, dass wir wahrscheinlich fünf oder sechs Sekunden verloren, haben mit den beiden, wie sie gefightet haben. Und das ist etwas, wenn jetzt ein neuer Gegner kommt, muss man das für die nächsten Rennen dann in Zukunft noch anschauen."

Denn: "Wenn sie gegeneinander fighten, ist gut, kann man sehr sportlich sein, aber wenn man gegen einen anderen fightet, dann muss man vielleicht auch manchmal den Schnelleren ziehen lassen."

Am Ende war das durch den Ausfall von Antonelli aber Makulatur. "Das kann nicht passieren, wenn du um eine WM fährst", ärgert sich Wolff. "Insofern, ich bin gar nicht zufrieden über nichts heute, muss ich sagen."

Wer sah nicht die Zielflagge?

Das erste Opfer wurde Lance Stroll, der nur fünf Runden mitfahren durfte, bevor er seinen Aston Martin wieder einmal vorzeitig abstellen musste. Das Team holte den Kanadier aufgrund eines Getriebeschadens an die Box.

Ebenfalls ein technischer Defekt zwang Valtteri Bottas zur Aufgabe. Für den Cadillac-Piloten endete das Rennen nach 16 Runden in der Garage.

In Runde 31 war auch für Nico Hülkenberg Schluss: Auch er parkte sein Auto vor der Garage und schied als dritter Fahrer aus. Der nächste Kandidat war dann Alexander Albon (Williams), der ebenfalls heimlich, still und leise aus dem Rennen ging, nach einigen Runden aber noch einmal auf die Strecke fuhr.

Weniger heimlich machte es in Runde 41 Fernando Alonso, der in Kurve 9 ausrollte, das virtuelle Safety-Car herausbrachte und das Doppelaus von Aston Martin perfekt machte - laut Team soll ein Batterieproblem dafür verantwortlich gewesen sein.

Wenige Runden vor Schluss kam dann das Drama um Antonelli, der nach Kurve 5 plötzlich ausrollte. Fast zeitgleich schlich auch Charles Leclerc nur langsam um den Kurs, weil seine Servolenkung den Geist aufgab. Und auch Oliver Bearman (Haas) sah die Zielflagge nicht.

Wie war das Rennen von Nico Hülkenberg?

Wieder einmal ohne zählbares Ergebnis. Der Deutsche lag auf Kurs zu möglichen Punkten, als er in Runde 31 die Box ansteuerte. Doch das sollte das Rennen von Hülkenberg gewesen sein, denn raus fuhr der Audi anschließend nicht mehr. Somit wartet er weiterhin auf seinen ersten Punkt in der Formel-1-Saison 2026.

Zuvor hatte er sich ein Duell mit den beiden Racing Bulls um die hinteren Positionen in den Top 10 geliefert. Vor allem Liam Lawson machte ihm das Leben schwer. "Er hat beim Anbremsen die Linie gewechselt", beschwerte sich der Audi-Pilot nach einem missglückten Versuch in Kurve 1 in Runde 25.

Lawson soll übrigens auch Hülkenbergs Aus verursacht haben: "Er ist am Ausgang von Kurve 12 mit einem Rad ins Kiesbett gekommen und hat jede Menge Kies aufgewirbelt. Und dieser Kies - beziehungsweise ein Stein davon - hat irgendwie den Notausschalter auf der linken Seite ausgelöst", schildert er. "Das hat das Auto von jetzt auf gleich komplett lahmgelegt."

"Davon habe ich in meiner Karriere ehrlich gesagt noch nie gehört oder gesehen", schüttelt er den Kopf und hadert: "Wenn man sieht, was am Ende noch passiert ist - dass zwei Top-Autos ausgeschieden sind... Der Renngott will wohl noch nicht, dass wir Punkte holen."

Motorsport-Total.com

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