MotoGP Assen 2026 | 28.06.2026
Premierensieg für Ai Ogura!
Ai Ogura gewinnt in Assen als erster Japaner seit mehr als 20 Jahren - Raul Fernandez und Jorge Martin auf dem Podium - Marco Bezzecchi gestürzt
Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia) hat bei der Dutch TT in Assen sein erstes MotoGP-Rennen gewonnen. Mit Raul Fernandez und Jorge Martin fuhren standen drei Aprilia-Fahrer auf dem Podium.
Marco Bezzecchi (Aprilia) schied durch einen Sturz aus und verlor seine WM-Führung. Einige Fahrer mussten mit Problemen in der Box aufgeben, darunter Pedro Acosta (KTM) und Francesco Bagnaia (Ducati).
Trotz der Hitzewelle in Europa versammelten sich rund 108.000 Fans am Sonntag in der "Kathedrale" des Motorradrennsports. Beim Start zum Rennen über 26 Runden übernahm Martin von der Poleposition in den ersten Kurven die Führung.
Im Laufe der ersten Runde stürzte Joan Mir (Honda) in Mandeveen Kurve 10. Am Ende der ersten Runde führte Martin vor Raul Fernandez, Ogura, Marc Marquez (Ducati), Bezzecchi und Bagnaia.
Zu Beginn der zweiten Runde lieferten sich die Trackhouse-Fahrer ein enges Duell. Plötzlich kämpfte Marc Marquez mit Raul Fernandez um den zweiten Platz. Martins Vorsprung wuchs dadurch auf über eine Sekunde an.
Am Ende der zweiten Runde flog Bezzecchi in der extrem schnellen Ramshoek (Kurve 15) ab. Er war bei Bewusstsein, wurde aber für Untersuchungen in ein Krankenhaus gebracht. Den dritten Grand Prix hintereinander kam er nicht ins Ziel.
Sein Teamkollege Martin führte das Rennen weiterhin vor Raul Fernandez, Marc Marquez und Ogura an. In dieser Spitzengruppe hatte sich nur Marc Marquez für den weichen Hinterreifen entschieden.
Acosta und Bagnaia müssen aufgeben
Raul Fernandez holte Martin nach fünf Runden ein. Dahinter übernahm Ogura Platz drei von Marc Marquez. Damit gab es nach fünf Runden eine Dreifachführung für Aprilia. Marc Marquez und Acosta lieferten sich anschließend ein Duell um Platz vier.
Aus diesem Duell wurde ein Dreikampf. Nach einem missglückten Überholversuch fiel Acosta hinter Bagnaia auf Platz sechs zurück. In der zehnten Runde konnte Bagnaia seinen Teamkollegen Marc Marquez überholen und war neuer Vierter.
In der 13. Runde wurde Acosta langsam und gab in der Box auf. Nicht ein technisches Problem war die Ursache, sondern Schmerzen im rechten Arm. Eine Runde danach wurde plötzlich Bagnaias Ducati langsam. Auch er gab in der Box auf.
Ogura auf dem Vormarsch
An der Spitze fand Raul Fernandez keinen Weg an Martin vorbei. Schrittweise schloss Ogura auf das spanische Duo auf. Nach 15 Runden hatte er den Anschluss geschafft, aber plötzlich verlor er wieder einige Meter.
Es stellte sich heraus, dass das Ride-Height-System in der unteren Position feststeckte, aber Ogura konnte es wieder lösen. In der 17. Runde gab es den ersten Führungswechsel.
Raul Fernandez bremste Martin in der Geert-Timmer-Schikane aus und anschließend wurde Martin in Haarbocht (Kurve 1) auch von Ogura überholt. Damit war das Trackhouse-interne Duell um den Sieg eröffnet.
In der 20. Runde machte Ogura sein Manöver, überholte Raul Fernandez und übernahm die Führung. Das war die Entscheidung. Erstmals seit Makoto Tamada in Motegi 2004 siegte wieder ein Japaner.
"Das ist einfach fantastisch", freut sich Ogura. "Ich möchte gar nicht so viel sagen, denn eigentlich gibt es nicht viel zu sagen. Ich habe einfach gewonnen. Ich bin unglaublich glücklich für mein Team und danke allen, die mich unterstützt haben."
Für Raul Fernandez war Platz zwei der zweite Podestplatz in einem Grand Prix in diesem Jahr. "Zunächst einmal Glückwunsch an Ai. Er hat mit dem Medium-Reifen einen besseren Job gemacht", gratuliert der Spanier.
"Außerdem habe ich hinter Jorge zu viel Zeit verloren. Heute hat Ai den Unterschied gemacht. Glückwunsch an ihn und an das Team. Nach so vielen Rennen, in denen wir um solche Ergebnisse gekämpft haben, haben wir es endlich geschafft.
Martin übernahm mit Platz drei die WM-Führung von seinem Teamkollegen Bezzecchi. "Der neue WM-Leader zu sein, klingt großartig. Das Wichtigste für mich ist, dass ich heute im Vergleich zum Sprint einen großen Schritt gemacht habe."
"Ich versuche ständig, mich mit der Aprilia zu verbessern und das Motorrad besser an meinen Fahrstil anzupassen. Heute muss ich Ai und Raul gratulieren. Sie waren wirklich schnell. Ich habe absolut alles gegeben, um bis zum Schluss bei ihnen zu bleiben, aber ich war am Limit."
Marquez im Duell mit "Diggia" neben der Strecke
Im Duell um Platz vier überholte zunächst Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) Marc Marquez in der Timmer-Schikane. Dabei geriet Marc Marquez neben die Strecke, fuhr durchs Kiesbett und sortierte sich wieder ein.
Bei dieser Aktion kürzten beide die Schikane ab. Marc Marquez verlor dadurch genug Zeit, Di Giannantonio nicht. Deshalb erhielt der Italiener eine Long-Lap-Strafe. Er fiel dadurch hinter beide Marquez-Brüder zurück.
In der Schlussphase überholte Di Giannantonio beide Spanier und kam als Vierter ins Ziel. Alex und Marc Marquez belegten mit dem weichen Hinterreifen die Plätze fünf und sechs.
Allerdings wurde Marc Marquez wegen eines Verstoßes gegen die Tracklimits in der letzten Runde um eine Position zurückversetzt. Somit wurde Enea Bastianini (Tech3-KTM) Sechster und Marc Marquez Siebter.
Die weiteren Positionen
Die Top 10 komplettierten Fabio Quartararo (Yamaha), Brad Binder (KTM) und Alex Rins (Yamaha). Luca Marini (Honda) wurde Elfter, gefolgt von Maverick Vinales (Tech3-KTM).
Aber Vinales wurde aus dem gleichen Grund wie Marc Marquez um eine Position zurückversetzt. Somit war Jack Miller (Pramac-Yamaha) Zwölfter und Vinales 13. Es folgten Diogo Moreira (LCR-Honda) und Augusto Fernandez (Yamaha).
Gegen Binder und Augusto Fernandez wurde eine Untersuchung wegen des Mindestdrucks im Vorderreifen eingeleitet. Nach Boxenstopps kam Cal Crutchlow (LCR-Honda) als Überrundeter auf dem 16. und letzten Platz ins Ziel .
In der zehnten Runde schied Franco Morbidelli (VR46-Ducati) durch einen Sturz in Ossebroeken (Kurve 4) aus. Toprak Razgatlioglu (Pramac-Yamaha) gab am Ende der 13. Runde in der Box auf.
Mit diesem Ergebnis führt nun Martin die WM-Wertung sieben Punkte vor Bezzecchi an. Di Giannantonio hat als Dritter 16 Punkte Rückstand. Ogura ist nun Vierter und liegt 25 Zähler zurück. Marc Marquez fehlen 40 Punkte auf Martin .
Der nächste Grand Prix findet in Deutschland statt. Vom 10. bis 12. Juli wird auf dem Sachsenring gefahren.

















