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Teil 11: Die Kommerzialisierung der Formel 1

Michi Gamauf

Spanien 1968: Das erste rollende Zigarettenpackerl auf der Strecke

Der Grand Prix von Spanien 1968 markierte in der Formel 1 eine neue Zeitrechnung:

Lotus Teamchef Colin Chapman schloß einen lukrativen Vertrag mit einer Zigarettenfirma ab. Die Lotus Renner starteten daher in Spanien nicht mit der üblichen Lackierung (British Racing Green mit gelbem Mittelstreifen), sondern im gold-rot-weißen Design der Zigarettenmarken "Gold Leaf Navy Cut". Selbstverständlich mit Bild und Logo.

Nicht nur Puristen rümpften die Nase über die rollenden Glimmstengel, die beiden deutschen Fernsehstationen ARD und ZDF stellten für den Rest der Saison die Übertragung von Formel 1 Rennen ein. Der damalige Kommentar der Verantwortlichen: "Wir werden keinesfalls diese skandalöse Schleichwerbung unterstützen!"

Doch Werbung auf F1 Fahrzeugen setzte sich durch: In den nächsten zehn Jahren warb Alan Jones auf seinem Surtees für Durex-Kondome, was angesichts der Überzahl männlicher Formel 1 Fans noch zu verstehen ist. Aber es gab auch kuriose Auswirkungen der neuen Werbewelle: Arturo Merzario, der dringend Geld für sein Team benötigte, machte auf seinen Boliden Reklame für ein Bestattungsinstitut.

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