MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Teil 19: Bodenflugzeuge

Saison 1978: Phänomenaler Lotus Unterdruck sorgt für atemberaubende Rundenzeiten

1978 entwarfen die beiden genialen Konstrukteure Martin Ogilvie und Geoff Aldridge den Lotus 79, der sich im Laufe der Saison als nahezu unschlagbar erwies.

Der Wagen hatte einen verbesserten Unterboden in der Form eines umgekehrten Flugzeugflügels: Während ein Flugzeug durch ein derartiges Profil Auftrieb erhält, sorgte es bei den Formel 1 Boliden für Unterdruck: Die Lotus Piloten Mario Andretti und Ronnie Peterson rasten durch die Kurven und gewannen wertvolle Zeit, da die Wagen förmlich an die Straße gesaugt wurden.

Die Konkurrenz sah sich gezwungen, ebenfalls derartige "Wing Cars" zu bauen. Der Entwicklungsvorsprung war jedoch kaum einzuholen: Brabham Designer Gordon Murray zermarterte sich den Kopf und experimentierte viel, kam aber an den Lotus Unterdruck nie heran.

Beim Grand Prix in Schweden 1978 griff Murray tief in die Trickkiste: Er kompensierte den konstruktiv bedingten Mangel an „Ground Effect„ mit einem Kniff: Ein Gebläse am Fahrzeugheck saugte die Luft unter dem sorgsam abgedichteten Fahrzeugboden ab und erzeugte den erwünschten Unterdruck.

Es gab nur ein Problem: Aerodynamische Hilfsmittel waren laut Reglement verboten. Doch um eine Argumentation war man nicht verlegen: Der Ventilator versorge den neu montierten Wasserkühler mit Frischluft: Dies sei der eigentliche Zweck hieß es. Brabham Pilot Niki Lauda gewann den Grand Prix überlegen.

Alle Proteste wegen aerodynamischer Hilfsmittel wurden abgelehnt, die abenteuerliche Konstruktion für weitere Rennen jedoch verboten.

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Zwischen Wachstum und Identität

MotoGP will keine F1-Kopie werden

Milliarden-Übernahme, Millionen Fans, aber kein Kurs Richtung Formel 1: MotoGP-Sportdirektor Carlos Ezpeleta erklärt, warum der Sport bewusst anders bleiben will

F1-Academy-Meisterin Doriane Pin hofft auf einen Formel-1-Test mit Mercedes - Laut eigener Aussage gibt es auch schon "die Idee" für eine private Testfahrt

Rallycross, Melk: Vorschau

Rallycross-Saisonstart in Melk

Mit den Rennen auf dem Wachauring startet eine mit Spannung erwartete Rallycross-Saison. 100 Rennautos haben ihre Nennung für das Rennen in Melk abgegeben – insgesamt werden Pilotinnen und Piloten aus sechs Nationen an der Startlinie stehen.

F1-Pause: Wer profitiert

Neue Formel-1-WM ab Miami?

Die Formel 1 macht zwischen den Rennen in Japan und Miami eine fünfwöchige Pause: Welche Teams am meisten profitieren - und welche Teams darunter leiden

Max Verstappen auf der Nordschleife

Zwischen Siegchance und Tragödie

Max Verstappen erlebt extremes Wochenende auf der Nürburgring-Nordschleife: Erst eine Tragödie, dann eine tolle Show und letztlich ein bitteres Ende