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Teil 20: Tyrell setzt auf sechs Räder

Michi Gamauf

Saison 1976: Sechsrädrige Boliden sorgen für Aufsehen - doch der Erfolg war wechselhaft

1976 fiel eine sensationelle Neukonstruktion völlig aus dem Rahmen: der sechsrädrige Tyrrell P34 Cosworth. Mit drei Achsen war zwar schon zuvor experimentiert worden, aber dass Konstrukteur Derek Gardner damit ernsthaft einen Grand Prix bestreiten wollte, daran glaubte niemand.

In Spanien war es aber soweit: Der neue Wagen funktionierte auf Anhieb, Patrick Depailler sicherte sich einen Platz in der zweiten Startreihe. Die zwei Vorderachsen mit den vier winzigen Rädern bedeuteten weit weniger Luftwiderstand.

Noch entscheidender war die beinahe doppelt so große Auflagefläche der Reifen, wodurch der Wagen vorne wie angeschraubt auf der Straße lag. Auch die Bremswege waren daher viel kürzer. In das Chassis wurden Sichtfenster installiert, damit die Fahrer den Verschleiß der kleinen Reifen im Auge hatten.

Vier Wochen später in Monte Carlo setzte sich nur noch Niki Lauda gegen die beiden Tyrrell Piloten durch. Nach weiteren 14 Tagen konnte selbst der Weltmeister nichts gegen die eigenartig anmutenden Fahrzeuge unternehmen: Jody Scheckter und Patrick Depailler verwiesen den Österreicher auf den dritten Platz und landeten einen Doppelsieg.

Das sollte aber der einzige Erfolg für den P34 bleiben: Der Wagen funktionierte nicht auf allen Strecken gleich gut und mit der Zeit war Reifenlieferant Goodyear mit den gewünschten Eigenschaften der kleinen Vorderräder überfordert. 1978 rüstete man daher wieder auf die herkömmliche Bauweise zurück.

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