MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

"Wir müssen erst die Videos befragen"

Der Williams-Technikchef teilt vorerst Montoyas Meinung nicht, dass Michael Schumacher allein die Schuld am Unfall von Brasilien trägt.

Eva Braunrath

Was nach dem Qualifying von Interlagos befürchtet worden war, ist im Rennen tatsächlich eingetreten. Michael Schumacher und Juan Pablo Montoya, die sich die erste Startreihe geteilt hatten, haben einander auf den ersten paar hundert Metern des Grand Prix von Brasilien nichts geschenkt, das Duell endete mit einer Kollision, die dem Williams-Piloten das Rennen kostete und Michael Schumacher trotzdem nicht vom Sieg abhalten konnte.

Nachdem Montoya sich das gesamte Rennen über durch´s Feld gekämpft hatte und schließlich nur als Fünfter im Ziel angekommen war, tat der Kolumbianer seinem grenzenlosen Unmut über den Vorfall nach dem Start kund. Seiner Meinung nach läge die Schuld eindeutig bei Michael Schumacher, der beim Anbremsen von Kurve 4 die Linie des Williams-Piloten gekreuzt hätte.

Etwas anders interpretiert Patrick Head die Vorkommnisse von Brasilien. Der Williams-Technikdirektor schließt nicht aus, dass nicht auch seinen Schützling Schuld an der Karambolage trifft. "Ich kann es nicht genau sagen", so Head. "Wir müssen uns erst das Video ansehen, bevor wir ein genaues Urteil fällen können. Juan war jedenfalls hinter Michael und er war es auch, der nach rechts rübergezogen ist. Vielleicht finden wir ja eine brauchbare Einstellung von der Boardkamera aus, die uns mehr Aufschluss über den Vorfall geben kann."

Wer auch immer der Auslöser der Karambolage gewesen sein mag, Fakt ist, dass das Rennen für Montoya gelaufen war. Während Michael Schumacher das Feld in der ersten Phase des Rennens anführte, musste der Kolumbianer in die Box um sich eine neue Nase abzuholen. Der dadurch entstandene Rückstand war freilich nicht mehr wettzumachen. Eine Konsequenz, die Patrick Head zu ernsthafter Kritik an seinem Piloten veranlasst: "Wenn man anstrebt, die Weltmeisterschaft zu gewinnen, kracht man ganz einfach nicht in andere Autos!"

In der WM führt momentan Michael Schumacher acht Punkte vor seinem Bruder Ralf. Erst an dritter Stelle folgt Montoya mit einem Rückstand von zehn Punkten auf den Leader.

(c) Formel1.at/haymarket

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Nikolas Tombazis ist überzeugt, dass die neuen Formel-1-Systeme ab 2026 so gestaltet sind, dass sie sowohl an die Autos als auch an die Strecken angepasst werden können

Ferrari zeigt aktive Aerodynamik

Aktive Aero - Fans kritisch: "Billiges Gimmick"

In einem Video können sich Formel-1-Fans die aktive Aerodynamik am Ferrari SF-26 in Aktion anschauen - Nicht alle sind von der neuen Technik begeistert

Auch Haas hat sein neues Formel-1-Auto bereits vor dem Barcelona-Test erstmals auf die Strecke geschickt - Oliver Bearman spulte in Fiorano die ersten Kilometer ab

In Erinnerung an Dietrich Mateschitz

DM01 ist erster Red-Bull-Motor mit Ford

"Sein Traum": Red Bull benennt die erste eigene F1-Antriebseinheit in Kooperation mit Ford zu Ehren von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz