MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

„Charlie Whiting hat dies schon in Ungarn angekündigt“

FIA-Präsident Max Mosley erklärte, Ferrari habe nicht interveniert, sein Besuch bei der Scuderia habe nichts mit der neuen Reifenvermessung zu tun...

Michael Noir Trawniczek

Die Affäre um die angeblich illegalen Reifen von Michelin bzw. das neue Messverfahren der FIA (nach dem Rennen statt vor dem Rennen) kurz vor Saisonschluss wird immer unschöner und wirft wieder einmal ein schlechtes Licht auf die Formel 1. Es kursieren Gerüchte, wonach die Bridgestone-bereifte und derzeit hinterherfahrende Scuderia Ferrari für die neue Messerkenntnis der FIA verantwortlich sein könnte respektive interveniert haben könnte. Michelin-Boss Dupasquier hat in einem Interview gefragt: „Wer hat am Meisten von solch einer Aktion?“ Williams-Technikdirektor Sam Michael sagte unverblümt: „Wer wissen will woher der Wind kommt, braucht nur eins und eins zusammenzuzählen.“

Dazu kam ein „blöder Zufall“, wie man das gerne nennt: Ausgerechnet einen Tag vor der sprengstoffartigen FIA-Aussendung bezüglich des neuen Messverfahrens waren FIA-Präsident Max Mosley und der Technische Delegierte der FIA, Charlie Whiting, zu Gast bei Ferrari in Maranello.

Jetzt musste Mosley dazu Stellung nehmen – dem Guardian gegenüber erklärte der FIA-Präsident: „Unser Besuch bei Ferrari hatte keinen Einfluss auf die neue Reifenvermessung. Die Angelegenheit wurde zwar erwähnt, aber nicht im Detail diskutiert. Charlie Whiting hat bereits in Ungarn klargemacht, dass wir in Zukunft auf die reale Auflagefläche bei den Reifen achten werden.“

Mosley fügt hinzu: „Wir haben Grund zur Annahme, dass die von Michelin in Ungarn eingesetzten Reifen nicht identisch sind mit jenen, welche man zu Saisonbeginn eingesetzt hat.“ Zur Erklärung von Michelin-Direktor Pierre Dupasquier, die Geometrie der Michelin-Pneus sei seit 2001 und somit auch seit Saisonbeginn unverändert, sagte Mosley: „Es könnte auch Änderungen gegeben haben, welche die Art und Weise betrifft, in welcher diese Reifen verwendet wurden.“

Mit solchen - zumindest schlecht getimten - Aktionen werden wieder einmal jenen Gerüchten die Türen geöffnet, welche besagen, Ferrari würde immer in Krisenzeiten bei der FIA intervenieren. Ungeachtet dessen, ob diese Spekulationen einen Funken Wahrheit in sich tragen oder vollkommen aus der Luft gegriffen sind – die Aktion der FIA ist wie so viele in diesem Jahr einmal mehr unglücklich und dem Sport nicht zuträglich. Und das ausgerechnet in jener Phase der WM, in der man einen fairen und spannenden Kampf um die WM-Krone erwartet...

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Keine umklappenden Flügel

FIA streicht für Monaco aktive Aerodynamik

Die FIA hat beim Formel-1-Rennen in Monaco keine Zonen für den Straightline-Modus vorgesehen, weshalb es in Monte Carlo keine umklappenden Flügel geben wird

"Will das Ding gewinnen!"

Klare Nürburgring-Ansage von Verstappen

Max Verstappen rockt die Nordschleife: Trotz Defekt-Pech schwärmt der Ex-Weltmeister von seinem 24h-Ausflug und will mehr - Kollegen begeistert

GP von Monaco: Qualifying

Antonelli holt Monaco-Pole!

So lief das Qualifying in Monte Carlo: Max Verstappen griff nach Platz 1, Lewis Hamilton mischte voll mit - aber am Ende setzte sich wieder Kimi Antonelli durch

24h Nürburgring, Spa, Zandvoort

Das irre Wochen-Triple für viele DTM-Stars

Zwei Drittel der DTM-Piloten mussten zuletzt eine Horrorwoche im Cockpit absolvieren - Auf dem Plan standen die 24h Nürburgring, Spa und Zandvoort

GP von Monaco: 2. Fr. Training

Ferrari wieder doppelt vorn

Ferrari belegte wie im ersten Training die ersten beiden Plätze, während Mercedes nicht über die Positionen vier und fünf hinauskam - Frühes Aus für Lando Norris

Grand Prix von Kanada: 29 Runden lang ein Herzschlag-Thriller, dann entscheidet die Mercedes-Technik - McLaren verzockt sich am Start mit falscher Reifenwahl