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Problem Teamwechsel: Gemeinsame Gegenwart, aber keine Zukunft...

Ross Brawn kennt die Situation aus seiner Benetton-Zeit. Für den künftigen McLaren-Piloten Montoya würde es ein schwieriges letztes Jahr bei Williams werden.

Juan Pablo Montoya fährt im kommenden Jahr seine letzte Saison für BMW-Williams, danach wechselt er bekanntlich zu McLaren-Mercedes. Die frühe Bekanntgabe seines Wechsels löste bei einigen Freunden der Formel 1 Unverständnis aus, man befürchtet, Montoya könnte in seinem letzten Jahr bei den Weiß-Blauen benachteiligt bzw. von der Entwicklung ausgeschlossen werden.

Ross Brawn, Technischer Direktor bei Ferrari, sieht das ähnlich. Gegenüber dem BBC Radio Five Live erklärte der Brite: „Das mit Montoya ist ein bisschen unglücklich. Es wird ein schwieriges Jahr für Montoya und die Leute um ihn herum werden.“

Sollte Williams davon ziehen und Juan Pablo Montoya sich gegenüber Ralf Schumacher durchsetzen und auf Titelkurs fahren, würde es klarerweise weniger Probleme für Montoya geben: „Viel wird davon abhängen, wie konkurrenzfähig Williams sein wird und wie der Wettstreit zwischen den beiden Fahrern aussehen wird. Sollte Williams extrem stark sein und in der Weltmeisterschaft davon ziehen, könnte Juan Pablo gut davonkommen.“

Aber: „Sollte es für Williams eine harte Weltmeisterschaft werden und sollte auch noch zu einem harten Kampf zwischen den beiden Fahrern kommen, kann man sich nur schwer vorstellen, dass es nicht zu Problemen kommen wird.“

Ein Formel 1-Pilot, der in die technische Entwicklung eingebunden ist, trägt natürlich viele Geheimnisse – und wenn er das Team verlässt, nimmt er diese unweigerlich mit. Auch wenn BMW-Williams die volle Unterstützung erklärt hat - Montoya könnte ab einem gewissen Punkt in der kommenden Saison von der Entwicklung ausgeschlossen werden. Es gibt nur einen Weg, dies zu verhindern: Ab Mitte der Saison müsste er in der WM-Tabelle vor seinem Stallkollegen Ralf Schumacher liegen und seine Titelchancen gewahrt haben.

Ross Brawn kennt die Situation aus eigener Erfahrung. 1995 war er bei Benetton der Technische Direktor, sein Pilot hieß Michael Schumacher. Der Deutsche bescherte dem Team im Jahr zuvor den Titel und steuerte diesen auch im Jahr 1995 an – aber man wusste: Michael Schumacher wechselt 1996 zu Ferrari. Brawn schildert die Situation: „Das war damals bei Benetton auch nicht gerade leicht, als Michael Schumacher bekannt gab, er werde zu Ferrari wechseln. Du fragst dich dann, wo seine Gedanken sind. Denkt er an seine Zukunft oder denkt er an die gemeinsame Gegenwart? Und du kannst keine neuen Dinge aufbauen, einfach weil man mit ihm keine gemeinsame Zukunft mehr hat.“

Montoya wird also im kommenden Jahr von Beginn an alles auf die Titel-Karte setzen müssen. Ralf Schumacher hat ja bereits versprochen, der nächstjährige Williams FW26 werde, im Gegensatz zum anfangs kränkelnden FW25, von Beginn an konkurrenzfähig sein. Apropos Ralf Schumacher – auch er hat noch keine Vertragsverlängerung unterschrieben. Sollte der Deutsche aus irgendeinem Grund seinen Vertrag nicht im Laufe der Saison verlängern, beispielsweise weil Frank Williams gleich zwei neue Piloten verpflichtet, müssten dann beide Fahrer von der Entwicklung ausgeschlossen werden....

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