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Das erste rollende Zigarettenpackerl

Beim GP von Spanien 1968 starteten die Lotus-Boliden erstmals als rasende Zigarettenpackung. Der Beginn der Tabakwerbung in der Königsklasse.

Michi Gamauf/Michael Noir Trawniczek

1968 erregte die erste Zigarettenwerbung auf einem Formel 1-Boliden noch Empörung. 2004 stellt das zunehmende Tabakwerbeverbot ein großes Problem für die Formel 1-Teams dar.

Der Grand Prix von Spanien 1968 markierte in der Formel 1 eine neue Zeitrechnung:

Lotus Teamchef Colin Chapman schloß einen lukrativen Vertrag mit einer Zigarettenfirma ab.

Die Lotus Renner starteten daher in Spanien nicht mit der üblichen Lackierung (British Racing Green mit gelbem Mittelstreifen), sondern im gold-rot-weißen Design der Zigarettenmarken "Gold Leaf Navy Cut". Selbstverständlich mit Bild und Logo.

Nicht nur Puristen rümpften die Nase über die rollenden Glimmstengel, die beiden deutschen Fernsehstationen ARD und ZDF stellten für den Rest der Saison die Übertragung von Formel 1 Rennen ein. Der damalige Kommentar der Verantwortlichen: "Wir werden keinesfalls diese skandalöse Schleichwerbung unterstützen!"

Doch Werbung auf F1 Fahrzeugen setzte sich durch: In den nächsten zehn Jahren warb Alan Jones auf seinem Surtees für Durex-Kondome, was angesichts der Überzahl männlicher Formel 1 Fans noch zu verstehen ist. Aber es gab auch kuriose Auswirkungen der neuen Werbewelle: Arturo Merzario, der dringend Geld für sein Team benötigte, machte auf seinen Boliden Reklame für ein Bestattungsinstitut.

Weitere Kuriositäten aus der Königsklasse finden Sie in der Navigation links unter „Kurioses“.

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