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Der Albtraum: Ein unfreiwilliger Abgang

Mangels Vertrags die Formel 1 durch die Hintertür wieder verlassen - das "worst case scenario" eines GP-Piloten. Derzeit bangen einige der Fahrer um die Karriere.

Michael Noir Trawniczek

Sie sind die Stars in der Formel 1-Welt - und meistens auch über die elektronischen Drehkreuze hinaus. Sie werden zu 95 Prozent freundlich umgarnt. Sie werden von ihren Fans gefeiert, bewundert und mitunter angehimmelt. Dennoch gelangen manche von ihnen an einen Punkt, an dem, mehr oder weniger plötzlich, die eigene Karriere auf dem Spiel steht. Dann geht es dem Formel 1-Piloten im Grunde nicht anders als dem "einfachen Angestellten", der um den geliebten Job bangen muss.

Zwar muss der F1-Pilot meist keine Existenzängste durchmachen - dafür kommt der öffentliche Druck hinzu. Die Karriere eines F1-Fahrers steht quasi rund um die Uhr in der Auslage - jeder kann zusehen, alle wissen Bescheid. Und dann droht die Schmach, die F1 durch Engagementverlust quasi durch die Hintertür wieder zu verlassen. Kein Rücktritt als x-facher Champion - sondern einfach kein Cockpit mehr gefunden. Das ist quasi der branchentypische Albtraum, das ganz normale "worst case scenario" im Karriereverlauf eines Grand Prix-Piloten.

Aktuell werden gleich mehrere Fahrer von einem solchen unrühmlichen und unfreiwilligen Abgang bedroht. Verständlich, dass diese Piloten auf eine Vertragsverlängerung drängen und jede Gelegenheit nützen, um ihre Qualitäten anzupreisen. Nachvollziehbar, dass auch lancierte Gerüchte über ein angebliches Interesse seitens Ferrari willkommen sind.

Klien vs Coulthard: Jugend gegen Routine

David Coulthard hatte nichts gegen solche Meldungen einzuwenden - die Scuderia musste schon selbst erklären, dass man "keinen Kontakt mit Coulthard" pflege. Sein dritter Platz in Monaco kam gerade Recht, DC drängt Red Bull Racing zu einer Vertragsverlängerung. "Wenn das Team Kontinuität haben will, muss es jetzt handeln", erklärte der Schotte gegenüber Autosport. Außer der ersehnten RBR-Vertragsverlängerung gibt es für den 35jährigen wenige Optionen.

Doch auch der Parade-Red Bull-Junior Christian Klien möchte im Stall bleiben - in seinem dritten Formel 1-Jahr steht nun auch seine Karriere auf des Messers Schneide. Der 23jährige muss den teaminternen Kampf gegen den F1-Routinier gewinnen - offensichtlich möchte das Team nur dann die Zusammenarbeit fortsetzen.

Während Klien mit seinen 23 Jahren im schlimmsten Falle auch anderweitige Optionen vorfinden könnte, trägt Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve wie Coulthard bereits den Stempel des "Auslaufmodells" auf der Stirn. Der Kanadier wird nicht von den Teams umgarnt - wenn ihn BMW Sauber nicht weiter beschäftigt, droht das Aus.

Montoya & Fisichella: Im Schatten

Nicht wirklich heftig umworben dürfte auch Juan Pablo Montoya werden - dass ihn McLaren weiter verpflichten wird, ist angesichts der vielen Möglichkeiten von Teamchef Ron Dennis alles andere als sicher. Neben Alonso könnte Räikkönen bleiben oder Hamilton kommen.

Giancarlo Fisichella rudert ebenfalls um "sein Leiberl". Sein Stern verlor im Schatten des Fernando Alonso unweigerlich an Strahlkraft. "Ich hatte immer wieder kleinere Probleme", konstatierte Fisichella gegenüber der Gazzetta dello Sport. Der Platz von Alonso, der ab 2007 bei McLaren eine neue Herausforderung sucht, würde "von einem Finnen" beschlagnahmt werden, sagte "Fisico" kryptisch. Das könnte Tester Heikki Kovalainen aber auch der McLaren-müde Kimi Räikkönen sein - im schlimmsten Falle wären es beide. Doch noch hofft Fisichella auf eine Vertragsverlängerung.

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