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"Ich habe in meinem Leben noch nie etwas kopiert!"

Ex-Toyota Chedesigner Gustav Brunner ist ob der Spionagevorwürfe schwer verärgert. Angeblich soll die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermitteln.

Was zunächst nur zwei von Ferrari zu Toyota gekommene Ingenieure betraf, weitet sich nun aus: Nun sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in der "Spionageaffäre" bei Toyota unter anderem auch auf den Ex-Toyota-Chefdesigner Gustav Brunner ausgedehnt worden. Dabei geht es um Wissen, Dokumente, Informationen und Software, die von zwei ehemaligen Ferrari-Mitarbeitern nach Köln gebracht wurden.

Brunner zeigte sich "erstaunt" über die jüngsten Vorgänge. In das Blickfeld der Staatsanwaltschaft rückte jedoch nicht nur der Steirer, sondern auch Ex-Teamchef Ove Andersson und der ehemalige Chefaerodynamiker René Hilhorst. Brunner aber zeigte sich besonders überrascht, denn er habe erst aus der Presse erfahren, dass auch gegen ihn ermittelt wird.

"Ich soll angeklagt werden? Ich kann das nicht glauben", erklärte er gegenüber 'SportAutoMoto'. "Niemand hat mir darüber etwas gesagt. Mein Name kam mit dieser Geschichte nie in Verbindung, denn ich habe damit ja auch nichts zu tun. Mein Name ist nie zuvor gefallen, auch hat mich kein Anwalt, Richter oder Staatsanwalt jemals kontaktiert. Es gab nie Ermittlungen in meiner Person, auch mein Computer und meine Dokumente wurden nicht eingesehen."

"Ich kann das nicht verstehen!"

Insofern stehe der 55-Jährige vor einem Rätsel. "Ich verstehe nicht, wie es nun dazu gekommen ist, aber es verärgert mich sehr", erklärte er. Von der Ferrari-Software, die 2002 und 2003 bei Toyota eingesetzt wurde, habe er keine Kenntnisse gehabt. "Es überrascht mich einfach", zitiert ihn die 'Gazzetta dello Sport'. "Der F2002 hat alles gewonnen, wir haben im Jahr darauf aber nicht viel erreicht. Aber ganz abgesehen davon, bei Toyota haben keine Daten oder Software von Ferrari die Runde gemacht."

"Vielleicht hat jemand wenig wichtigere Daten seiner ehemaligen Arbeit selbst mit nach Hause genommen gebracht, aber nicht zu Toyota Motorsport", fuhr er fort. "Mein Projekt wurde komplett in Köln entwickelt, ohne irgendwelche Unterstützung. Und auch mit Daten eines anderen Autos ist es schwierig, eine Kopie herzustellen, denn ein Formel-1-Auto ist komplex."

Nach seinem Kenntnisstand entbehren die Vorwürfe jeglicher Grundlage, was ihn zuversichtlich stimmt, dass die Ermittlungen gegen seine Person bald wieder eingestellt werden. "Ich bin da ganz ruhig", so Brunner. "Ich habe in meinem Leben nie etwas kopiert, und diese Angelegenheit wird auch geklärt werden."

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