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Wie funktioniert der Schwingungstilger?

Heute Dienstag fällt beim FIA-Hearing die Entscheidung in punkto Masse-Dämpfer - Toyota-Chassisingenieur Pascal Vasselon erklärt ihre Funktionsweise.

Am heutigen 22. August will das Berufungsgericht des Automobilweltverbandes FIA entscheiden, ob die vor dem Deutschland-Grand-Prix urplötzlich verbotenen Schwingungstilger legal sind oder nicht. Die Angelegenheit ist eine komplexe Geschichte. Kurz zusammengefasst lindert das System Nickbewegungen des Autos und optimiert dadurch die aerodynamische Wirkung des Autos. Solche Systeme sind seit vergangenem Jahr im Einsatz, wurden nun aber aus einem anderen Blickwinkel betrachtet und als bewegliche aerodynamische Hilfsmittel eingestuft, die verboten sind.

"Schwingungstilger sind eine jener kritischen Dinge, die die Ingenieure klassifizieren müssen", so Pascal Vasselon, als ehemaliger Michelin-Sportdirektor und heutiger Chassis-Verantwortlicher bei Toyota mit dem Thema bestens vertraut. "Wir sind dazu gezwungen, steife Aufhängungen zu verwenden, um eine stabile Aerodynamik-Plattform aufrecht zu erhalten. Und auf der Reifenseite verwenden wir geringen Reifendruck, um Haftung zu erzielen."

"Dies bedeutet, dass wir eine steife Aufhängung und sehr weiche Reifen kombinieren, was eine Menge Probleme verursacht", erläutert der Franzose. "Diese Kombination führt dazu, dass die Aufhängungen bei manchen Frequenzen blockiert sind und das Auto effektiv auf den Reifen springt, die nicht gedämpft sind."

"Die Schwingungstilger sind eine der Möglichkeiten, um diese Frequenz zu kontrollieren. Wir haben diese nicht berücksichtigt, denn wir betrachten sie als beweglicher Ballast, der nicht erlaubt ist", verrät der 43-Jährige. "Unsere Entwicklung konzentriert sich auf die Aufhängung und diesbezüglich haben wir eine andere Route eingeschlagen, die mehr im Sinne des Reglements ist."

"Die Schwingungstilger sind keine Innovation, sie sind im Ingenieurswesen wohl bekannt", verweist Vasselon auf den 2CV von Citroen, bei dem die Technik zum Einsatz kam. "Die Frage ist, verwenden wir diese Technologie in der Formel 1 oder nicht?"

"Ich würde sagen, dass die Angelegenheit grenzwertig ist. Aber wenn wir uns die Frage stellen, ob es für die Zukunft verboten werden soll, dann müssen wir berücksichtigen, dass es akzeptiert wurde, warum soll man es also dann mitten in der Saison verbieten?" Vasselon wartet nun ebenso gespannt auf das Urteil des Berufungsgerichts wie Renault, die den R26 um diese Technologie herum konzipiert haben und um "ihren Schwingungstilger" kämpfen werden.

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