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Massa im Ferrari an der Spitze

Ferrari-Pilot Felipe Massa fährt zur Bestzeit am ersten Testtag in Jerez, alle Formel-1-Teams grüßen Robert Kubica im Krankenhaus.

Mit dem Auto in Spanien, mit den Gedanken in Italien – so stellte sich der Auftakt der zweiten Formel-1-Testwoche dar. Am Donnerstag in Jerez prangte auf allen Formel-1-Boliden ein Genesungsgruß an Robert Kubica. Der Pole, der die Intensivstation nach seinem schweren Rallyeunfall vorübergehend verlassen konnte, wurde von der Szene beim zweiten Kräftemessen des Jahres vermisst. Ausgerechnet der Pole war es, der zum Abschluss der vorherigen Testwoche die Bestzeit markiert hatte.

Bei anfangs noch leicht feuchter Bahn sorgte kräftiger Sonnenschein in Jerez dafür, dass die Bedingungen schnell optimal wurden. Die Temperaturen der Luft im angenehmen T-Shirt-Bereich, die Strecke lieferte angesichts von rund 28 Grad im Asphalt relevante Daten über das Verhalten der neuen Pirelli-Reifen. Die meisten Teams nutzten den Donnerstag, um mehr über die Gummimischungen der Italiener zu erfahren.

So ganz nebenbei war Felipe Massa der schnellste Mann des Tages. Im neuerdings "F150th Italia" benannten Ferrari markierte der Brasilianer seine beste Runde in 1:20,709 Minuten bereits am Morgen. Bei der Scuderia standen viele mittellange Runs auf dem Programm. Massa unterstrich am ersten Tag in Jerez einen soliden Speed des Ferrari über die Distanz. Die Reifen scheinen recht haltbar zu sein. Mit 101 Umläufen war Massa außerdem fleißigster Pilot des Tages.

Hinter dem Werkswagen aus Maranello wurde Sergio Perez (1:21,483 - 94 Runden) von einem Ferrari-Triebwerk auf Platz zwei geschoben. Der Mexikaner hatte allerdings nicht nur Freude am neuen Sauber. Am Vormittag rollte er kurzfristig aus und musste per LKW zurück an die Box gebracht werden. Da Perez schnell wieder auf die Bahn konnte, wird man bei Sauber möglicherweise den Tank leer gefahren haben.

RB Racing tauchte in Jerez mit einem veränderten Heck auf. Die lange Finne über dem Motor war am RB7 plötzlich verschwunden, stattdessen klafft nun am Ende der Abdeckung ein vergleichsweise riesiges Loch, durch das Luft in Richtung des veränderten Heckflügels strömen kann. Der Australier (1:21,522 - 94) legte als Tagesdritter einen guten Speed an den Tag, vor allem auf längeren Runs präsentierte sich RB Racing stark.

Ein weiteres Glanzlicht konnte Daniel Ricciardo setzen. Der junge Australier durfte am Vormittag im Toro Rosso fahren und war in 1:21,755 nur unwesentlich langsamer als sein Landsmann im Weltmeisterauto. Jaime Alguersuari (6. - 1:22,689) büßte fast eine Sekunde auf den Freitagstester seiner Mannschaft ein. Allerdings hatten die beiden wohl unterschiedliche Programme abzuspulen, ein Vergleich war so unmöglich.

Bei Renault ging es in Abwesenheit von Robert Kubica nicht recht voran. Vitaly Petrovs Programm begann am Morgen mit Aerodynamiktests, Setup- und Reifenarbeit, wurde aber wegen eines Öllecks unterbrochen. Erst nach rund zweistündiger Reparatur ging es für den Russen weiter. Später leistete sich Petrov (8. - 1:23,504) noch einen Dreher in Kurve eins. Der R31 musste aus dem Kiesbett geborgen werden.

Aus Mercedes wird man unterdessen überhaupt nicht schlau. Die Teamführung gibt sich gelassen, spricht immer wieder von erheblichen Fortschritten im Vergleich zum Vorjahr, aber auf dem Zeitenmonitor wird dies nicht deutlich. Nico Rosberg (9. - 1:23,963) rollte zwischenzeitlich aus, zeigte vor allem auf längeren Runs ein nicht allzu hohes Tempo. Jarno Trulli war im neuen Lotus in 1:24,458 rund eine halbe Sekunde hinter dem Deutschen.

Gleich drei Autos sah man am Donnerstag erstmals auf der Bahn. Der neue McLaren MP4-26 wurde von Lewis Hamilton eingefahren, Adrian Sutil wagte spät am Tag die ersten Runden im neuen Force India VJM04, und Timo Glock kam nach anfänglichen Zuverlässigkeitsproblemen mit dem Marussia-Virgin MVR-02 in Fahrt. Neugierige Blicke zog vor allem der britische Silberpfeil auf sich.

McLaren sorgte am Vormittag mit einer aufwändigen Messeinrichtung am Heck für Aufsehen. Das Gerät erstreckte sich über die gesamte Fahrzeugbreite und sollte offenbar die Luftströme hinter dem Diffusor aufzeichnen. Interessant: McLaren hat am MP4-26 den Auspuff nun wohl doch nach vorne gelegt, zumindest waren am Heck keine Endrohre zu entdecken.

Hamilton konnte zum Auftakt mit dem neuen Auto solide Runden fahren und war in 1:21,914 am Ende des Tages auf Platz fünf der Zeitenliste. Für die weiteren Neulinge lief es nicht ganz so gut. Sutil (1:23,472) reihte sich auf Platz sieben ein. "Er macht längere Runs. Die Zeiten sind nicht wichtig, es geht nur darum, Kilometer abzuspulen", hieß es vom indischen Team.

Timo Glock (1:25,086) war nach 42 Runden letztlich auf Rang elf. Hinter dem Deutschen reihte sich nur noch Formel-1-Neuling Pastor Maldonado ein. Der Williams-Pilot (1:34,968) stand lange Zeit wegen technischer Probleme an der Box, rückte nur noch ganz am Ende der Session für insgesamt 14 Runden aus. Die Testfahrten in Jerez werden an den kommenden drei Tagen fortgesetzt.

Rundenzeiten:

 1.  Felipe Massa       Ferrari       1:20,709
2. Sergio Perez Sauber 1:21,483
3. Mark Webber RB Racing 1:21,522
4. Daniel Ricciardo Toro Rosso 1:21,755
5. Lewis Hamilton McLaren 1:21,914
6. Jaime Alguersuari Toro Rosso 1:22,689
7. Adrian Sutil Force India 1:23,472
8. Vitaly Petrov Renault 1:23,504
9. Nico Rosberg Mercedes 1:23,963
10. Jarno Trulli Lotus 1:24,458
11. Timo Glock Virgin 1:25,086
12. Pastor Maldonado Williams 1:34,968

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