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Formel 1: News

Komplettumbau als einzige Lösung

Warum das Verbot der FRIC-Aufhängung einige Teams in die Bredoullie bringt und wer letzten Endes davon profitieren könnte.

Nach dem Großen Preis von Großbritannien haben die Formel-1-Teams eine Technische Direktive von der FIA erhalten, die auf ein Verbot der hydraulisch verbundenen Aufhängung, besser bekannt als FRIC (Front-and-Rear-Interconnected; Anm. d. Red.), abzielt. Obwohl dies nicht komplett unerwartet kommt, da die FIA schon länger den Plan hatte, das System zur Kostenreduzierung zu verbieten, ist die Dringlichkeit der Direktive schon eine Überraschung.

Die Formel-1-Teams müssen sich einstimmig dafür aussprechen, das System bis zum Ende des Jahres zu nutzen, oder es wird bereits für das nächste Rennen in Deutschland in nicht einmal zwei Wochen verboten sein. Dem Formel-1-Tross steht damit eine große technische Hürde im Weg, die möglichweise innerhalb sehr kurzer Zeit gelöst werden muss.

FRIC ist schon seit längerem in der Formel 1 bekannt: Die frühesten Formen reichen sogar vor die Ära der aktiven Aufhängungen zurück, die jüngste Generation ist seit 2008 an den Autos zu finden. Mittlerweile besitzt jedes Team ein solches System in irgendeiner Ausführung, auch wenn einige Teams sich noch ihrem ersten oder zweiten Jahr zwecks Erfahrung befinden. Die Teams, die sich dem System schon frühzeitig angenommen haben - wie Lotus, Mercedes, Ferrari und Marussia - haben das Design ihres Autos vollständig an die anderen Mechanismen von FRIC angepasst.

Die Schwierigkeit des Umbaus

In den meisten Fällen haben Teams das dritte Hebeelement an jeder Seite des Autos durch ein hydraulisches Element ersetzt. Die Kammern in dem zusammenschiebbaren Teil pressen Hydraulikflüssigkeit, die durch das Auto geht, durch Ventile und Speicher zu einem passenden Teil am anderen Ende des Autos. Das System zu entfernen und es durch einen nicht verbundenen Aufbau zu ersetzen, ist nicht so einfach wie es klingt. Bodenfreiheit sowie die mechanische und die Aero-Einstellung des Autos werden sich ändern müssen.

Die Teams mit einer Aufhängung, die vollständig um das FRIC-Design optimiert wurde, besitzen nicht unbedingt die Befestigungspunkte für eine volle Ergänzung der Seiten-, Hebe- und Rollelemente, die ein unverbundenes System benötigt. Möglicherweise gibt es auch nicht genügend Platz oder ausreichend harte Stellen im Auto, um diese kurzfristig zu basteln.

Daraus folgt, dass die extrem niedrige Bodenfreiheit an der Front des Autos, die FRIC den Teams ermöglicht, ausgeglichen werden muss. Eine erhöhte Bodenfreiheit an der Front ist nötig, um die Splitter und Planken vom Boden fernzuhalten und exzessiven Verschleiß einzudämmen.

Mit der größeren Bodenfreiheit werden auch Frontflügel und Fahrwerk geändert werden müssen. Für verschiedene Höhenbereiche werden auch unterschiedliche Spezifikationen an Frontflügeln und Unterböden designt, und da das Auto höher liegen muss, wird auch das Bodywork optimiert werden müssen. Ansonsten wird das Auto Abtrieb verlieren und Balanceänderungen bei verschiedenen Geschwindigkeiten erfahren.

Wer profitiert?

Man könnte argumentieren, dass ein voreiliges FRIC-Verbot unsicher wäre, aber es wäre vermutlich fairer zu sagen, dass die Veränderungen das Handling des Autos sowie die Fähigkeit der Teams, dieses vorauszusehen, verschlechtert. Der Effekt sollte allerdings nicht so dramatisch wie 1994 sein, als die aktiven Aufhängungen verboten wurden.

Bei jeder Regeländerung gibt es Gewinner und Verlierer, und die obengenannten Teams, die mehr Zeit und Autodesign in FRIC investiert haben, werden den größten Schaden davontragen. Diejenigen auf der frühen Lernkurve werden den Schritt zurück eher machen können und wahrscheinlich das Auto sowieso ohne FRIC fahrbereit haben.

Da das Verbot unter dem Anliegen der Kostenreduzierung bereits debattiert wurde, haben einige Teams bereits ein Testprogramm begonnen, um die Performance des Autos ohne FRIC zu untersuchen. Das könnte ihnen helfen, sollte eine einstimmige Entscheidung nicht erreicht und das Verbot mit sofortiger Wirkung eingeführt werden.

Aber wie immer in der Formel 1 werden es die Teams mit den größten Ressourcen und dem größten Budget am schnellsten schaffen, sich auf die Änderungen einzustellen - unabhängig vom Status von FRIC. Es ist unwahrscheinlich, dass die Dominanz von Mercedes in diesem Jahr gebrochen wird, oder dass es einen großen Effekt auf die Rangordnung dahinter hat.

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