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Formel 1: News

„Wie kann das der Formel 1 helfen?“

Social-Media-Skeptiker Bernie Ecclestone erklärt, wie Twitter, Facebook und Co. bereits gemanagt werden und zeigt seine Ahnungslosigkeit.

Als Formel-1-Promoter hat sich Bernie Ecclestone bekanntlich von je her der TV-Vermarktung verschrieben. Social-Media-Alternativen sind dem 84-Jährigen fremd und beinahe zuwider. Ganz ausklammern vermag er die neuen Medien jedoch in seiner Planung nicht und die Königsklasse ist sogar bereits auf dem Weg, seine Twitter-, YouTube- und Facebook-Aktivitäten auszubauen - auch wenn der Boss nach wie vor noch nicht überzeugt ist. Ziel sei es noch immer, die Menschen vor den Fernseher und an die Strecken zu locken.

Laut Ecclestone sind aktuell acht Mitarbeiter mit dem Thema soziale Medien für die Formel 1 beschäftigt. "Man sagte mir, dass wir acht Leute für den Social-Media-Bereich bräuchten", so der Brite. "Die Leute haben mir gesagt, wir bräuchten die sozialen Medien, weil sie gut für uns sind. Da man mich damit genötigt hat, habe ich mir diese Twitter-Sache einmal angeschaut. Ich sehe da nicht mehr als Toto Wolff und eine meiner Töchter. Ich denke, die Leute veröffentlichen dort etwas, aber wie kann das der Formel 1 helfen?"

Lange kann sich Ecclestone nicht auf der Internet-Plattform bewegt haben, sonst wäre ihm vielleicht aufgefallen, dass neben dem Mercedes-Motorsportchef Wolff (der gar keinen eigenen Account hat) und den zahlreichen Fotos, die Tochter Tamara von seiner Enkeltochter auf Instagram postet, vor allem viele Fahrer und jedes einzelne Team bereits erfolgreich aktiv sind und die Fanbetreuung-2.0 betreiben.

Was Social Media für die Formel 1 tun kann

"Wir haben viele Meetings. Ich war überrascht, wie viele Menschen die App benutzen", erklärt er hingegen. "Das scheint recht erfolgreich zu sein, ich weiß aber nicht warum. Was bringen die sozialen Medien? Sie bringen jedenfalls erst malkein Geld. Wir müssen die TV-Zuschauer halten und den Veranstaltern helfen, ihre Tickets zu verkaufen. Das ist unsere eigentliche Aufgabe. Ich weiß nicht, inwiefern uns Social Media da helfen kann."

Marissa Pace, die FOM-Verantwortliche für digitale Medien, kann ihrem Vorgesetzen da auf die Sprünge helfen: "Über die sozialen Medien und unsere Website kann man die Menschen ihrer Herkunft zuordnen und ihnen Clips anbieten, die sie auf etwas Bestimmtes aufmerksam machen. Wenn sie aus Deutschland kommen, kann man ihnen mitteilen: 'In Deutschland wird das Rennen um 4 Uhr nachmittags auf RTL ausgestrahlt'. Es geht darum, das TV weiter zu bewerben. Unser Ziel ist es nicht, die Zuschauer vom Fernseher weg zu locken, sondern sie an den TVs zu halten, dieses Erlebnis aber aufzuwerten und spannender zu gestalten und die Tribünen zu füllen."

Die interaktive Website, die informative App und der aktiver gewordene Twitter-Account stehen. Auch ein offizieller YouTube-Kanal existiert bereits, nach einer Facebook-Seite sucht man jedoch noch vergeblich, und das Video-Angebot ist nur spärlich. Zwar plane man einen Ausbau in all diesen Bereichen, auf Rennszenen von den Strecken können sich die Fans jedoch keine Hoffnung machen, das lehnt Ecclestone weiterhin kategorisch aus.

Nur Fahrer, keine Autos auf YouTube?

Stattdessen setzt man im Video-Angebot lieber auf Interviews und unverfängliche Backstage-Aufnahmen. Denn "das tut niemandem weh und ist interessant, weil es unmittelbar geschehen kann", so der Promoter.

Wie wichtig neben den TV-Zuschauer und Vor-Ort-Fans auch die Follower und Digital Natives geworden sind, scheint bei den Verantwortlichen jedenfalls angekommen zu sein.

"Wir haben 'Formula1.com' seit Singapur ausgebaut und man hat vielleicht bemerkt, dass wir auch eine aktive Rolle in den sozialen Medien spielen", erklärt Pace. "Wir haben mit Twitter begonnen und wollen in Zukunft auch auf YouTube und schließlich auf Facebook präsent sein, wenn die Legalität geklärt ist. Von Singapur bis zum Ende der Saison hatten wir über 80 Millionen Zugriffe. Auf Twitter veröffentlichen wir auch Live-Daten, also alles Mögliche aus dem Live-Timing. Wir erweitern unsere Sichtweite, beginnen an der Basis und wachsen von dort. Das alles passiert im Zusammenhang mit unserer neuen Website."

"Vielleicht hilft es den jungen Menschen auch dabei, Geld zu verdienen, damit sie sich eine Rolex leisten können", witzelt Ecclestone noch über seine eigene Aussage, die Zielgruppe der Königsklasse umfasse nicht die "junge Generation".

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