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Pérez bleibt 2016 bei Force India

Der Mexikaner Sergio Pérez bleibt auch 2016 bei Force India und hofft, mit frischem Geld aus Mexiko künftig ums Podest kämpfen zu können.

Force India hat sein Fahreraufgebot für die Saison 2016 mit der Weiterverpflichtung von Sergio Pérez komplettiert. Wie der Rennstall von Vijay Mallya am Donnerstag im Vorfeld des Grand Prix von Japan in Suzuka bekanntgab, erhält der Mexikaner einen Einjahresvertrag mit Option für eine weitere Saison. Pérez, der damit Teamkollege von Nico Hülkenberg bleibt, ist nach eigener Aussage sehr glücklich: "Seitdem ich hier bin, habe ich mich als Fahrer verbessert und zeige meine besten Leistungen."

Er begründet seine Entscheidung für ein drittes Jahr bei Force India damit, dass aus dem Budget eines Privatteams stets das Maximum gemacht würde: "Das Team ist stark, wenn es darum geht, Sponsoren an Land zu ziehen. Gemessen daran, was wir mit unseren bescheidenen Mitteln an Erfolgen erzielt haben, läuft es prächtig. Ich wollte bleiben, weil ich weiß, was bei uns hinter den Kulissen geschieht", so Pérez. Er nennt den Mercedes-Antrieb einen wichtigen Faktor, auch wenn dessen Qualität in Hinblick auf 2016 nicht uneingeschränkt garantiert sei.

Schließlich dürfen alle Hersteller wieder an den V6-Turbo-Hybriden schrauben. Trotzdem nimmt Pérez zumindest Plätze unter den Top 6, wenn nicht sogar auf dem Podium ins Visier, wenn er erklärt: "Ich erwarte, dass sich Force India im kommenden Jahr nochmal gewaltig verbessert. Dann müssen wir Teams wie Williams oder Red Bull [Racing; Anm.] ins Visier nehmen – Mercedes und Ferrari sind wohl zu weit weg."

Der Abschluss des Pérez-Vertrags bedeutet auch, dass Mercedes-Junior Pascal Wehrlein, der schon mehrfach für Force India im Testeinsatz war, 2016 vermutlich kein Renncockpit in der Formel 1 erhalten wird. Bringt ihn sein Förderer nicht beim möglichen Motorneukunden Manor unter, bleibt für den aktuellen DTM-Piloten wohl auch in der kommenden Saison nebst gelegentlichen "Silberpfeil"-Testeinsätzen nur der Full-Time-Job in der deutschen Silhouettenserie.

Dass Pérez den Vorzug erhalten hat, liegt nicht nur an seiner fahrerischen Klasse, sondern auch am Geld, das er mitbringt: "Es ist etwas kompliziert", kommentiert der 25jährige die Tatsache, dass sein aktueller und zu Jahresbeginn abgeschlossener Vertrag über mehrere Saisonen hätte laufen sollen und damit gar nicht verlängerungsbedürftig gewesen wäre. "Hinter mir steht glücklicherweise eine Gruppe von Sponsoren. Ich musste sichergehen, dass sie den Deal unter Dach und Fach bringen, damit ich meinen abschließen kann."

Pérez, der in seiner Karriere nicht immer mit den großen Geldkoffern gesegnet war und als Nachwuchsfahrer sogar im Hinterzimmer einer Gaststätte in Bayern wohnte, schätzt sich glücklich, von einem mexikanischen Telefonanbieter und einer Großbank unterstützt zu werden. Er weiß: "Nicht viele Fahrer genießen dieses Privileg." Außerdem deutet Pérez an, dass weitere Sponsoren zu erwarten seien.

Wenn es um Alternativen zu Force India geht, spricht Pérez ein mögliches Renault-Werksteam, das aller Voraussicht nach aus Lotus entsteht, an: "Ich habe es ernsthaft in Erwägung gezogen", sagt er. "Man schaut sich immer auch alle anderen Angebote an. Wenn Renault kommen würde, wären sie ein sehr attraktives Team, aber für mich war Force India die beste Chance." Auch von einem Cockpit bei Neueinsteiger Haas mitsamt der Aussicht, 2017 zu Technikpartner Ferrari aufzusteigen, wurde gemunkelt.

Langfristig möchte Pérez zu einem Team, mit dem er um den WM-Titel kämpfen kann. "Natürlich ist es das Ziel", macht er aus seinen Ambitionen keinen Hehl und erinnert daran, dass er zwei Jahre nach seinem Formel-1-Einstieg bei Sauber 2011 eine sich bietende Gelegenheit nicht zu nutzen vermochte: "Wenn ich nicht Weltmeister werden wollte, wäre ich gar nicht hier. Wenn sich wieder eine Möglichkeiten böte, wäre ich besser aufgestellt als damals bei McLaren."

Kurzfristig kann er sich auch vorstellen, wie sein Teamkollege, der Le-Mans-Sieger Hülkenberg, einer weiteren Motorsportverpflichtung neben der sogenannten "Königsklasse" nachzugehen: "Wenn man sieht, was Nico gelungen ist, öffnet das einem die Augen. Wenn es mich nicht von meiner ersten Priorität Formel 1 ablenkt, denke ich darüber nach."

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