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Formel 1: News

„Ich sehe sie in der Formel 1“

FIAT-Konzernboss Sergio Marchionne wünscht sich, dass die Tochterfirma Alfa Romeo als Werksteam in die Formel 1 zurückkehrt, ohne Hilfe von Ferrari…

red/MNT
Foto: www.traumautoarchiv.de

Sergio Marchionne bastelt weiter an seinem Plan, Alfa Romeo zu einer überraschenden Formel-1-Rückkehr zu verhelfen. Im Gespräch mit der Gazzetta dello Sport kokettiert der Ferrari-Präsident und FIAT-Boss mit der Idee, in Mailand ein Werksteam aus der Taufe zu heben. Dabei stellt er eine Zusammenarbeit mit der Scuderia in Aussicht, hält sie aber nicht für notwendig: "Alfa Romeo ist in der Lage, ein eigenes Chassis zu bauen - genau wie sie in der Lage sind, ihren eigenen Antrieb zu entwickeln."

Für Marchionne steht fest, dass weitere von den Straßen bekannte Größen des Automobilbaus die Königsklasse des Motorsports bereichern müssten. "Die Leute, die behaupten, RBR sei zu hart zu seinem Antriebspartner gewesen, liegen richtig", spielt er auf die harschen Kommentare in der Causa Renault an und glaubt, dass die Formel 1 Schaden genommen hätte, wären die Franzosen ausgestiegen: "Am Ende muss es doch mit dem Sport weitergehen. Wichtig ist, dass neue Hersteller kommen."

Alfa Romeo würde ein Engagement wohl als reine Marketingmaßnahme betrachten. Schließlich soll die Marke aus Mailand das sportliche Image im FIAT-Konzern übernehmen, nachdem Ferrari eigenständig geworden ist. "Sie müssen es in Erwägung ziehen, in die Formel 1 zurückzukehren, um ihrem Namen wieder alle Ehre zu machen", unterstreicht Marchionne und erteilt der Le-Mans-Szene respektive der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) eine Absage: "Ich sehe sie eher in der Formel 1."

Alfa Romeo in der Formel 1

In den Jahren 1950 und 1951, den Gründungsjahren der Formel 1 stellte Alfa Romeo ein Werksteam – in beiden Jahren wurden die Italiener Weltmeister, die Fahrer hießen Giuseppe Farina und Juan Manuel Fangio. Weil die Weltmeisterschaft 1952 für Formel 2-Rennwagen ausgeschrieben wurde, zog sich das Team Ende 1951 zurück. Ein inoffiziell 1952 entwickeltes Formel 1-Auto mit Allradantrieb hatte nicht den gewünschten Erfolg, Alfa Romeo zog sich endgültig aus der Formel 1 zurück.

Erst in den Siebzigerjahren gab Alfa Romeo ein Comeback in der Formel 1, allerdings nur als Motorenausrüster für Teams wie McLaren, March und vor allem Brabham.

Das Foto oben zeigt jenen mit einem Zwölfzylinder-Saugmotor (Zylinderwinkel 180 Grad) ausgerüsteten Alfa-Alfa 177, mit dem Alfa Romeo im Jahr 1979 ausgiebige Testfahrten unternommen und schließlich mit den Piloten Vittorio Brambilla und Bruno Giacomelli die Rückkehr als Werksteam in Angriff genommen hat.

Die folgenden sieben Jahre als Werksteam (1979 bis 1985) waren nicht von Erfolg gekrönt – in der Formel 1-Weltmeisterschaft der Konstrukteure erreichte Alfa Romeo im Jahr 1983 mit Platz sechs das beste Jahresergebnis, als Fahrer waren in dieser Saison Andrea de Cesaris und Mauro Baldi im Einsatz.

1985 zog sich Alfa Romeo als Werksteam aus der Formel 1 zurück. Die Technik des Teams durfte vom italienischen Team Osella weiter verwendet werden, Osella erhielt bereits 1983 ein Alfa-Chassis, welches bis 1988 als Basis der Osella-Boliden diente. Auch die damals eingesetzten Turbomotoren wurden einige Jahre von Osella eingesetzt, verloren jedoch zunehmend an Konkurrenzfähigkeit.

1987 gab es einen Comeback-Versuch als Motorenausrüster des französischen Ligier-Rennstalls – noch vor dem ersten Rennen zog der FIAT-Konzern unter einem Vorwand den Stecker, es war der bislang letzte Auftritt von Alfa Romeo in der Formel 1…

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