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Formel 1: News

Neue Aerodynamik: Überholen mit DRS noch leichter?

Die neue Aerodynamik gibt dem DRS-System mehr Bedeutung – doch wird damit das Racing besser oder erhöht sich die Künstlichkeit?

Haas-Neuzugang Kevin Magnussen ist überzeugt, dass der umklappbare Heckflügel als Überholhilfe in der kommenden Formel-1-Saison noch effektiver würde als 2016. Wie der Däne im Gespräch mit Autosport schildert, hätte die gesteigerte Bedeutung des Drag-Reduction-Systems (DRS) mit der Regelnovelle und der veränderten Aerodynamik der Boliden zu tun. "Es sollte mehr Einfluss haben, weil der Heckflügel mehr Anpressdruck und Abtrieb generiert", rechnet sich Magnussen aus.

Im Umkehrschluss gewinnt ein Auto relativ gesehen mehr an Höchstgeschwindigkeit, umso weniger der Heckflügel auf die Aerodynamik einwirkt. "Wenn man das DRS öffnet, wird der Unterschied zum Vorausfahrenden größer sein. Es könnte für besseres Racing sorgen", hofft Magnussen. Die gleiche Überlegung werden die Kritiker des Systems zur umgekehrten Schlussfolgerung nutzen - weil ihnen die Manöver mit Hilfe des Flügels bereits zuletzt zu einfach von der Hand gingen.

Von der allgemeinen Debatte um die Künstlichkeit der so ermöglichten Überholmanöver abgesehen: Zweikämpfe, die vorher ein Rad-an-Rad-Duell gewesen sind, könnten zum Vorbeifahren mit Winken verkommen. Das ist auch ein Grund, warum der neue Formel-1-Sportchef Ross Brawn bereits damit liebäugelt, das DRS abzuschaffen. Er plant jedoch nicht für die kommende Saison, womit noch eine Option bleibt: Die DRS-Abschnitte auf den Kursen zu verkürzen oder ganz zu streichen.

Magnussen spricht jedoch auch von Situationen, in denen der Klapp-Heckflügel nicht zum Einsatz kommt: "Bei so viel Anpressdruck könnte man glauben, es sei schwieriger dicht aufzufahren, aber da würde ich zunächst abwarten", deutet er Überholversuche an, die einfacher vorzubereiten sind. Die gegenteilige Meinung ist im Paddock allerdings weit verbreitet. Letztlich wird es wohl wie in der Vergangenheit auf die Charakteristik der einzelnen Kurse ankommen, wie sich was auswirkt.

Nach den neuen und schnelleren Autos leckt sich Magnussen bereits die Finger: "Man war ab dem Moment, in dem man die Boxengasse verlassen hat, am Limit", beklagt er bei dem Gedanken an die Boliden im vergangenen Jahr. "Es wäre schön, wenn wir jetzt ein Auto hätten, das uns herausfordert, uns an das Maximum heranzutasten, statt uns zu zwingen, Kompromisse einzugehen."

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