MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: Analyse

Renault frühestens 2021 erfolgreich?

Sportchef Abiteboul will Siege vor 2021 nicht ausschließen, doch klar ist, dass dies ohne Budgetobergrenze nicht leicht werden wird.

Der aktuelle Zustand von Renault in der Formel-1-WM kann von zwei Seiten gesehen werden: Einerseits schafften es die Franzosen sich auch im dritten Jahr des erneuten Werksengagements zu steigern – nach den Plätzen neun und sechs in der Konstrukteurs-WM erreichte man heuer mit Rang vier das bisher beste Ergebnis seit Rückkehr des eigenen Rennstalls. Andererseits ist der Rückstand auf die siegfähigen Teams weiterhin zu groß – auch im dritten Jahr blieb man ohne Podestplatz, und in der WM holte man mit 122 Punkten stolze 533 weniger als das Weltmeisterteam Mercedes; selbst auf das auf Rang drei liegende beste Renault-Kundenteam fehlten 297 Zähler.

In den kommenden Jahren dürfte es kaum leichter werden, diese Lücke zu schließen, weiß auch Renault-Sportchef Cyril Abiteboul: "Natürlich wissen wir, dass die Schritte umso größer werden, je weiter man kommt." Eine Schwierigkeit ist, dass der Hersteller weniger Geld ins eigene Werksteam investiert als die Topteams. Helfen könnte das angekündigte Budgetlimit, doch die aktuelle Planung sieht vor, dass dieses nur schrittweise und nicht vor 2021 eingeführt wird.

"Wir müssen in der Lage sein, zu vernünftigen Kosten Rennen zu gewinnen", stellt Abiteboul klar. Bis mindestens 2021 dürfen die anderen Teams wie Ferrari und Mercedes aber weiterhin soviel Geld ausgeben, wie sie wollen. Bedeutet das im Umkehrschluss, dass die Franzosen, sofern sie nicht ebenfalls mehr Geld investieren, frühestens in zweieinhalb Jahren um Siege mitkämpfen können?

Laut Abiteboul sei es aktuell noch zu früh, um eine Prognose abzugeben: "Ehrlich gesagt möchte ich mich nicht über die Situation beklagen, denn als wir in die Formel-1-WM eingestiegen sind, kannten wir die Umstände." Als Renault 2016 das Lotus-Team komplett übernahm, war ein Budgetlimit noch nicht absehbar. Daher freut sich Abiteboul darüber, dass nun überhaupt eine solche Obergrenze kommen soll.

Es sei frappierend, wieviel die Gegner derzeit ausgeben. Eine Kritik sei das aber nicht: "Ich respektiere das komplett. Wir müssen einfach schauen, wie wir diesen Burschen irgendwann einmal nacheifern können." Für ihn sei klar, dass irgendwann eine Budgetobergrenze sowie eine andere Einnahmenverteilung kommen müsse; seiner Meinung nach sei das aktuelle Modell schlichtweg nicht nachhaltig.

"Ich denke, dass das alle so sehen. Deshalb ist es nur eine Frage des Zeitpunkts", gibt sich Cyril Abiteboul relativ entspannt. Ein klares Ziel für 2019 möchte er noch nicht ausgeben. Grundsätzlich sei es die Vorgabe, sich in allen Bereichen zu verbessern und die Lücke nach vorne zu schließen, doch selbst das dürfte mit den aktuellen Strukturen bei Renault alles andere als einfach sein.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Formel 1: Analyse

Weitere Artikel:

GP der Niederlande: Bericht

Norris gewinnt Rennen in Zandvoort

Lando Norris feiert den zweiten Sieg hintereinander, vor Kimi Antonelli und George Russell - Gesprächsstoff wegen Stallorder bei Ferrari und Mercedes

Auer schreibt Geschichte

Auer vorzeitig Endurance Champion!

Lucas Auer schrieb am Sonntag auf dem Nürburgring Geschichte: Mit seinen Winward Racing Teamkollegen Maro Engel (D) und Luca Stolz (D) gelang es ihm, erstmals in der Historie der GT World Challenge den Endurance Cup Titel vorzeitig einzufahren!

Ein Thriller mit einem märchenhaften Ende: Kimi Antonelli demütigt George Russell und gewinnt den Grand Prix von Italien - Charles Leclerc übersteht Crash unverletzt

FIA veröffentlicht zweites ADUO-Ranking

Red Bull weiterhin stärkster F1-Motor

Auch in der zweiten ADUO-Periode ist der Motor von Red-Bull-Ford der stärkste im F1-Feld, sodass der Hersteller weiterhin keine zusätzliche Entwicklung bekommt

Berufungsgericht hat entschieden

Pierre Gasly verliert Monaco-Podium wieder!

Das internationale Berufungsgericht hat im Streit um das Monaco-Podium von Pierre Gasly entschieden: Strafen bleiben bestehen, Alpine-Pilot verliert den dritten Platz

WEC: Cost Cap unmöglich?

Budgetobergrenze in der WEC kaum umsetzbar

Toyota-Technikchef David Floury und Porsche-LMDh-Chef Urs Kuratle nennen die Probleme, wenn es darum geht, BoP durch ein Cost Cap zu ersetzen