MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Hawaii, Island oder Afrika Sieht die Zukunft der Formel 1 so bunt aus wie auf diesem Entwurf aus Qiddiya?
Qiddiya Investment Company

Hawaii, Island oder Afrika: Villeneuve plädiert für neuen F1-Rennkalender

Der Rennkalender der Formel 1 ist Jacques Villeneuve viel zu monoton: Der Kanadier spricht sich für exotische Schauplätze aus und wünscht sich ein Rennen am Polartag

Der Rennkalender der Formel 1 wartet auch 2025 wieder mit der Rekordzahl von 24 Rennen auf und führt den PS-Tross mehrmals kreuz und quer um die ganze Welt. Allerdings: Neue Strecken sucht der Fan im Kalender vergebens, bis auf ein paar Verschiebungen bei der Reihenfolge - der Saisonauftakt steigt mal wieder in Australien statt in Bahrain - bleibt alles beim Alten.

Geht es nach Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve, tut sich die Königsklasse mit ihrer über Jahre hinweg immer gleichen Gestaltung der Austragungsorte keinen Gefallen. Der Kanadier fordert mehr Abwechslung, und rät den Verantwortlichen dabei auch mal etwas zu wagen: "Ich würde gerne einen Grand Prix in Skandinavien oder Island sehen - aber Afrika würde auch Sinn machen", sagt der Champion von 1997 in einem Beitrag für PrimeCasino.

Villeneuve erklärt: "Ich würde an ein paar ungewöhnliche Orte gehen, wie zum Beispiel Island. Wenigstens ein Rennen pro Jahr sollte es nicht nur um das Geld gehen, das es der F1 bringen kann, denn natürlich gibt es da nicht viel Bevölkerung - sondern einfach um den Platz selbst: Hawaii, Island, ich weiß nicht, etwas Schrilles, das Spaß macht", so der Kanadier, der glaubt: "Das macht es für die ganze Saison spannend, es ist etwas, das herausstechen würde."

Rennen am Polartag in Nordschweden oder Finnland?

Als Beispiel nennt Villeneuve den Klassiker in Monte Carlo: "Wenn wir nach Monaco kommen, sagen einige Leute, dass es ein langweiliges Rennen ist, aber es ist trotzdem ein besonderer Ort. Es wäre traurig, das nicht mehr zu haben, denn es sticht heraus, wenn du sonst 23 Rennen hast, die alle ähnlich sind. Da ist es gut, ein paar zu haben, die etwas anders sind, ein Funke, ein Stern im Kalender."

Dabei müsse die Formel 1 ja nicht gleich alles umkrempeln, findet der ehemalige Williams-Pilot: "Einmal im Jahr wäre es einfach gut, ein Rennen zu haben, das sich um den Planeten bewegt, um zu einem kuriosen Ort zu kommen, auch auf Kosten der F1 - um es internationaler zu machen, aufregender, spaßiger, einfach origineller."

Auch in Bezug auf die Rahmenbedingungen bei der Austragung wünscht sich der 53-Jährige frischen Wind: "Ich würde nach Nordschweden oder Finnland gehen, zu Mittsommer, wenn es keine Nacht gibt. Macht das Rennen um Mitternacht unter Sonnenschein", fordert Villeneuve: "Das wäre cool, einfach mal solche Sachen, die ausgeflippt sind. Einfach ein oder zwei Rennen in dem Stil, den Rest kann man ja so lassen."

"Villeneuves Vision" führte nach New York, Paris, Rom

Dabei ist Villeneuves Meinung zum Thema übrigens alles andere als neu: Schon vor über 20 Jahren verlieh der Kanadier seinen Idealvorstellungen in Sachen Rennkalender Ausdruck - im von ihm mitentwickelten Computer- und Playstation-Spiel "Speed Challenge - Jacques Villeneuve's Racing" aus dem Jahr 2002. Damals schon war der Ex-Weltmeister mit seinen Ideen der Zeit weit voraus:

In futuristischen Boliden, die stark an Adrian Neweys rund zehn Jahre später für Gran Turismo entwickelte Prototypen Red Bull X2010 und X2014 erinnern, ging es dabei - ein bisschen wie schließlich von der Formel E aufgegriffen - mitten in die Städte hinein und an exotische Plätze wie nach New York, unter den Eifelturm von Paris oder ans Kolosseum in Rom.

Auch ein Rennen rund um die Pyramiden in Ägypten hatte das Villeneuve-Spiel im Programm. Dass die Formel 1 sich anno 2025 dringend darum bemühen muss, die Lücke im Rennkalender zu schließen, die das Fehlen des afrikanischen Kontinents seit gut drei Jahrzehnten hinterlässt, davon ist der Kanadier nach wie vor überzeugt: "Die F1 ist global, mehr denn je, und Afrika ist der Kontinent, der fehlt", sagt er.

Afrika-Comeback: Ruanda steht in den Startlöchern

"Es erscheint also logisch, dass es ein Bestreben geben sollte, nach Afrika zu gehen. Wo? Ich weiß nicht genug über Afrika, um dafür wirklich einen guten Vorschlag abzugeben, wo es gut wäre", sagt Villeneuve. Klar ist jedoch: Die Formel 1 befindet sich tatsächlich in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Ruanda über eine Austragung, zuletzt fand dort Mitte Dezember auch schon die FIA-Gala statt - die allerdings auch Kritik einstecken musste.

"Ehrlich gesagt, es ist auch sehr politisch, wo man hingeht. Die F1 ist teuer, man muss vorsichtig damit sein", warnt Villeneuve deshalb, und stellt gleichsam die Frage in den Raum: "Wäre es eine neue Strecke oder geht man in die Stadt, so wie in Las Vegas, was ja auch ein guter Trend scheint, um eine gute Balance zu haben?" Mit der Planung des Kurses in der Nähe von Kigali soll Ex-F1-Pilot Alex Wurz beauftragt sein, der aktuell auch an der neuen Strecke im saudi-arabischen Qiddiya feilt.

Zuletzt war die Formel 1 in den Jahren 1992 und 1993 mit dem Großen Preis von Südafrika in Kyalami auf dem afrikanischen Kontinent unterwegs. Gespräche über eine Rückkehr an den geschichtsträchtigen Ort verliefen zuletzt jedoch immer wieder im Sande. Nun könnte das verhältnismäßig kleine Ruanda das Ruder übernehmen - und die Königsklasse damit zumindest etwas näher an Villeneuves Vision heranbringen ...

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Samt "Großem Preis" am Schrannenplatz

Rückblick auf die Mödling Classic 2026

Bestes Wetter war den Fahrern am 9. Mai bei der Veranstaltung der Classic Rallye Staatsmeisterschaft hold. Im Feld von 75 Fahrzeugen sammelte ein Porsche 356 C von 1965 die wenigsten Strafpunkte. Wie gewohnt gab es wieder eine eigene Gäste-Wertung.

Kimi Antonelli feiert einen Sieghattrick und gewinnt auch das Formel-1-Rennen in Miami, das am Ende trocken blieb - Pierre Gasly schockt mit Überschlag. Das gesamte Rennen war an Spannung und Action kaum zu überbieten.

Berger über Roland Ratzenberger

"Schwieriger als mein eigener Unfall"

Der Tod von Roland Ratzenberger war für Gerhard Berger schwieriger als sein eigener Unfall in Imola - Mit der Gefahr habe er sich damals "nicht sehr viel befasst"

Ohne jeden Test hat Michael Kogler ein 350 PS starkes Ford Fiesta WRC beim weltberühmten Rechbergrennen pilotiert - in Gedenken an seinen Vater Gottfried, der vor exakt 30 Jahren das Gleiche tat. Das Projekt „Ciao Papa“ war eine Herzensangelegenheit…