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Wurz wundert sich Alexander Wurz hinterfragt die Disqualifikation der McLarens in Las Vegas
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"Nur Gerüchte?" Wurz irritiert: Warum prüfte die FIA McLaren so blitzschnell?

ORF-Experte Alexander Wurz erklärt die McLaren-Doppeldisqualifikation in Las Vegas - und deutet an, dass schon in Brasilien etwas im Hintergrund brodelte

ORF-Experte Alexander Wurz spricht nach dem Las-Vegas-Grand-Prix über die Disqualifikation der beiden McLaren-Piloten Lando Norris und Oscar Piastri und wundert sich vor allem über die extrem schnelle Vermessung nach dem Rennen. Steckt vielleicht doch mehr dahinter als McLaren zugibt?

"Die Gerüchteküche der Formel 1 sagt ja schon, dass in Brasilien einige andere Teams die FIA gefragt haben, wie es geht, dass einige Autos im Feld mit so tiefer Ride-Height durch die technische Kontrolle kommen mit den Skid-Pads", so der Österreicher im ORF-Interview. "Irgendwie hat sich da schon was zusammengebraut."

Besonders auffällig sei die Geschwindigkeit gewesen, mit der die FIA beide McLaren direkt nach dem Rennen überprüfte. Wurz: "Wenn ich jetzt sehe, wie schnell die McLaren gemessen worden sind nach dem Zieleinlauf, könnte es durchaus sein, dass die FIA hier von anderen Teams aufmerksam gemacht worden ist."

Möglich sei auch, dass man bewusst sofort testete: "Vielleicht, wenn das Auto noch heiß ist oder was auch immer." Das Ergebnis: "Da ist es jetzt zu dieser zu hohen Abnutzung gekommen." Wurz betont aber ausdrücklich: "Das sind nur Gerüchte."

Wurz: "Sonst bist du weg vom Fenster"

Trotz aller Mutmaßungen zeigt Wurz Verständnis für McLarens aggressiven Ansatz. "Ich verstehe schon, dass sie ans Limit gehen. Wir zwei können da jetzt locker reden, warum sie das machen. Aber wenn du es nicht machst, bist du weg vom Fenster."

In der Formel 1 werde um mikroskopisch kleine Vorteile gekämpft: "Da geht es ums Eingemachte. Und da geht es auch um jeden Millimeter, den Bruchteil eines Millimeters." Dieses Mal sei McLaren jedoch über die Grenze gegangen: "Jetzt ist es zu viel und sie sind disqualifiziert."

Die Bewertung des sportlichen Schadens fällt eindeutig aus. "Der eindeutige Verlierer ist Lando Norris, der hat am meisten verloren." Oscar Piastri komme relativ glimpflich davon: "Ein Gewinner, eigentlich Netto-Gewinner, ist Oscar Piastri, denn der wäre ohne Disqualifikation 30 Punkte in den Rückstand gekommen. Jetzt hat er, glaube ich, nur 24, weil es den Norris natürlich mehr trifft."

Wurz: Verstappen hat jetzt mehr als nur Außenseiter-Chance

Überrascht ist Wurz dennoch nicht, denn vergleichbare Fälle habe es bereits gegeben: "Wir haben dieses Jahr solche Disqualifikationen gesehen. Ich erinnere mich noch an Ferrari. Da gibt es nichts zu diskutieren. Die sind abgenutzt und dementsprechend disqualifiziert."

Für Wurz hat das Urteil jedoch weit größere sportliche Folgen als nur den Verlust einzelner Rennplätze. "So kommt die WM richtig in Fahrt. Und Verstappen hat nicht nur die Außenseiter-Chance, sondern ist jetzt schon viel näher dran, als es den McLaren-Piloten und dem McLaren-Teamchef lieb ist." Der Experte sprach sogar von einem "unglaublichen Paukenschlag, der da heute in Las Vegas passiert ist".

"Unterm Strich ist vielleicht der Zuschauer der größte Gewinner, weil die WM sich zuspitzt und diese weit, weit weg Außenseiterchance von Max Verstappen auf einmal immer näher rückt." Der Niederländer habe ohnehin Rückenwind: "Der Bursche gibt halt Gas und gewinnt. Und er hat auch in Katar ein Auto, mit dem er gewinnen kann." Seine Empfehlung: "Also abwarten, Tee trinken und schauen, was da rauskommt bei der Formel 1."

Motorsport-Total.com

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