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Gasly verliert P3 Monaco Flavio Briatore ist mit der Monaco-Entscheidung nicht einverstanden
Sutton Images

Wütender Briatore wirft Befangenheit vor

Flavio Briatore hegt großen Frust gegen das Ergebnis der Berufungsverhandlung und wirft einem der vier Richter vor, eine besondere Verbindung zu McLaren zu haben

In einer hochexplosiven Pressekonferenz beim Großen Preis von Italien hat Alpines Flavio Briatore die Neutralität eines der Richter infrage gestellt, die Pierre Gaslys Strafen von Monaco wieder in Kraft gesetzt haben. Der Vorwurf des Italieners: Einer der Richter, der US-Amerikaner italienischer Abstammung Filippo Marchino, stehe in enger Verbindung zu McLaren.

"Ich halte das für sehr ungerecht", tobte Briatore über den Ausgang der Verhandlung. "Wir akzeptieren die Entscheidung, aber was sehr merkwürdig war: Es gab vier Richter im Gremium, und einer von ihnen trat wie ein Staatsanwalt auf", so Alpines Exekutivberater. "Es waren vier Richter, und dieser eine agierte wirklich wie ein Ankläger gegen die FIA, gegen uns und gegen die FOM."

"Später haben wir herausgefunden, warum dieser Kerl so gehässig war. Er ist eng mit McLaren verbunden", verriet Briatore. "Wir haben ein schönes Foto, auf dem dieser Typ 2018 bei MSO Beverly Hills eine Rede für McLaren hält. Er hat eine Stiftung namens One Drop Foundation, und McLaren hat zwei oder drei Autos gespendet. Das war ziemlich unfair."

"Wir akzeptieren die Entscheidung, wir akzeptieren alles, aber es ist schon sehr merkwürdig, einen Typen im Gremium zu haben, der mit dem Team verbunden ist. Das ist unfair", so Briatore. "Ein Richter muss normalerweise völlig unabhängig sein."

Stella geschockt von Anschuldigung

Der neben Briatore sitzende McLaren-Teamchef Andrea Stella fühlte sich von diesen Anschuldigungen sichtbar vor den Kopf gestoßen: "Ich finde, dass diese Konferenz in eine Richtung geht, die ziemlich beleidigend für McLaren und für den Ruf eines Teams ist, das viel Respekt verdient", schoss Stella zurück.

"Und wenn jemand solche Anschuldigungen erhebt, die recht schwerwiegend wirken, muss er auch die Verantwortung für das übernehmen, was er in einem öffentlichen Forum sagt."

Stella betonte: "Die Verhandlung und das gesamte Verfahren vor dem Internationalen Berufungsgericht wurden nach den höchsten Standards geführt. Wir sollten diesen Fall nicht so infrage stellen, wie es hier gerade getan wird."

Was McLaren mit dem Protest erreichen wollte

McLaren gehörte zu den Profiteuren der neuen Entscheidung, die Gasly das Podium in Monaco kostete, denn dadurch rutschte Oscar Piastri wieder von Rang fünf auf Rang vier nach vorne und bekam zwei zusätzliche Zähler.

"Es ist eine Entscheidung, die wir definitiv begrüßen", sagte Stella, betont aber, dass es ihm nicht primär um einen Vorteil für McLaren ging: "Sie ist sehr wichtig, weil sie Klarheit in Bezug auf die Anwendung von Artikel 1.1.1 des Internationalen Sportgesetzes der FIA schafft, der die Grundlage für alles Weitere bildet."

"Wir haben Berufung eingelegt, weil wir sicherstellen wollten, dass diese Klarheit geschaffen wird", so Stella. "Unsere Bedenken gingen über die Tatsache hinaus, dass wir möglicherweise zwei WM-Punkte verloren hätten. Höchstwahrscheinlich werden diese zwei Punkte keinen Unterschied machen. Uns ging es um die Anwendung von sportlicher Gleichheit und Fairness. Das ist wichtig - und zwar nicht nur für McLaren."

"Tatsächlich hat nicht nur Red Bull Berufung eingelegt, sondern alle Teams waren bei der Verhandlung anwesend. Es war ein sehr wichtiger Moment zur Klarstellung, wie wir die Regeln anwenden, wie wir für Konstanz sorgen und - in diesem speziellen Fall - wie diese Konstanz mit den Methoden zusammenhängt, die während eines Rennwochenendes gelten", so der Teamchef.

Das war passiert

Gasly war einer von mehreren Fahrern, die in Monaco wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse bestraft worden waren. Später stellte sich heraus, dass dies auf eine fehlerhafte Messung der FOM zurückzuführen war.

Gasly verlor seinen dritten Platz, doch Alpine leitete ein Überprüfungsverfahren (Right of Review) gegen die Strafen ein. Die FIA-Rennkommissare stimmten daraufhin zu, die Strafe des Franzosen aufzuheben.

McLaren und Red Bull legten gegen diese Entscheidung Berufung ein, da die anderen betroffenen Fahrer ihre Strafe bereits abgesessen hatten und keine Möglichkeit erhielten, diese annullieren zu lassen.

Nach einem langwierigen Verfahren entschied das Internationale Berufungsgericht der FIA zugunsten der Berufungskläger und setzte Gaslys zwei Fünf-Sekunden-Strafen wieder in Kraft. Dadurch fiel Gasly auf den siebten Platz zurück, während sich Red-Bull-Pilot Isack Hadjar den Podestplatz zurückholte.

In einer Erklärung drückte Alpine "seine Enttäuschung und Frustration" über das Urteil aus. In der Pressekonferenz ließ Briatore jedoch dann verlauten, was er wirklich über die Sache denkt ...

Motorsport-Total.com

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