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Kurioses Finale in Monaco Kimi Antonelli hat bereits im zweiten Anlauf zum ersten Mal Monaco gewonnen
LAT Images

Antonelli gewinnt nach Rennabbruch!

Gebrochener Asphalt, Zeitstrafen und Ausfälle von Verstappen und Leclerc, aber Kimi Antonelli lässt sich von all dem nicht aus der Ruhe bringen

Kimi Antonelli hat den Grand Prix von Monaco gewonnen und damit seine Führung in der Formel-1-WM 2026 weiter ausgebaut. Mit einer beeindruckend souveränen Vorstellung setzte sich der Mercedes-Fahrer an einem sonnigen Sonntag an der Cote d'Azur klar vor Lewis Hamilton (Ferrari) und Isack Hadjar (Red Bull) durch. Und das nach einem kuriosen Rennende mit zwei Safety-Car-Phasen und einer roten Flagge.

Zu den tragischen Figuren des Tages gehörte Lokalmatador Charles Leclerc (Ferrari). Kurz nach dem ersten Safety-Car-Neustart in der Schlussphase des Rennens rutschte er in der Zielkurve geradeaus in die Leitplanken - genau wie zuvor Lance Stroll (Aston Martin), der die erste Gelbphase an gleicher Stelle ausgelöst hatte. "Ehrlich gesagt übernehme ich nicht einmal die Schuld dafür. Diese verdammten Bremsen!", tobte Leclerc am Boxenfunk.

Nach seinem Ausfall wurde das Rennen zunächst per Safety-Car neutralisiert und dann sogar mit der roten Flagge abgebrochen. Laut FIA, um die in Kurve 19 aufgebrochene Strecke zu inspizieren. Denn offenbar hatte sich im Rennverlauf ein Teil einer neu aufgetragenen Asphaltschicht abgelöst, wodurch es zu den Unfällen von Stroll und Leclerc kam. Auch wenn Stroll sagt: "In meinem Fall war die aufgebrochene Fahrbahn nicht das Problem."

Antonelli ließ sich von der Unterbrechung nicht aus der Ruhe bringen und brachte den Sieg nach dem (stehenden) Neustart mit 6,3 Sekunden Vorsprung dominant ins Ziel. Und ist weiterhin auf dem besten Weg, Weltmeister zu werden. Denn dass ein Fahrer fünf Grands Prix hintereinander gewinnt und danach nicht Champion wird, das hat es in der Geschichte der Formel 1 noch nie gegeben.

Max Verstappen (Red Bull), Zweiter in der Startaufstellung, war gleich auf den ersten Metern fast stehengeblieben und am Ende der ersten Runde ausgeschieden. Später im Rennen erwischte es dann Lando Norris (McLaren), den amtierenden Weltmeister und Monaco-Vorjahressieger, mit einem technischen Defekt.

Pierre Gasly (Alpine) fuhr als Dritter über die Ziellinie, fiel aber wegen einer Fünfsekundenstrafe (seiner zweiten in diesem Rennen) noch hinter Hadjar, Oscar Piastri (McLaren) und zwei weitere Autos zurück und belegte im Endergebnis Platz 7.

Die Punkteränge wurden komplettiert von Liam Lawson, Arvid Lindblad (beide Racing Bulls), Gasly auf P7, Alexander Albon (Williams), Esteban Ocon (Haas) und Sergio Perez (Cadillac), gegen den allerdings noch eine Untersuchung läuft, weil er bei beiden stehenden Starts eine inkorrekte Startposition eingenommen haben soll.

Nico Hülkenberg (Audi) war als Neunter ins Ziel gekommen, hatte den Grundstein dafür aber nach dem Neustart mit einem ambitionierten Manöver in der Loews-Haarnadel gelegt, bei dem er Carlos Sainz (Williams) umdrehte. Dafür gab's eine Zehnsekundenstrafe, mit der er auf Rang 14 zurückgereiht wurde.

Für Rätselraten sorgte neben dem aufgebrochenen Asphalt übrigens eine ungewöhnliche Häufung von Fünfsekundenstrafen wegen Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse. Es erwischte unter anderem Topstars wie Hamilton und George Russell (13./Mercedes), und Gasly sogar zweimal.

Verstappen raus: Wie verlief der Start?

Antonelli fuhr seinen Verfolgern vom Start weg auf und davon. Nach nur zwei Runden hatte er 2,9 Sekunden Vorsprung auf Hamilton und 3,9 auf Leclerc. Nach einigen verpatzten Starts am Saisonbeginn blieb der Mercedes-Fahrer diesmal auf dem Weg in die erste Kurve, Sainte Devote, makellos.

Verstappen hingegen rollte nur langsam von seiner Startposition weg, hatte keinen Vortrieb mehr - und kam am Ende der ersten Runde an die Box. "Was soll ich tun?", funkte er auf dem Weg dorthin. Antwort seines Renningenieurs: "Bring's einfach nach Hause."

Damit war die Hoffnung auf den ersten Saisonsieg dahin. "Ein Problem vom Motor, glaube ich. Aber wir haben noch keine Ahnung, was genau passiert ist. Schade, nach so einem super Wochenende ohne Punkte zu bleiben", bedauert Verstappen.

Auf den vorderen Positionen gab es ansonsten kaum Verschiebungen. Nur Gasly schob sich an Norris vorbei und kam damit als Siebter hinter Piastri aus der ersten Runde zurück. Norris lag bei Sainte Devote noch vor Gasly, musste dann aber abbremsen, um eine Kollision mit Piastri zu verhindern, und so fehlte ihm den Hügel rauf der Schwung.

Zuvor hatte Norris auch angezeigt, dass Russell seiner Wahrnehmung nach außerhalb seiner Startbox stand. Die Rennkommissare untersuchten das, eine erste Strafe für Russell blieb an einem für ihn schwarzen Sonntag aber aus. Der Mercedes-Fahrer fädelte sich zunächst als Fünfter hinter Hadjar ein. Anders das Urteil bei Perez, der irrtümlich in der Startbox von Gabriel Bortoleto (Audi) stand und dafür eine Durchfahrtstrafe kassierte.

Bortoleto hatte nämlich aus der Box starten müssen. Das Auto hatte sich am Weg in die Startaufstellung abgeschaltet, doch es gelang der Crew, die Systeme neu zu starten. Der Brasilianer nahm das Rennen zunächst als Letzter auf, und kam nach Runde 1 schon wieder an die Box.

Ebenso wie übrigens Oliver Bearman (Haas) und Valtteri Bottas (Cadillac), die ebenfalls gleich in Runde 1 reinkamen. Bottas musste dann später nach nur 14 Runden mit einem technischen Defekt aufgeben, Bearman nach 26.

Antonelli-Express: Wie lief die erste Phase des Rennens?

An der Spitze machte Antonelli indes unbekümmert Tempo. Nach acht Runden hatte er seinen Vorsprung auf mehr als fünf Sekunden ausgebaut. Dahinter hatte sich Hamilton vier Sekunden Luft auf Leclerc verschafft, und der hatte wiederum Hadjar um drei Sekunden abgehängt. Hülkenberg lag zu dem Zeitpunkt an zwölfter Stelle.

Danach zeigte sich das übliche Bild in den engen Gassen von Monaco, in denen für die Formel 1 Überholen unter normalen Umständen nahezu unmöglich ist. Das Feld zog sich nach und nach auseinander, und die Positionen blieben bezogen.

Nach knapp 20 Runden meldete Russell am Boxenfunk, dass er um "mindestens eine Sekunde" schneller fahren könnte, wenn er nicht Hadjar vor sich hätte. Der Red-Bull-Pilot wiederum klagte eine Runde später über die Motorbremse und einen "unbrauchbaren" ersten Gang. Kurz darauf funkte er wieder: "Die Power lässt nach." Und: "Irgendwas explodiert da gleich." Er sollte sich irren.

Bitter für Russell, denn Hadjars Rückstand auf Leclerc wuchs bis Runde 22 auf 16 Sekunden an. Dennoch gab es für Russell kein Vorbeikommen. Seine Rundenzeiten waren inzwischen um fast drei Sekunden langsamer als die von Antonelli.

In Runde 28 kürzte Hadjar die Hafenschikane ab. "Das ist ein anhaltender Vorteil", monierte Russell sofort am Boxenfunk und forderte indirekt einen freiwilligen Positionstausch. Der blieb aber aus.

Was war bei Hamiltons Boxenstopp los?

Hamilton war in Runde 28 derjenige aus dem Spitzenfeld, der die regulären Boxenstopps eröffnete. Zuvor hatten seine Mediumreifen nachgelassen, und sein Vorsprung auf Leclerc war sukzessive geschrumpft. Und weil Hadjar eine große Lücke im Feld aufgerissen hatte, hatte Hamilton nach dem Stopp an dritter Stelle liegend direkt wieder freie Fahrt.

Trotz der frischen Reifen (Hard) konnte er die Pace von Leclerc nicht gehen. Gleich in seiner ersten "Undercut-Runde" war er um 0,6 Sekunden langsamer als sein Teamkollege auf den gebrauchten Mediums.

Erst mit Fortdauer des Stints gewann Hamilton in Sachen Pace wieder die Oberhand. Aber im teaminternen Fernduell setzte es dennoch einen empfindlichen Rückschlag für ihn. Denn wegen Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse kassierte er eine Fünfsekundenstrafe. Nach Leclercs Reifenwechsel hatte Hamilton 9,6 Sekunden Vorsprung, die er von nun an unter Einbeziehung der Strafe verwalten musste.

Wie ging es danach für Russell weiter?

In Runde 31 entschied sich dann Russell für den Reifenwechsel, vermutlich um das Problem Hadjar auf strategischem Weg zu lösen. Und das gelang: Hadjar kam zwar eine Runde später rein, kam aber hinter Russell auf die Strecke zurück. Die technischen Probleme am Red Bull konnten bis dahin vom Kommandostand nicht gelöst werden.

Russell schloss danach rasch auf Gasly und Norris auf, die noch nicht Reifen gewechselt hatten. Und stand im Visier der Rennleitung, genau wie Hamilton (und Franco Colapinto) wegen des Verdachts auf Pit-Lane-Speeding. Strafe: fünf Sekunden.

Norris gab sich jetzt ganz als Teamplayer, drosselte das Tempo und hielt Russell auf, um Piastri im Fernduell Puffer zu verschaffen. Doch das ging nur bis Runde 45 gut: Im Tunnel wurde der Weltmeister langsamer und ließ zuerst Russell und dann auch Hadjar vorbei. Am Ende der Runde stellte er an der McLaren-Box ganz ab. Norris' Verdacht am Boxenfunk: defekte Batterie.

Geriet Antonelli noch einmal in Gefahr?

Antonelli wechselte in Runde 37, eine Runde nach Leclerc, ganz entspannt vom Medium auf den Hard. Auch nach dem Boxenstopp hatte er 17 Sekunden Vorsprung auf Hamilton, plus virtuelle fünf Sekunden wegen der Zeitstrafe des Ferrari-Altstars. Unter normalen Umständen war ab dem Zeitpunkt klar, dass Antonelli gewinnen würde.

Nach 50 Runden hatte Antonelli 21 Sekunden Vorsprung auf Hamilton und 26 auf Leclerc. Die Mercedes-Box hätte sich jetzt theoretisch sogar einen zusätzlichen Reifenwechsel leisten können, der eigentlich nicht notwendig war.

Und riskant gewesen wäre: Neben Hamilton, Russell und Colapinto kassierten später auch Gasly und Piastri eine Fünfsekundenstrafe wegen Pit-Lane-Speedings. Warum diese Häufung auftrat, ist bisher nicht klar.

18 Runden vor Schluss, als Stroll in der letzten Kurve in den Leitplanken klebte und das Safety-Car aktiviert wurde, stoppte Antonelli zunächst nicht sofort. Erst in der zweiten Runde unter Gelb wechselte er nochmal auf weiche Reifen, eine Runde nach den beiden Ferraris.

Angenehmer Nebeneffekt für Hamilton: Wegen des nicht geplanten zweiten Stopps unter Gelb konnte er seine Zeitstrafe bei einem "Double-Stack", bei dem sich Leclerc hinter ihm anstellen musste, absitzen. Und Leclerc fragte zurecht: "Warum zur Hölle stoppen wir?" Seine Chance, im Fünfsekundenfenster zu Hamilton die Position zu gewinnen, war damit dahin.

In Runde 56 nur kurz Sorgen am Mercedes-Kommandostand, als Antonelli meldete, er habe das Gefühl eines Leistungsverlusts. Allerdings fuhr er weiterhin die schnellsten Rundenzeiten im gesamten Feld. Seinen Vorsprung hatte er auf 26 Sekunden ausgebaut. "Schnellste Runde, Kimi. Das brauchen wir nicht", ermahnte ihn Renningenieur Peter Bonnington.

Warum kassierte Russell noch eine Strafe?

Russell verlor unter Gelb eine Position gegen Hadjar, weil er an die Box kam, Hadjar hingegen durchfuhr. Bitter für Russell: Weil er die Zeitstrafe wegen Überfahrens der weißen Linie (hauchdünn!) an der Boxenausfahrt nicht beim Boxenstopp unter Gelb abgesessen hatte, brummte ihm die Rennleitung eine Durchfahrtstrafe auf ("Failing to serve Time Penalty correctly"). Russell hatte sich darüber sofort am Boxenfunk gewundert, wurde aber von Teamchef Toto Wolff zunächst beruhigt: "Darüber reden wir nach dem Rennen."

Denkbar: Womöglich waren die Mercedes-Mechaniker in der Annahme, dass eine Zeitstrafe nicht während einer Safety-Car-Phase abgesessen werden darf. Das ist aber im Sportlichen Reglement explizit anders geregelt. Oder sie haben im Eifer des Gefechts einfach vergessen, das Absitzen der Zeitstrafe abzuwarten, bevor sie mit dem Reifenwechsel beginnen.

Wie verlief der letzte Rennabschnitt nach der roten Flagge?

Nach der roten Flagge wegen des aufgebrochenen Asphalts zwischen Rascasse und Zielkurve wurde das Feld zunächst hinter dem Safety-Car auf die Strecke geführt. Das Feld fuhr einmal durch die Boxengasse und drehte dann noch zwei weitere Runden hinter Bernd Mayländer. Danach wurde ein stehender Neustart absolviert. Mit Antonelli auf "Pole", vor Hamilton, Hadjar, Russell, Gasly und Piastri. Hülkenberg lag auf Position 12.

Antonelli gewann den Start auch ein zweites Mal, aber Russell und Gasly gingen an Hadjar vorbei, der womöglich immer noch mit technischen Problemen an seinem Red Bull zu kämpfen hatte und vom Podium rutschte. Das war jetzt für Gasly in Griffweite, weil für Russell ja noch eine Durchfahrtstrafe offen war, die er nach zwei Rennrunden unter Grün absaß. Russell fiel auf P14 zurück.

Aber: Auch Gasly hatte noch eine virtuelle Fünfsekundenstrafe offen - und Hadjar mit den technischen Problemen hinter sich. Letztendlich war der Alpine aber nicht schnell genug, um die fünf Sekunden herauszufahren, und so wurde er im Endergebnis hinter Hadjar, Piastri und die beiden Racing Bulls zurückgereiht.

Motorsport-Total.com

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