Melbourne-Desaster: Honda vergrault? | 10.03.2026
Nach Melbourne: Der fatale Umgang von Aston Martin mit Honda
Eigentlich sollte 2026 das Jahr von Lawrence Stroll werden - Doch nach dem Melbourne-Debakel sieht ein Experte die Beziehung zu Honda bröckeln
Harte Worte in Richtung Silverstone: Aston Martin wurde davor gewarnt, dass der Rennstall die Beziehung zu Honda bereits vor dem Ende des ersten Grand Prix der Formel-1-Saison 2026 "ruiniert" haben könnte. So sieht es zumindest Formel-1-Experte Will Buxton.
Eigentlich sollte das Jahr 2026 der große Wendepunkt für die Mannschaft von Lawrence Stroll werden. Der Teambesitzer hat Unmengen an Geld in die Hand genommen, um die Fabrik zu modernisieren, einen eigenen Windkanal zu bauen und hochkarätiges Personal wie Ex-Red-Bull-Stardesigner Adrian Newey zu verpflichten.
Zudem markiert die neue Saison den Beginn der exklusiven Motorenpartnerschaft mit Honda. Doch während die Erwartungen im Vorfeld riesig waren, geriet der Auftakt zu einem sportlichen Offenbarungseid.
Aston Martin fällt aus
Aston Martin reiste mit einer denkbar schlechten Vorbereitung zum Grand Prix nach Melbourne. Nach nur wenigen Runden bei den Testfahrten stand die Warnung im Raum, dass das Team das Rennen kaum beenden würde. Am Ende kam es, wie es kommen musste: Sowohl Fernando Alonso als auch Lance Stroll schieden beim Saisonstart aus.
"Es war ein Desaster. Ein Desaster von Anfang bis Ende", findet Formel-1-Experte Buxton im Podcast Up To Speed deutliche Worte. "Wir sollten nicht versuchen, das Ganze als Erfolg zu verkaufen - nur weil Aston Martin es geschafft hat, ein Auto in die Startaufstellung zu stellen, beim Start ein paar Plätze gutzumachen und irgendwie mehr Runden zu absolvieren als erwartet."
Buxton weiter: "Es ist eine Katastrophe. Das sollte eigentlich das Jahr sein. Das Newey-Auto, der Honda-Motor - Lawrence Stroll hat alles auf diesen Reglementwechsel gesetzt. Das war das Jahr, in dem sie um den Sieg kämpfen wollten. Und das tun sie nicht."
Buxton kritisiert Aston Martin
Der Experte zieht Parallelen zu Hondas früheren Partnerschaften mit McLaren und Red Bull und warnt, dass Aston Martin in die gleiche Falle tappen könnte wie einst das Team aus Woking.
"Aston Martin hat derzeit zwei massive Probleme", analysiert Buxton. "Das eine ist ein Motor, der sich selbst in Stücke vibriert. Und das andere ist, dass sie ihre Beziehung zu Honda komplett falsch begonnen haben, weil sie Honda - ob zu Recht oder zu Unrecht - öffentlich an den Pranger gestellt haben."
Buxton hinterfragt dabei die Vorbereitung des Teams: "Haben sie ihre Hausaufgaben gemacht? Wussten sie nicht, in welcher Situation Honda war, als sie den Vertrag für die Formel-1-Rückkehr unterschrieben haben? Es war für niemanden ein Schock, dass Honda einen Großteil seines Programms abgebaut oder an Red Bull Powertrains verloren hat."
Braucht Honda seine Zeit?
Die Kritik an den Japanern könnte laut Buxton fatale Folgen haben: "Wenn man die ganze Schuld auf Honda schiebt, macht man genau das, was McLaren damals getan hat. Und als Honda schließlich den Tritt gefunden hatte - was sie zweifellos tun werden -, hatten sie genug von McLaren und wechselten zu Red Bull. Red Bull hat dann die Früchte der harten Arbeit geerntet, die Honda über die Jahre investiert hat."
Besonders brisant: In der japanischen Kultur spielen Stolz und Loyalität eine zentrale Rolle. "Wenn man am ersten Wochenende Honda direkt unter den Bus wirft, habe ich das Gefühl, dass sie die Beziehung ruiniert haben könnten, noch bevor das erste Wochenende überhaupt vorbei war. Das ist aus jeder erdenklichen Perspektive ein Desaster", so das vernichtende Urteil.

















