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"Sie machen damit einen Fehler" Hat sich die Formel 1 mit ihrem neuen Reglement einen Gefallen getan?
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Formel-E-Boss kritisiert neuen F1-Weg

Formel-E-Boss Alberto Longo freut sich über die erhöhte Aufmerksamkeit auf seiner Serie und glaubt nicht, dass sich die Formel 1 mit dem Weg einen Gefallen tut

Geht die Formel 1 zu stark in Richtung Formel E? Zumindest findet Formel-E-Boss Alberto Longo, dass die Formel 1 einen Fehler begeht, wenn sie versucht, sich der Elektro-Meisterschaft so stark anzunähern. Er findet, sie sollten "ihren Prinzipien treu bleiben".

Die Regeländerungen für die Saison 2026 haben dazu geführt, dass in der Königsklasse mehr denn je Vergleiche zur Formel E gezogen werden. Die gestiegene Bedeutung der elektrischen Komponente (bis zu 50 Prozent) hat dazu geführt, dass Fahrer das notwendige Energiemanagement bereits mit dem der Formel E vergleichen.

Bei einem Medientermin wurde Longo gefragt, ob er die Referenzen der Formel 1 auf die Elektro-Kategorie als respektlos empfinde. Seine Antwort: "Ich denke, es gibt ein sehr altes spanisches Sprichwort: 'Lass sie reden'. Es ist immer gut, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Wenn man also in aller Munde ist, dann deshalb, weil man wichtig ist - und so fühlen wir uns definitiv."

Longo stellt klar, dass er selbst Formel-1-Fan sei, er aber genau deshalb das Gefühl habe, dass man dort einen Fehler gemacht habe: "Das Einzige, was ich sagen kann - und das sage ich immer - ist, dass ich ein großer Fan der Formel 1 bin. Aber ich glaube definitiv, dass sie sich für bestimmte Regeln entschieden haben, die vermutlich ihrem Spektakel, ihrer Show, ein wenig schaden."

"Ich denke, sie rücken uns immer näher auf die Pelle. Und wir haben in diesem Bereich nicht nur die Exklusivität, sondern auch bereits die nötige Expertise."

Formel 1 soll "bei ihren Prinzipien" bleiben

In der Formel E fahren die Boliden im sogenannten Attack-Mode bis zu acht Minuten lang mit erhöhter Leistung, ohne dass das System irgendwann einbricht - anders als beim Großen Preis von Australien in der Formel 1, wo Autos nach einigen Geraden an Leistung verloren.

Darauf angesprochen sagt Longo: "Ja, wir können acht oder sechs Minuten im Attack-Mode fahren, und das Auto bricht nicht ein, es wird nicht langsamer. Ich denke, die Formel 1 muss dahin zurück, wo sie hingehört: volle Power, spätestmögliche Bremspunkte - das ist es, was die Formel 1 ausmacht."

"Wir hingegen sind ein völlig anderes Konzept. So haben wir uns vom ersten Tag an präsentiert. Es ist kein Entweder-oder, es gibt Platz für beide. Aber das Problem ist, dass sie versuchen, mehr wie die Formel E zu werden. Meiner Meinung nach - als Fan - machen sie damit einen Fehler. Ich glaube fest daran, dass sie bei dem bleiben sollten, was sie sind, bei ihren Prinzipien."

Überschneiden sich bald die Strecken?

Ebenfalls eine Frage, die Longo gestellt wird, ist, ob die Formel E zukünftig als Testgelände für neue Formel-1-Strecken dienen könnte, insbesondere mit der Einführung der Gen4-Autos, die noch höhere Geschwindigkeiten erreichen werden.

Longo glaubt zwar, dass die F1 die Formel E weiterhin genau beobachten wird, die Anforderungen aber grundverschieden bleiben: "Ich denke, sie werden studieren, was wir tun, so wie sie es in den letzten Jahren bereits getan haben. Offensichtlich sind wir in Bezug auf die spezifische Technologie, die wir einsetzen, sehr weit fortgeschritten", sagt er.

"Bei den Austragungsorten hingegen haben sie eine sehr etablierte Herangehensweise und wissen genau, was sie brauchen. Wir wiederum sind viel flexibler. Wir können auf fast jeder Art von Strecke Rennen fahren."

"Natürlich haben wir gewisse Einschränkungen, aber nicht dieselben wie sie. Ich glaube tatsächlich, dass die Formel 1 die meisten unserer Versuche gar nicht durchführen könnte. Erinnern Sie sich, als wir in Brooklyn oder Paris gefahren sind - dort hätte die Formel 1 niemals ein Event austragen können."

Mittlerweile gibt es zwar Strecken wie Mexiko-Stadt, Shanghai oder Monaco auf denen beide Serien fahren, dennoch gibt es laut dem Formel-E-Boss noch Unterschiede: "In Mexiko zum Beispiel nutzen wir ein komplett anderes Streckenlayout als sie - sie könnten auf unserer kleinen Variante gar nicht fahren", erklärt er.

"Sie könnten dasselbe über uns sagen, dass wir nicht auf der großen Strecke fahren könnten, aber das wird sich ändern. Ab nächstem Jahr könnten wir in Mexiko problemlos die lange Streckenführung nutzen."

Longo sieht seine Serie insgesamt als Vorreiter und glaubt, dass sich die Formel 1 bei ihr bedienen könnte: "Da die Formel 1 immer elektrischer oder hybrider wird, bin ich mir sicher, dass sie in unserem Pool fischen werden - was technisches Personal, Ingenieure und sogar Fahrer angeht", sagt er.

"Warum auch nicht? Sie werden mit Sicherheit versuchen, diese Leute von unseren Teams und Herstellern abzuwerben."

Motorsport-Total.com

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