MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Sprint-Qualifying Zandvoort George Russell sicherte sich die Pole für den F1-Sprint in Zandvoort
LAT Images

Russell meldet sich mit Pole zurück!

Kimi Antonelli und Max Verstappen geschlagen, und George Russell wieder in der Spur: So lief das Sprint-Qualifying der Formel 1 in den Niederlanden

Mit einer kleinen Überraschung endete das Sprint-Qualifying beim Grand Prix der Niederlande 2026 in Zandvoort: Nach dem Sieg von McLaren-Pilot Lando Norris zuletzt in Ungarn und der Trainingsbestzeit von Kimi Antonelli (Mercedes) in der ersten Session am Freitag war es letztendlich George Russell (Mercedes), der mit einer Bestzeit von 1:11.567 Minuten auf Platz 1 fuhr.

Russell, frisch verlobt und auf Wolke 7, verwies mit seiner letzten schnellen Runde des Tages Norris um 0,041 und Charles Leclerc (Ferrari) um 0,055 Sekunden auf die Plätze (Leclerc: "Wahrscheinlich meine beste Qualifying-Runde des Jahres!"). Oscar Piastri (McLaren), der mit Bestzeit in SQ2 hatte aufhorchen lassen, wurde Vierter (+0,099).

WM-Leader Kimi Antonelli wirkte bis SQ1 eigentlich souverän, doch seine erste Runde am Freitagnachmittag musste er abbrechen - und danach fand er irgendwie nicht mehr in seinen alten Rhythmus. Am Ende wurde er Fünfter, 0,227 Sekunden hinter Russell - und vor den Superstars Max Verstappen (Red Bull) und Lewis Hamilton (Ferrari).

Später berichtete Antonelli, er habe sich bei seinem Ausritt "ein paar Löcher im Unterboden" zugezogen: "Als ich an die Box kam, sagten sie mir, dass das 25 Punkte Downforce ausmacht." Mercedes-Teamchef Toto Wolff relativiert allerdings im Interview mit Sky: "Es war ein Schaden am Auto, aber den konnten wir reparieren."

Pierre Gasly (Alpine), Gabriel Bortoleto (Audi) und Arvid Lindblad (Racing Bulls) rundeten die Top 10 ab. Nico Hülkenberg (Audi) wurde 14.

Was bedeutet das Ergebnis für das Kräfteverhältnis?

Obwohl Ferrari (Unterboden) und McLaren Updates nach Zandvoort gebracht haben: "Mercedes hat immer noch diesen Vorsprung", analysiert Formel-1-Experte Günther Steiner im Interview mit ServusTV. "Heute Vormittag ist Kimi abgeflogen. Deswegen, glaube ich, war er nicht ganz hundertprozentig dran. Er wollte kein großes Risiko gehen. Aber George ist jetzt wieder zurück. Deswegen sind sie Favoriten."

Klar ist aber auch, dass das Kräfteverhältnis von Strecke zu Strecke variiert. Immer dann, wenn es besonders verwinkelt ist, wie zuletzt in Ungarn, spielen Mercedes' Herausforderer ihre Stärken aus. Steiner rechnet mit einem "Dreikampf" um den Sieg an diesem Wochenende: "Auch Leclerc will mitreden. Am Start sind die Ferraris gewöhnlich gut. Deswegen wird es sehr interessant. Auf einmal sind drei Hersteller da, die gewinnen können. Es sind alle eng beieinander. Es kann alles passieren."

Zumal im Longrun-Training am Freitagmittag besonders Ferrari einen starken Eindruck hinterlassen hat. Das berichtet zumindest Mercedes-Teamchef Wolff: "Ich glaube, das wichtige Thema wird der Longrun sein. Der hat bei den Ferraris viel stärker ausgeschaut als bei allen anderen." Und: "Wo wir wirklich verlieren, ist die schnelle Passage, Turn 7/8. Da sind wir teilweise 13 km/h langsamer als Norris. Entweder liegt es daran, dass wir da vielleicht ein bisschen zu niedrig fahren - oder von der Balance nicht ganz richtig aufgestellt sind."

Bei McLaren ist man mit dem Update indes zufrieden: "Die neuen Teile machen das Auto schneller", sagt Teamchef Andrea Stella. Wir haben einige neue Teile, unter anderem einen Heckflügel. Und die funktionieren." Norris nickt dazu nur: "Sieht so aus, als setzt sich der Trend fort, nach der starken Performance in Budapest."

Auf Ferrari-Seite war Leclerc mit dem Ergebnis zufrieden - Hamilton aber nicht. Der siebenmalige Weltmeister erklärt: "Im Training fühlte sich das Auto gut an. Dann haben wir subtile Änderungen vorgenommen. Aber im Qualifying war es plötzlich ein ganz anderes Auto. Jetzt müssen wir uns anschauen, was da schiefgelaufen ist."

SQ1: Schrecksekunde für Antonelli gleich zu Beginn

Der erste der drei SQ-Abschnitte begann gleich mal mit einer Schrecksekunde für den Topfavoriten: Antonelli, im ersten Freien Training Schnellster, attackierte auf seiner ersten fliegenden Runde eine Spur zu hart - und rutschte im letzten Sektor von der Strecke. Anschließend musste er an die Box kommen und einen zweiten Run absolvieren, den er sich sonst hätte sparen können.

"Ich habe das Heck einfach verloren. Auf sehr merkwürdige Art", kommentierte Antonelli sein Malheur am Boxenfunk. Immerhin war sein Auto offenbar nicht beschädigt, und im zweiten Anlauf verbesserte er sich von 0 auf Platz 7 - zwei Zehntelsekunden hinter seinem Teamkollegen, aber ausreichend schnell, um ins SQ2 aufzusteigen (letztendlich auf Position 8).

Nicht für SQ2 qualifizieren konnten sich die üblichen Verdächtigen: die Cadillac-Altstars Valtteri Bottas (20.) und Sergio Perez (21.), die beiden Aston Martins (wobei Fernando Alonso ohne seinen Ausritt auf der entscheidenden Runde wohl kaum Letzter geworden wäre) - sowie ein Haas (Oliver Bearman) und ein Williams (Carlos Sainz).

Apropos Alonso: Erst nach SQ1 vermeldete Aston Martin, dass der Spanier seinen Heckflügel auf den Geraden nicht aufklappen konnte, weil das SLM-Klappsystem nicht funktionierte.

Esteban Ocon (Haas), der zuletzt ein Tief durchwanderte, legte kurz vor Schluss eine ordentliche Runde hin und sicherte sich Platz 14 in SQ1. Er war damit um 0,225 Sekunden schneller als Bearman.

SQ2: Aus für die Ersatzfahrer in den Red-Bull-Teams

SQ2 war eine Machtdemonstration von McLaren. Piastri fuhr in 1:12.026 Minuten Bestzeit, 0,163 Sekunden vor Norris. Antonelli belegte Platz 6, mit einem Rückstand von 0,485 Sekunden. Allerdings bestand die Übung ja auch nur darin, unter den besten Zehn zu liegen.

Daran scheiterte Liam Lawson, bei Red Bull Racing Ersatzmann für Isack Hadjar, nur knapp. Der Neuseeländer war um 0,350 Sekunden langsamer als Audi-Fahrer Bortoleto und wurde Elfter. Yuki Tsunoda wiederum, in Zandvoort an Lawsons Stelle im Racing Bulls, wurde Zwölfter, 0,360 Sekunden hinter Teamkollege Lindblad. Lawson verlor das Duell gegen Verstappen (8. in SQ2) um 0,365 Sekunden.

Außerdem schafften Franco Colapinto (13./Alpine), Nico Hülkenberg (Audi), Ocon und Alexander Albon (Williams) den Cut nicht. Hülkenberg war im direkten Audi-Vergleich um 0,830 Sekunden langsamer als Bortoleto.

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Budkowski löst Lowdon ab

Cadillac mit neuem F1-Teamchef

Marcin Budkowski dockt mit zwei Jahrzehnten Formel-1-Erfahrung beim Rookie-Team Cadillac an und soll dieses "in die nächste Performance-Phase" führen

F1-Qualifying Ungarn

Norris knapp vor Hamilton auf Pole

Mercedes unterliegt erstmals 2026 in einem Qualifying - Lando Norris übertrumpft Lewis Hamilton knapp - Dreher von beiden Red-Bull-Piloten - Fernando Alonso im Q2

Die Formel 1 fährt im Oktober ein zusätzliches Rennen in Malaysia, um den Ausfall von Bahrain im Frühjahr zu kompensieren - Tripleheader mit Baku und Singapur

Mitten in den Sommerferien wird die MJP-Arena erneut zum österreichischen Rallycross-Mekka. Mit gleich drei mitteleuropäischen Serien dürfte das Fahrerlager der Kultstrecke aus allen Nähten platzen. Mittendrin: Die Lokalmatadore aus dem Waldviertel.