MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Teil 7: Die Macht der Psyche

Michi Gamauf

Monza 1970: Auch gefälschte Rundenzeiten konnten Jochen Rindt nicht bremsen

1970 war für alle Formel 1 Fans - besonders für die österreichischen - ein erschütterndes Jahr: Jochen Rindt verunglückte tödlich - und wurde posthum Weltmeister.

Den Grundstein für seine Siegesserie legte Rindt beim Grand Prix von Monaco:

Sein neuer Lotus 72 hatte sich in Spanien als siegesuntauglich erwiesen, deshalb startete der Österreicher mit dem alten Modell 49C. Die Richtigkeit der Entscheidung wurde aber bereits bei der Startaufstellung in Frage gestellt: Platz acht ist in den engen Gassen Monacos ein fast unüberwindbares Handicap.

Die mit Teamchef Colin Chapman vereinbarte Strategie lautete daher: Volles Rohr, volles Risiko - es gibt nichts zu verlieren.

In der 28. Runde wurde es spannend: Der Führende Jackie Stewart schied aus, Rindt witterte seine Chance, attackierte auf Teufel komm raus, lieferte spektakuläre Ausbremsmanöver und überholte einige vor ihm liegende Kollegen.

Teamchef Chapman, der zwar einiges gewöhnt war, bekam es aber wegen der riskanten Fahrweise seines Starpiloten mit der Angst zu tun und signalisierte Rindt immer kürzere Abstände zu Chris Amon - die zwar nicht stimmten, Rindt aber einbremsen sollten.

Amon hingegen – irritiert durch die "Fabelzeiten" seines Konkurrenten - zerstörte beim Versuch zu kontern die Aufhängung seines March und fiel prompt aus.

In der letzten Kurve vor Start und Ziel liefen der führende Jack Brabham dicht gefolgt von Rindt, der inzwischen Zweiter war, auf den zu überrundenden Hulme auf. Brabham zögerte, überfuhr den Bremspunkt und rodelte in die Strohballen. Rindt stach in letzter Sekunde innen durch und überquerte als Sieger die Ziellinie.

Der Mann mit der Zielflagge hatte eigentlich Jack Brabham erwartet. Der Gute war so verblüfft, dass er prompt auf"s Abwinken vergaß.

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Porsche-Bekenntnis & McLaren-Gerüchte

Was macht Thomas Preining 2027?

Der Porsche-Werksvertrag von Thomas Preining läuft mit Saisonende aus: Wie er und sein bisheriger Arbeitgeber die Zukunft sehen und was es mit McLaren auf sich hat

Lando Norris' bittere Realität

Verliert McLaren den Anschluss?

Lando Norris ist nach dem Wochenende in Austin ernüchtert: Red Bull hat in der Konstrukteurs-WM gleichgezogen und McLaren auf Rang vier verdrängt

Hintergründe DTM-Finale Hockenheim

Hockenheim: Die große DTM-Galerie

Porsche Pilot Preining schaffte im badischen Motodrom von Hockenheim am vergangenen Wochenende mit einem weiteren Podiumserfolg den Sprung an die Spitze. Seine fünf Mitbewerber, die vor dem großen Showdown auch noch Chancen auf den Titel hatten, mussten sich mit den weiteren Plätzen begnügen.