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Indy 500: erstmals seit 21 Jahren rein männlich
XPB

Das 2020er Indy 500 war aus vielen Gründen besonders

Leere Ränge, ein anderer Termin und eine Ziellinienüberquerung im Schritttempo: Das diesjähriges Indianapolis 500 war aus vielen Gründen etwas besonderes. Auch deswegen, weil zum ersten Mal seit immerhin 21 Jahren keine einzige Frau im Starterfeld zu finden war .

Johannes Posch

Diversität im Motorsport ist nicht erst seit den schwarzen Silberpfeilen in der Formel 1 ein großes Thema. Während die Königsklasse sich aber mit weiblichen Pilotinnen richtig schwer tut, waren andere Serien hier schon deutlich weiter: Die Indycars in den USA zum Beispiel. Dass Frauen im Rennsport aber dennoch benachteiligt sind, zeigt das heurige Indy 500: Während seit dem Jahr 2000 immer mindestens eine Frau Teil des Starterfelds war, gelang heuer keiner einzigen Pilotin die Teilnahme.

"Wenn wir einfach leise so tun, als ob das Problem nicht existiert, wird es auch nicht verschwinden", sagte Pippa Mann, die achtmal an den Indy 500 teilnahm und letztes Jahr die einzige Frau im Feld war, heuer aber das Sponsoring für den Wettbewerb nicht mehr aufstellen konnte.

"Jeder, der jemals mit weiblichen Fahrern auf irgendeiner Ebene gearbeitet hat (...) wird Ihnen sagen, dass es viel schwieriger ist, die Finanzierung und Unterstützung für weibliche als für männliche Rennfahrer/innen zu finden, die genauso erfolgreich sind", sagte Mann, eine unverblümte Fürsprecherin für die nächste Generation von Fahrerinnen.

"Ich möchte, dass junge Frauen mit Motorsportambitionen wissen, dass sie nicht alleine kämpfen. Denn mir ging es so; während des größten Teils meiner Karriere hatte ich das Gefühl, alleine da zu stehen."

Die ehemalige Fahrerin Danica Patrick sagte Reportern am Mittwoch wiederum, dass trotz des rein männlichen Fahrerfeldes im Jahr 2020 die weiblichen Fahrer auf lange Sicht erhebliche Fortschritte gemacht haben.

"Früher war die Story immer, dass es eine weibliche Teilnehmerin gibt", sagte Patrick, die beim Rennen für das NBC-Fernsehteam unterwegs war, "wir müssen aber das größere Bild sehen und verstehen, dass es jetzt bereits viel, viel normaler ist, Frauen im Rennen zu haben".

IndyCar und IMS, die im vergangenen Monat die Initiative Race for Equality & Change ins Leben gerufen haben, um die Vielfalt im Sport zu erhöhen, sagten: "Wir glauben, dass 2020 eher eine Ausnahme als die Norm ist."

Zum Rennen selbst ...
In der 104. Auflage der Indy500 sah es lange Zeit nach einem souveränen Start-Ziel-Sieg für Scott Dixon aus, der in seinem Ganassi-Honda satte 111 der 200 Runden führte. Gerade allerdings als Takuma Sato (Rahal-Honda), der zuletzt 2017 den Sieg für Japan bei dem ikonischen Rennen errang vorne lag, kam es zu einem Crash im Hinterfeld, womit das Rennen nur im Schritttempo hinter dem Pace-Car zu Ende ging. So hatte Dixon keine Chance mehr auf einen letzten Angriff und wurde zweiter. Dritter wurde Graham Rahal, ebenfalls in einem Rahal-Honda.

Viel weiter hinten im Feld lieferte Fernando Alonso (McLaren-Chevrolet) eine eher farblose Show ab. Von Position 26 von 33 ins Rennen gegangen schaffte er es nur kurz in die Top 15, landete am Ende aber auf Platz 21 ... mit Rundenrückstand.

Und noch eine kurze Info für Kenner: Der "Andretti-Fluch" in Indy hat wohl auch im August Bestand. Der von der Pole gestartete Marco Andretti landete mit seinem untersteuernden Herta/Andretti-Honda am Ende nur auf Platz 13. Damit bleibt Marcos Großvater Mario Andretti bis heute der einzige Vertreter der berühmten Familie, der tatsächlich mal einen Indy 500-Sieg einfahren konnte; im Jahr 1969.

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