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Motorsport: News

HANS-Entwickler Hubbard verstorben

Robert Hubbard, Pionier der Sicherheit im Motorsport, ist im Alter von 75 Jahren verstorben; er gilt als Erfinder des HANS-Systems.

Die Motorsportwelt trauert um Robert Hubbard, der diese Woche im Alter von 75 Jahren verstorben ist. Hubbard war Professor für Materialwissenschaft und treibende Kraft hinter dem Schutzsystem HANS, das seit mehr als 15 Jahren die Sicherheit im Motorsport deutlich erhöht und heute auf professioneller Ebene kaum noch wegzudenken ist.

Vor der Entwicklung von HANS war Hubbard eng ins Thema Straßensicherheit involviert. Zusammen mit seinem Schwager, dem Rennfahrer Jim Downing, bemerkte er, dass viele tödliche Unfälle im Motorsport von Verletzungen der Halswirbelsäule kamen, weil der Kopf bei einem Aufprall durch die physikalische Trägheit weiter nach vorne schnellt als der Rumpf, wenn er nicht zurückgehalten wird.

Vor allem der Unfalltod von Downings Freund Patrick Jacquemart in einem Renault 5 Turbo anno 1981 führte zu einer intensiven Suche nach Lösungen. Nach einigen Experimenten ließ Hubbard 1985 eine Lösung zum Patent anmelden, ein Jahr später fuhr Downing in der IMSA-Serie mit einem ersten HANS-Prototypen.

Das System war allerdings noch recht sperrig und traf bei den Rennfahrerkollegen auf einigen Widerstand, doch weder Downing noch Hubbard ließen sich davon beirren und tüftelten an einer praktischeren Variante; später beteiligten sich auch Ford und General Motors an ihrer Forschung.

Spätestens nach dem Tod von Roland Ratzenberger 1994 im Rahmen des Formel-1-WM-Wochenendes in Imola wurden auch die FIA und ihr Chefarzt Sid Watkins auf das Konzept aufmerksam. Ein Jahr später testete Gerhard Berger für Ferrari eine eigene Version, doch erst 2003 wurde HANS in der Formel-1-WM verbindlich – auch wenn sich zu Beginn auch in Europa einiger Widerstand regte, bestanden immer mehr Renn- und später auch Rallyeserien darauf.

Natürlich stellt sich die Frage, welche Unfälle bei einer früheren Einführung von HANS glimpflicher ausgegangen wären. Es gilt aber z.B. als sicher, dass NASCAR-Superstar Dale Earnhardt seinen Unfall in der Schlussphase der 500 Meilen von Daytona 2001 überlebt hätte, wenn er das System verwendet hätte – er starb an einem Schädelbasisbruch. Vor allem in den USA führte dieser recht harmlos wirkende Unfall nach zuvor massiver Gegenwehr zu einem Umdenken.

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