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Walter Lechner 1949-2020
Foto: Porsche

Walter Lechner senior, danke für die Ehrlichkeit...

Walter Lechner senior war ein großer Wegbereiter im Motorsport, viele haben bei ihm begonnen - doch der Autor dieses Nachrufs erlebte ihn als geradlinigen Tachelessprechenden...

Noir Trawniczek

Was könnte man jemandem wie Walter Lechner „nachrufen“ (wenn man den Begriff wortwörtlich nehmen würde), was seiner Persönlichkeit entspricht, auch wenn man nur ein paar Begegnungen mit ihm hatte? Im Falle des Autors dieser Zeilen wäre „Danke für die Ehrlichkeit“ angebracht - und ganz offensichtlich gibt es noch einige weitere Menschen, die Lechner dafür danken würden, dass er mit ihnen Klartext gesprochen hat, einer von ihnen heißt Toto Wolff, doch dazu später...

Walter Lechner zieht es zunächst in die Gastronomie. Eine Lehre im Wiener Hotel Sacher wird absolviert. Es gibt ein Gasthaus im 15. Wiener Bezirk und eine Diskothek. Doch mit 26 verkauft er die Disco - denn so spät erst zieht es ihn ins Rennauto, dafür aber mit voller Wucht. Er absolviert die Jim Russell Racing School auf dem Salzburgring - wenig später heißt die gleiche Schule Walter Lechner Racing School. Dort werden noch viele das „Schulcockpit“ drücken, so zum Beispiel auch Alex Wurz oder Christian Klien. Drei Jahre nach seiner Jungfernfahrt wird Walter Lechner Formel Ford Europameister, setzt mit Lechner Racing sechs Formelautos in drei Rennserien ein. Wenige Jahre und ein paar Titel später entdeckt er die amerikanische Can Am-Serie für sich, wird bei den 1.000 PS-Geschoßen Jahres-Fünfter, wechselt in die Sportwagen-Interserie um dort den ersten umgebauten Formel 1-Boliden einzusetzen.

Ähnlich erfolgreich setzt Walter Lechner seine Renfahrerkarriere fort, bei den Sportwagen und auch bei den Tourenwagen. 1995 setzt sich Lechner im Kampf um de Österreichische Tourenwagen Meisterschaft gegen Dieter Quester durch - sein letzter Titel als Pilot, denn im Jahr darauf beendet er die aktive Karriere zugunsten seiner beien Söhne Walter junior und Robert. Als Teamchef bleibt Lechner senior erfolgreich, beispielsweise im Porsche Supercup, als dieser im Rahmenprogram der F1 brillierte.

Im Vorjahr wurde Walter Lechner senior im Rahmen der Salzburger „Sportler des Jahres“-Gala von seinem guten Freund Hans Joachim Stuck der „Leonidas“ für sein Lebenswerk verliehen - ein emotionaler, ein sehr schöner Moment, wie Fotos zeigen.

Am Wochenbeginn verstarb Walter Lechner senior im Kreise seiner Liebsten nach einer schweren Krankheit, er wurde 71 Jahre alt.

Tacheles

Zurück zum „Nachrufen“ aus dem Eingangs-Absatz: Der Autor dieser Zeilen war in jungen Jahren davon überzeugt, dass er als HTL-KFZ- und Motorenbau-Schüler seine eigenen schwarz lackierten Formel 1-Autos konstruieren und als Kart-Staatsmeisterschaftspilot sich auch aktiv für de Formel 1 empfehlen könne. Einzig der Plan und vor allem das Budget fehlten - ein Anruf bei Walter Lechner genügte für ein Treffen in seinem Gasthaus in Wien 1150. Walter verspeiste gerade ein Schnitzel und meinte, es würde ihn nicht stören wenn ich ihm dabei meine Fragen, mein Anliegen vortrage. Er ließ mich reden und reden - und hörte vor allem zu. Als ich irgendwann ferig war, schaute mir Walter tief in die Augen und sagte: „Burschi, ich sage es dir wie es ist: Rennfahren ist nichts für arme Leute, vergiss es.“ Wichtig ist: So, wie er es sagte, tat es nicht weh - im Gegenteil, es war eine Art Erleichterung, die aber erst etwas später zu wirken begann. Zunächst war das Gesagte ein Schock - denn den überdrehten, motivierten 16-Jährigen hat man andernorts zumindest immer „bei Laune“ gehalten, vor allem dort, wo er das wenige Geld in Racing-Equipment steckte...

Diese ehrliche Art des Walter Lechner haben, so scheint es,einige Menschen zu schätzen gelernt - und Lechner schreckte auch nicht vor Menschen mit Geld zurück,. So soll er einst dem jungen Formel Ford-Rennfahrer mit Ziel Formel 1, namentlich Toto Wolff gesagt haben: „Bua, lern was Gscheites - für die Formel 1 bist du zu langsam.“

Solche Ent-Täuschungen sind nicht immer schön, doch sie schützen oft vor menschlichen und finanziellen Dramen, bei den beiden zumindest haben die aufrichtigen Worte des Walter Lechner etwas Positives bewirkt: Der eine verdient heute sein Geld als Motorsport-Journalist (und traf bei den 24 Stunden von Dubai 2015 erneut auf ihn, um 3 Uhr morgens, mit Soletti bewaffnet sich auch für kleine Teams interessierend), den anderen muss man nicht näher erklären. Und ich sage: „Lieber Walter, danke für die Ehrlichkeit.“

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