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DTM: Hockenheim

Di Resta siegt und übernimmt Tabellenführung

Mercedes-Pilot Paul di Resta konnte das dramatische Rennen in Hockenheim gewinnen und setzt sich somit an die Spitze der Punktetabelle.

Foto: DTM

Mit 47 dramatischen Runden in Hockenheim hat sich das Blatt im Titelkampf 2010 gewendet: Mercedes-Pilot Paul di Resta holte seinen dritten Sieg in Folge und eroberte die Führung in der Gesamtwertung. Der bisherige Spitzenreiter Bruno Spengler sah die Zielflagge nach einem Aufhängungsdefekt nicht. Seit dem zweiten Rennen war der Kanadier Spitzenreiter, doch statt in Hockenheim den ersten Matchball zu holen, hat er nun drei Punkte Rückstand auf seinen schottischen Teamkollegen.

Di Restas Schlüssel zum Sieg war die Strategie: Von Platz fünf aus gestartet, legte er seine beiden Stopps extrem spät ein und fuhr dazwischen enorm schnelle Rundenzeiten. Polesitter Timo Scheider musste sich dieser Taktik geschlagen geben und wurde Zweiter, sein Audi-Markenkollege Mike Rockenfeller fuhr als Dritter auch noch auf das Podium.


Mercedes-Pilot Gary Paffett kam als Vierter ins Ziel, das Thema Meisterschaft hat er zwei Rennen vor Schluss damit schon ein bisschen abgehakt. Hinter ihm Audi-Piloten Martin Tomczyk und Oliver Jarvis. Susie Stoddart fuhr beinahe unbemerkt auf den siebten Platz, holte zum zweiten Mal in ihrer DTM-Karriere Punkte und egalisierte ihr bisher bestes Ergebnis. Ihr Persson-Teamkollege Jamie Green fuhr als Achter auf den letzten Punkterang, Maro Engel kam in einem weiteren Mercedes-Jahreswagen auf den neunten Platz - er war auch der letzte jener Piloten, die überhaupt die Zielflagge sahen. Das halbe Feld schied vorher aus.

Die neue Streckenvariante in Hockenheim sorgte durchaus für mehr Action - allerdings nur in der ersten Runde. Bei der Einfahrt in die neue Doppelrechts kam es zu einer Massenkarambolage, die für zahlreiche Piloten das Aus bedeutete und für eine Safetycarphase sorgte. Zu dem Opfern gehörte unter anderem Audi-Pilot Mattias Ekström. Damit ist das Titelrennen für die Ingolstädter endgültig gelaufen. Fest steht, dass ein Mercedes-Pilot Meister wird. Wer, das ist die Frage, die nun wieder wesentlich spannender geworden ist.

Chaos in der neuen Kurve
Am Start ging eigentlich noch alles gut, Scheider blieb vor Rockenfeller, von hinten griff Paffett an, di Resta machte Druck auf den Viertplatzierten Alexandre Prémat. Spengler machte von Platz zehn aus gleich ein paar Plätze gut.

Doch in der 90-Grad-Kurve in der Einfahrt zum neuen Streckenabschnitt brach das pure Chaos los. Spengler bremste extrem spät und rutschte geradeaus in Richtung Spitzkehre. Dabei traf er Audi-Pilot Miguel Molina. Der Spanier versuchte zwar noch auszuweichen, doch die Kettenreaktion ließ sich nicht vermeiden. In der engen Kurve knallten einfach alle Autos zusammen, die da noch kamen.

Für die Mercedes-Piloten David Coulthard, Ralf Schumacher und Congfu Cheng sowie die Audi-Fahrer Molina, Katherine Legge und Lokalmatador Markus Winkelhock war das Rennen beendet. Ihre havarierten Autos blockierten die Strecke, das Safetycar musste ausrücken. Ekström und Engel konnten sich durch das Kuddelmuddel gerade noch irgendwie durchdrücken, doch Ekströms A4 war so beschädigt, dass er während der Safetycarphase zwei Mal die Box ansteuern musste. In der siebten Runde musste der Schwede seinen Audi dann mit einer gebrochenen rechten Hinterradaufhängung endgültig abstellen.

"Es ist schwierig zu sagen, was passiert ist. Vor mir waren viele Autos sehr langsam. Ich war innen und musste dann einfach geradeaus fahren, weil mir kein anderer Weg blieb", begründet Spengler. Die Rennleitung leitete allerdings eine Untersuchung ein, doch eine Entscheidung, ob jemand bestraft wird, soll erst nach dem Rennen fallen.

Bevor sich rund um Spengler das Chaos breit machte, konnte di Resta in dieser vierten Kurve an Prémat vorbeigehen. Damit lautete die Reihenfolge beim Restart in Runde fünf: Scheider, Rockenfeller, Paffett, di Resta, Prémat, Green, Tomczyk und Jarvis, Spengler war Neunter. Für sieben der 18 Piloten war das Rennen schon beendet.

Für die Mercedes-Piloten David Coulthard, Ralf Schumacher und Congfu Cheng sowie die Audi-Fahrer Molina, Katherine Legge und Lokalmatador Markus Winkelhock war das Rennen beendet. Ihre havarierten Autos blockierten die Strecke, das Safetycar musste ausrücken. Ekström und Engel konnten sich durch das Kuddelmuddel gerade noch irgendwie durchdrücken, doch Ekströms A4 war so beschädigt, dass er während der Safetycarphase zwei Mal die Box ansteuern musste. In der siebten Runde musste der Schwede seinen Audi dann mit einer gebrochenen rechten Hinterradaufhängung endgültig abstellen.

In den folgenden Runden kehrte etwas Ruhe ein im Feld, vorn an der Spitze baute Scheider seinen Vorsprung kontinuierlich aus.

In der 13. Runde öffnete das Boxenstoppfenster, Paffett, Green, Prémat und Jarvis rückten sofort ein. Allerdings wurde Green zu früh wieder losgeschickt, er kollidierte in der Fastlane leicht mit Prémat. Dabei wurde offenbar Prémats Audi so beschädigt, dass er zwei Runden später mit kaputten Reifen durch den Kies rodelte und sein Auto im Anschluss an der Box abstellen musste. Die Rennleitung brummte Green für die Kollision eine Durchfahrtsstrafe auf.

In der 14. Runde steuerte Rockenfeller die Box an. Vorn fuhr di Resta einen neuen Rundenrekord und näherte sich Spitzenreiter Scheider. Dieser kam nach der 16. Runde zu seinem ersten Stopp und reihte sich als Zweiter hinter di Resta wieder ein.

Drama um Spengler

Die Dramatik in diesem Rennen ging weiter: In der 21. Runde wurde Tabellenführer Spengler immer langsamer, alles deutete auf einen Aufhängungsschaden hinten links hin. Der Kanadier steuerte die Box an, und seine HWA-Crew versuchte, das Problem mit einem Reifenwechsel zu beheben. Doch Spengler hatte weiter massive Vibrationen an seiner C-Klasse, wollte aber nicht aufgeben. Sein Team rief ihn zurück an die Box, es mache keinen Sinn, so weiterzufahren. Doch Spengler blieb draußen - schließlich bot sich die Chance, in diesem chaotischen Rennen auch mit kaputtem Auto zu punkten. Aber nach der 22. Runde musste er doch endgültig aufgeben - die Meisterschaft war damit wieder weit offen.

"Ich weiß nicht, was los war. Das Auto hat sich komisch angefühlt, ist hart gesprungen und war schwer zu kontrollieren", seufzt Spengler. Ein Kontakt im Getümmel der ersten Runde sei aber nicht die Ursache: "Ich hatte da keinen Kontakt, ich bin nur geradeaus gefahren, durch den Kies, aber ohne Kontakt. Ich bin sehr enttäuscht, bisher hatte in diesem Jahr noch kein Pech, aber heute kam es. Es kommt immer irgendwann, das gehört dazu. Es sieht in der Meisterschaft nicht mehr so gut aus wie vorher, aber immer noch okay. Und ich werde kämpfen bis Schanghai."

Entscheidung nach Runde 33

Nach der 24. Runde kam Paffett als Erster zu seinem zweiten Stopp, einen Umlauf später legte di Resta seinen ersten Stopp ein, auch Rockenfeller rückte ein. Di Resta war zwar extrem schnelle Rundenzeiten gefahren, aber er konnte Scheider nicht von der Spitze verdrängen, sondern musste sich nach seinem ersten Stopp wieder hinter dem Audi-Piloten einreihen. Ob er zumindest an Rockenfeller vorbei war, konnte man nicht sagen, da der Jahreswagenfahrer schon zwei Mal an der Box war. Paffett dagegen hatte Plätze verloren.

Di Resta gab mit frischen Reifen weiter Gas und Audi reagierte. Scheider wurde nach der 30. Runde an die Box gerufen, um mit ebenfalls neuen Pneus gegenhalten zu können. Nach der 33. Runde kam di Resta mit dem Schließen des Boxenstoppfensters zu seinem zweiten Stopp - und die Entscheidung fiel. Der Stopp war nicht ideal, doch der Schotte kam vor Scheider zurück auf die Strecke. Der Audi-Pilot versuchte in der neuen Kurve ein Manöver, doch di Resta konnte die Führung verteidigen und seinem dritten Sieg in Folge und der Tabellenführung entgegenfahren.

Vorn an der Spitze waren die Podiums-Positionen bezogen, doch dahinter wurde noch munter um die Punkteplätze gekämpft. Paffett stand unter Druck von Tomczyk und Jarvis, von hinten rückten auch Stoddart und Green immer näher heran. Doch es änderte sich nichts mehr, bis das Feld vom traditionellen Hockenheim-Feuerwerk begleitet auf die Zielgerade einbog, allen voran di Resta. Er ist der erste DTM-Fahrer seit 1993, dem drei Siege in Folge gelangen. Damals war es Nicola Larini im Alfa Romeo.

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