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LMS-Tests Paul Ricard

Kraihamer bereit für erste volle FLM-Saison

Das Team Boutsen Energy schließt seine Testarbeit in Le Castellet ab - gute Leistungen von Kraihamer & Co. - Lenzenweger bremst Mansell aus!

Einmal mit einem waschechten Formel 1-Piloten die Rennstrecke teilen: Was vielen Motorsportlern ihr ganzes Leben nicht vergönnt ist, wurde für Dominik Kraihamer und Norbert Lenzenweger gleich in mehrfacher Ausführung wahr.

Im Rahmen des offiziellen Testwochenendes der Le Mans Series (LMS) in Le Castellet waren nicht weniger als fünf ehemalige GP-Sieger mit von der Partie, darunter mit Nigel Mansell sogar ein ehemaliger Weltmeister.

Und mittendrin der 20jährige Salzburger, der bei der LMS-Premiere der Formel Le Mans im bestens aufgestellten Boliden von Team Boutsen Energy eine gewohnt starke Leistung ablieferte. Nach einem abschließenden Langstrecken-Stint bei Dunkelheit ist Dodo nun heiß auf den Saisonbeginn der FLM am 10./11. April.

An selber Stelle, wo in etwas mehr als einem Monat die Ampeln für die 2010er-Saison der LMS auf Grün schalten, trafen gestern, Sonntag, erstmals die 450-PS-Prototypen der Formel Le Mans auf die ganz Großen des GT-Sportes. Mit dabei große Namen wie Jean Alesi, Giancarlo Fisichella, Oliver Panis,...

Und eben Nigel Mansell, der gemeinsam mit seinen Söhnen Greg und Leo einen Ginetta-Zytek 09S um den südfranzösischen Kurs jagte. Auch Kraihamer konnte es im Vorfeld kaum erwarten, mit den bis zu 360 km/h schnellen LMP1-Monstern von Peugeot, Lola-Aston Martin und Pescarolo-Judd auf die Strecke von Paul Ricard zu gehen.

Souveräne Youngsters

„Natürlich ist man im Vorfeld etwas angespannt, wenn anstatt 10 oder 12 plötzlich bis zu 40 Gegner auf der Strecke sind – und das mit gehörigen Tempounterschieden. Aber schon bald kommt man drauf, dass die auch nur mit Wasser kochen“, so Dominik, der sein Cockpit diesmal mit seinem Teamkollegen für die kommende Saison teilte, dem Belgier Nicolas de Crem.

Damit stellt das Team Boutsen Energy kommende Saison das jüngste Fahrerduo: de Crem, der bisher Erfahrungen in der Formel Renault sammelte und in der belgischen Tourenwagenmeisterschaft auf Audi zuletzt einen Sieg feierte, ist mit 19 sogar noch einige Monate jünger als Dodo.

Histo-Cup Champ überholt F1-Weltmeister

Trotz permanenten Nieselregens brachte das Team das geplante Testprogramm locker durch. Von den vier anwesenden FLM-Boliden war Boutsen zweimal Schnellster sowie einmal Zweiter und absolvierte auch einen 100-minütigen Nachtstint ohne Probleme.

Unterstützt wurde das österreichisch-belgische Fahrerduo wiederum vom 39-jährigen Tourenwagen-Routinier Norbert Lenzenweger. Der Mühlviertler Histo-Cup-Pilot wird mittelfristig als dritter Einsatzfahrer aufgebaut – und freute sich in Südfrankreich über ein ganz persönliches Highlight:

„In einer Runde ist es sich genau so ausgegangen, dass ich eben auf der Start-Ziel-Gerade war, als Nigel Mansell aus der Box fuhr. Ich hab kurz überlegt, ob ich bremsen soll – hab dann aber doch stehen lassen und bin außen in der Kurve an ihm vorbei. Natürlich hat er mich im viel schnelleren LMP1 sofort wieder überholt, aber trotzdem kann ich behaupten, einen Formel 1-Weltmeister ausgebremst zu haben.“

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