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WTCC: China

Start/Ziel-Sieg für Alain Menu

Chevrolet-Werkspilot Alain Menu gewinnt den ersten Lauf – knapp vor Wiechers-Pilot Colin Turkington, der zuvor Rob Huff im zweiten Chevrolet niederringen konnte.

Überholen unmöglich? Von wegen! Beim ersten Auftritt auf dem Tianma Circuit von Schanghai bot die WTCC eine interessante Vorstellung, denn vor allem in Kurve eins gelang es den Piloten eben doch, sich an ihren Kollegen vorbeizuarbeiten.

So kam es im Verlauf der 25 Rennrunden zu einigen engen Scharmützeln und Positionswechseln. Alain Menu (Chevrolet) brachte den Sieg aber sicher ins Ziel.

Der Schweizer musste sich bis zuletzt den Angriffen von Colin Turkington (Wiechers) erwehren, kam nach der Distanz von 50 Kilometern aber sicher als Erster über die Linie. Damit machte Menu seinen fünften WTCC-Saisonerfolg perfekt und bescherte Chevrolet zudem ein Geburtstagsgeschenk - vor drei Tagen hatte das US-amerikanische Unternehmen das einhundertste Firmenjubiläum gefeiert.

Ebenfalls als Sieger darf sich aber Turkington sehen - und das nicht nur aufgrund des ersten Platzes in der Privatierwertung. Der nordirische Rennfahrer fuhr in Schanghai absolut brillant und rang sogar Rob Huff (Chevrolet) nieder, der anfangs Platz zwei behauptet hatte. Weil Yvan Muller (Chevrolet) auf Rang vier ankam, blieb in der WM alles beim Alten. Huff und Muller trennen nun noch zehn Punkte.

Glücklos unterwegs waren einige der deutschsprachigen Piloten: Norbert Michelisz (Zengö) hielt lange Zeit den vierten Rang, musste in der zweiten Rennhälfte aber Federn lassen und fiel zurück bis auf den undankbaren elften Platz. Franz Engstler (Engstler) wurde Zwölfter und Klassensechster, Fredy Barth (SEAT-Swiss) und auch Gabriele Tarquini (Lukoil-Sunred) schieden mit Technikdefekten aus.

Der Start: Menu vor Huff und Turkington

Doch der Reihe nach: Nach dem fliegenden Start wurde es in Kurve eins wie erwartet eng, doch überraschenderweise ging zunächst alles glatt. Ein paar Fahrer kamen über die Randsteine hinaus und wirbelten Staub auf, mehr als Lackaustausch gab es auf den ersten Metern jedoch nicht. Menu münzte seine Pole-Position in die frühe Führung um, nachdem Huff anfangs angegriffen hatte.

In der Reihenfolge Menu, Huff, Turkington, Michelisz, Tarquini, Muller, Tom Coronel (ROAL), Tiago Monteiro (Sunred), Kristian Poulsen (Engstler) und Mehdi Bennani (Proteam) hetzte das Feld um den 2,063 Kilometer kurzen Kurs, doch schon in Runde zwei wurde erstmals überholt: Muller schnappte sich in Kurve eins Tarquini, in Runde drei ging auch Monteiro an seinem Markenkollegen vorbei.

Tarquini fiel daraufhin immer weiter zurück und fuhr schließlich an die Box, während sich an der Spitze zwei Dreiergruppen bildeten. Menu, Huff und Turkington stritten um die Podestplätze, dahinter ging es zwischen Michelisz, Muller und Coronel heiß her. Ab Runde 13 - also etwa zur Rennhälfte - wurde die Gangart sichtlich härter und Turkington erhöhte den Druck auf seine beiden Vordermänner.

Turkington und Muller drehen auf

In Runde 14 war der Nordire ganz nahe dran an Huff und wagte in Kurve eins das Manöver, welches er erfolgreich beschließen konnte: Turkington rang seinen britischen Kontrahenten spektakulär nieder und sicherte sich den zweiten Platz hinter Menu. Den Schweizer brachte er in den verbleibenden zehn Runden zwar ebenfalls noch ziemlich ins Schwitzen, mehr als das war für Turkington aber nicht drin.

Stattdessen sorgte Muller für Action. Der WM-Spitzenreiter nahm sich in Runde 18 den viertplatzierten Michelisz zur Brust und ging energisch am Ungarn vorbei. Coronel und Poulsen profitierten davon, dass Michelisz kurzzeitig von der Rolle war und zogen mit. Michelisz hatte binnen einer Runde gleich drei Positionen verloren und fiel weiter zurück. Am Ende wurde der BMW Pilot auf Rang elf abgewinkt.

Haarig wurde es zum Schluss im Hinterfeld: Charles Ng (Engstler) leistete sich einen Dreher und Yukinori Taniguchi (Bamboo) konnte nicht ausweichen. Nach einer Kollision fuhr Letzterer zwar noch weiter, verfehlte aufgrund der Schäden an seinem Auto aber gleich Kurve eins und krachte kurz darauf spektakulär in die Banden. Taniguchi stand mitten auf der Strecke - es folgte doppelt Gelb.

Dahlgren punktet für Volvo

Damit war die Entscheidung um den Sieg endgültig gefallen, zumal an dieser engen Stelle nun ein Überholverbot herrschte. Zu überrundende Piloten hatten die Lage ebenfalls entspannt, weshalb Menu sicher dem Sieg entgegenfahren konnte. Turkington fegte als souveräner Zweiter über die Linie, Huff holte sich den dritten und letzten Podestplatz vor seinem WM-Titelrivalen Muller auf Platz vier.

Dahinter: Coronel, Poulsen und Bennani, die von den vielen Duellen in der Spitzengruppe profitierten. Monteiro kam abschließend nur auf den achten Platz, hielt damit aber immerhin den Volvo C30 Drive von Robert Dahlgren (Polestar) hinter sich. Der Schwede hatte die Qualifikation verpatzt und musste aufholen, was mit Rang neun und zwei WM-Zählern auch gut gelang - zumindest ansatzweise.

Javier Villa (Proteam) holte den zehnten Platz vor Michelisz, Engstler und Darryl O'Young (Bamboo) sowie Michel Nykjaer (Sunred), die ein recht farbloses Rennen boten. Aleksei Dudukalo (Lukoil-Sunred) und Ng beschlossen das Klassement der Siegerrunde auf den Positionen 15 und 16. Fabio Fabiani (Engstler/18.) machte mit seinem Laufsieg seinen Trophytitel nach altem Motorenreglement perfekt.

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