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Motorrad-WM: Assen Johann Zarco Tech 3 MotoGP 2017

Zarco sichert sich sensationell Pole

Beim turbulenten MotoGP-Qualifying in Assen holte Tech-3-Pilot Johann Zarco die Pole Position. Neben ihm stehen Marquez und Petrucci.

Foto: Michelin

Nach dem trockenen Trainingsauftakt am Freitag mussten sich die Piloten bei der Dutch TT in Assen am Samstag wie angekündigt im Nassen fahren. Sowohl im dritten und vierten Freien Training als auch in den beiden Qualifying-Sessions waren Regenreifen die bevorzugte Wahl der 23 MotoGP-Piloten. Tech-3-Pilot Johann Zarco (Bild oben) sicherte sich bei den schwierigen Bedingungen überraschend die Pole-Position. Beim finalen Versuch umrundete der Franzose den Kurs in 1:46.141 Minuten und war damit schneller als seine Gegner.

Doch der Reihe nach: Viel Spannung versprach bereits der erste Qualifying-Durchgang. Mit Jorge Lorenzo musste einer der absoluten Spitzenfahrer um einen der beiden vorderen Plätze kämpfen, um sich für das Q2 zu qualifizieren. Diese Mission scheiterte deutlich. Lorenzo wurde innen und außen von seinen Gegnern überholt und landete schlussendlich auf Platz elf und muss somit von der 21. Position ins Rennen starten. Nur KTM-Pilot Bradley Smith und Marc-VDS-Pilot Tito Rabat waren langsamer als der dreifache MotoGP-Weltmeister.

Scott Redding (Pramac-Ducati) und Sam Lowes (Aprilia) fuhren im Q1 die schnellsten Runden und meisterten den Aufstieg für den zweiten Durchgang. Für Vorjahressieger Jack Miller (Marc-VDS-Honda) war der Arbeitstag vorzeitig vorbei. Obwohl die Bedingungen denen vom Grand Prix im Vorjahr ähnelten, scheiterte Miller an einem Top-2-Ergebnis im Q1. Am Ende waren es aber nur 26 Tausendstelsekunden, die zur Zeit von Lowes fehlten.

Danilo Petrucci gibt zu Beginn den Ton an

Im Q2 setzte sich Pramac-Pilot Danilo Petrucci von Beginn an an die Spitze der Wertung. Der Regenspezialist setzte Runde für Runde eine neue Bestzeit. Zur Halbzeit der 15-minütigen Session landete Ducati-Werkspilot Andrea Dovizioso mit seiner Desmosedici im Kies. In Kurve 8 verlor der Sieger der beiden vergangenen Rennen die Kontrolle und wurde dadurch aus dem Rhythmus gebracht. Dovizioso konnte seine ramponierte Ducati wieder an die Box pilotieren, verlor durch den Zwischenfall aber viel Zeit.

Wenig später landete auch Markenkollege Scott Redding im Kies. In der Schikane rutschte der Brite in die Auslaufzone und sprintete sofort in Richtung Boxengasse. Die Pramac-Crew bereitete die zweite Desmosedici vor, mit der Redding noch einmal ins Geschehen eingreifen konnte. Für einen weiteren Zwischenfall sorgte Aprilia-Pilot Sam Lowes, der etwa zwei Minuten vor dem Ende des Q2 mit einem Motorschaden strandete.

Johann Zarco überrascht erneut seine Gegner

An der Spitze wechselte die Führung hin und her. Zwischenzeitlich wechselten sich Marc Marquez, Valentino Rossi und Danilo Petrucci ab. Doch in den finalen Minuten war es Rookie Johann Zarco, der sich knapp an die Spitze setzen konnte und diese bis zum Ende behauptete. Es war die erste Pole-Position des zweifachen Moto2-Weltmeisters in der Königsklasse.

"Es ist einfach fantastisch! Ich bin so glücklich", freut sich Zarco. "Wenn du deinen Namen an der Spitze der Tabelle finden kannst, ist das einfach toll. Im finalen Training waren die Bedingungen wirklich knifflig. Zuerst war es trocken, dann total nass. Ich war fast immer draußen, um Referenzen zu bekommen. Im Qualifying dachte ich am Ende darüber nach, noch an die Box zu kommen und den Hinterreifen zu wechseln, weil die Strecke auftrocknete. Ich hatte aber keine Zeit mehr. Ich wurde langsamer und habe dann in den letzten zwei Runden gepusht."

"Ich mag diese Bedingungen, schon in der Moto2 habe ich bei solchen Verhältnissen einen guten Job gemacht. Ich war schnell bei trockener Piste mit Regenreifen. Jetzt konnte ich das auf der Yamaha wieder umsetzten. Einfach fantastisch", jubelt der Tech-3-Pilot, der in der laufenden Saison ein Highlight nach dem anderen setzt. "Ich sagte schon am Freitag, dass ich aus den ersten zwei Startreihen starten will, um eine Chance auf das Podium zu haben. Die Pole ist natürlich noch viel besser. Ich werde morgen versuchen, ein schönes Podium einzufahren", verspricht er seinen Fans.

Marc Marquez verhindert Honda-Debakel

Startplatz zwei ging an Weltmeister Marc Marquez, der im Gegensatz zu seinen Honda-Markenkollegen gut bei Nässe zurechtkam. "Es war ziemlich schwierig, die Strecke zu verstehen und immer am Limit zu pushen. Das ist einer dieser besonderen Tage, wo du einfach dabei sein musst. Ich wollte immer ein bisschen mehr pushen, in der letzten Runde dann 100 Prozent. Aber auch so unterliefen mir einige Fehler. Trotzdem bin ich ziemlich glücklich. Ich bin gut und sanft gefahren. Heute haben wir das Ziel erreicht, morgen werden wir dann sehen."

Neben der Yamaha von Zarco und der Honda von Marquez steht auch eine Ducati in Reihe eins. Petrucci ließ die Werkspiloten alt aussehen und war schnellster Ducati-Pilot. Richtig zufrieden war der Italiener aber nicht mit Platz drei: "Ich bin immer glücklich, dass ich in der ersten Reihe stehen kann. Ehrlich gesagt, habe ich aber damit gerechnet, auf der Pole zu stehen."

"Ich war die gesamte Session über immer in Führung. Nur in der letzten Runde im letzten Sektor habe ich in der schnellen Rechtskurve einen Fehler gemacht. Ich habe diese Chance eben vergeben. Ich war aber überrascht, noch Dritter zu sein", kommentiert Petrucci das turbulente Qualifying.

Valentino Rossi und Jonas Folger in Reihe zwei

Publikumsliebling Valentino Rossi wurde in den finalen Minuten aus den Top 3 verdrängt und führt beim Start am Sonntag als Vierter die zweite Reihe an. Neben dem Yamaha-Werksfahrer stehen Scott Redding und Jonas Folger, der sein bisher bestes Qualifying in der MotoGP zeigte.

Folger verlor eineinhalb Sekunden auf Teamkollege Zarco. "Letztendlich stehe ich auf dem sechsten Platz, mein bisher bestes Qualifying, glaube ich. Daher können wir auf alle Fälle stolz sein", bemerkt der Deutsche, der viele prominente Namen hinter sich lassen konnte.

In der dritten Reihe stehen bei der diesjährigen Dutch TT Aspar-Ducati-Pilot Alvaro Bautista, LCR-Honda-Pilot Cal Crutchlow und Ducati-Werkspilot Andrea Dovizioso. Sam Lowes behauptete sich trotz des Motorschadens in den Top 10 und steht in der Startaufstellung neben WM-Leader Maverick Vinales und Honda-Werkspilot Dani Pedrosa.

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