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DTM: Budapest

Doppelsieg für Mercedes, Audi am Podium

Paul di Resta siegt im Samstagsrennen der DTM in Budapest vor Lucas Auer (beide Mercedes) - Audi zurück auf dem Podium, BMW ohne Punkte.

Sieg für Paul di Resta (Bild unten links) im ersten DTM-Rennen in Budapest 2018. Nach 33 Runden überquerte der Mercedes-Pilot vor seinem Teamkollegen Lucas Auer (2.) und Audi-Fahrer Nico Müller (3.) die Ziellinie.

"Wir hatten nicht den besten Boxenstopp, um ehrlich zu sein. Ich musste gegen Nico kämpfen, der einen besseren Boxenstopp gehabt haben muss. Am Ende ist es sich gut ausgegangen, daher muss man darüber glücklich sein", ist di Resta erleichtert über seinen neunten DTM-Sieg. "Es war den ganzen Tag über eine gute Leistung. Wir haben als Team zusammengearbeitet und uns das bestmögliche Resultat geholt."

Sein Teamkollege Lucas Auer (Bild ganz unten links) macht den Doppelsieg in Ungarn perfekt. "Wir sind heute happy, es war eine super Performance - und wir haben morgen noch einen Tag", freut sich der junge Tiroler. "Am liebsten wäre ich ganz oben, aber ab und zu ist der Sonntag in der DTM schwierig. Wenn wir noch einmal auf das Podium fahren, dann habe ich ein Mega-Wochenende. Aber wenn ich so eine Pace habe, will ich natürlich ganz nach oben."

Erleichterung bei Audi

Der drittplatzierte Müller war überrascht, auf dem Siegerpodest zu stehen. "Wir wussten, dass wir hier hoffentlich einen Schritt vorwärts machen können im Vergleich zu den letzten beiden Wochenenden. Dass es dann gerade die ersten Punkte dieser Saison für mich im Qualifying schon gibt, damit haben wir schon nicht ganz gerechnet, um ehrlich zu sein. Aber das haben wir natürlich gerne mitgenommen. Jetzt im Rennen auf dem Podium zu stehen, hat man sich nach der Ausgangslage natürlich erhofft, hätten wir uns aber vor dem Rennen kaum erträumen lassen", sagt der sichtlich erleichterte Audi-Pilot.

Der Schweizer ergänzt: "Morgen haben wir noch einmal die Chance, hier dicke Punkte zu holen. Ob uns noch einmal so ein Runde im Qualifying gelingt wie heute Morgen, weiß ich nicht, aber wir versuchen auf jeden Fall alles und versuchen auch noch einmal hier und da vielleicht die richtigen Stellschrauben zu finden, um vielleicht noch einmal ein paar Hundertstel herauszukitzeln. Und wer weiß, dann ist morgen alles möglich."

Rene Rast (4./Audi), Edoardo Mortara (5./Mercedes), Gary Paffett (6./Mercedes), Robin Frijns (7./Audi), Loic Duval (8./Audi), Jamie Green (9./Audi) und Daniel Juncadella (10./Mercedes) komplettierten die Top 10.

Paffett übernimmt Führung in der Fahrerwertung

Neuer Führender in der Fahrerwertung ist Gary Paffett mit 79 Punkten gefolgt von Timo Glock (72) und Paul di Resta (56).

"Das war erneut eine ganz, ganz starke Mannschaftsleistung - gekrönt von einem fantastischen Doppelsieg von Paul und Lucas und der Eroberung der Tabellenführung durch Gary. Dass wir dies auch noch auf einer Strecke geschafft haben, auf der wir in der Vergangenheit nicht unbedingt erfolgreich waren ist umso wichtiger", jubelt Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz. "Das zeigt, dass wir ein Auto haben das momentan eine hervorragende Balance hat. Ein ganz großes Kompliment an die ganze Mannschaft, die schon die ganze Saison über einen hervorragenden Job macht."

Auch Audi-Motorsportchef Dieter Gass freut sich über das gute Mannschaftsergebnis der Ingolstädter: "Wir haben fünf Autos in den Punkten. Wenn wir uns die vergangenen Rennen anschauen, können wir damit sehr zufrieden sein. Wir haben das so nicht erwartet, als wir hier angereist sind. Wir müssen analysieren und verstehen, wie wir das erreicht haben. Es war ein schönes und sauberes Rennen von all unseren Fahrern mit verschiedenen Rennstrategien. Es ist schade für Mike, dass er es nicht in die Punkte geschafft hat. Wir sind ziemlich glücklich darüber, wo wir heute stehen. Das erste Podium für Nico in dieser Saison und Platz vier für Rene, das ist ein gutes Resultat."

Debakel für BMW

Der amtierende DTM-Champion wurde Vierter und kämpfte am Ende mit Müller um den letzten Platz auf dem Podium. "Es hat nicht ganz gereicht gegen Nico. Es ist auch schwierig, gegen einen Teamkollegen zu kämpfen, gerade am Ende, wenn es ums Podium geht. Da muss man etwas vorsichtiger sein", so Rast.

"Ich glaube, wir hätten heute gewinnen können, wenn alles gut gelaufen wäre. Am Start hatte ich ein kleines Problem mit der Kupplung", ergänzt er. "Beim zweiten Stint bin ich leider hinter Nico hängen geblieben und habe dann etwas Pace verloren. Aber ich bin trotzdem sehr happy, besser als am Lausitzring!"

Enttäuschung bei BMW: Kein Fahrer der Münchner schaffte es in die Punkteränge. Zu allem Überfluss verlor Timo Glock die Führung in der Fahrerwertung an Gary Paffett. "Das war gar nichts!", schimpft BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt. "Das muss man ganz klar so sagen. Wir müssen uns das genau anschauen. Bis heute Morgen im Freien Training waren wir wirklich gut dabei, auch unsere Longruns waren okay. Das Qualifying haben wir schon nicht hingekriegt. Das war von der Balance her nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben - entsprechend auch das schlechte Ergebnis."

"Im Rennen haben wir es über die Strategie noch einmal probiert, aber wir haben mit den Autos einfach keine Balance richtig hingekriegt. Da müssen wir für morgen eine richtige Schippe obendrauf legen. Das ist definitiv nicht der Anspruch, den wir haben. Da müssen wir heute mal richtig tief in die Trickkiste greifen", ergänzt er.

Pole-Setter di Resta konnte beim Start die Führung behaupten und blieb vor Müller und Auer. Der Österreicher versuchte, am grünen Audi #51 vorbeizukommen, doch der Schweizer konterte und behielt die zweite Position. Rast verlor seinen vierten Startplatz an Mortara.

Schon am Ende der ersten Runde kamen Jamie Green, Bruno Spengler und Philipp Eng an die Box. Die BMW-Kollegen Timo Glock und Joel Eriksson absolvierten ihren Pflichtboxenstopp in der zweiten Runde. Kurze Zeit später wurden die ersten Regentropfen auf dem Hungaroring gemeldet. Doch der Regen, der später wieder abzog, war nicht stark genug und die Asphalttemperatur so hoch, dass die Tropfen schnell verdunsteten.

Der Pole-Setter di Resta wartete bis zum neunten Umlauf, bis er sich neue Reifen holte. Nach der Boxenausfahrt konnte er sich auf kalten Rädern nicht gegen den Angriff von Lucas Auer, der drei Runden vor dem Schotten an die Box kam, wehren und verlor eine Position an seinen Teamkollegen. Rund 19 Minuten vor Schluss holte sich di Resta die Spitzenposition von Auer zurück und wiederholte seinen Vorjahressieg in Ungarn.

Die früheren Boxenstopps waren die richtige Wahl: Gary Paffett kam erst in Runde 16 zum Reifenwechsel und fiel danach hinter Timo Glock zurück, der von Platz 16 aus startete. Jamie Green hingegen, der in Runde eins direkt die Box ansteuerte, kam durch die aggressive Strategie - wie schon am Lausitzring - einige Positionen nach vorne.

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