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Motorsport: Bergrennen Cividale

Heimo Hinterhofer: Zurück im großen Duell der Bergmeister

In seinen Meisterjahren hatte Heimo Hinterhofer mit Chris Andre Mayer einen guten Freund als schärfsten Gegner im Kampf um den Titel – diesen trifft er am kommenden Wochenende in Cividale Castelmonte wieder. Beide wollen nur eines: den Sieg!

Foto: privat

Am kommenden Wochenende (14. und 15. Oktober) begehen die österreichische und die italienische Automobil-Berg Staatsmeisterschaft beim Bergrennen Cividale Castelmonte ihren Saisonabschluss. Heimo Hinterhofer wird dort einen Renault Clio R3 des polnischen Teams 2B Rally pilotieren – in der Zweiliterklasse der Gruppe A trifft er auch auf Chris Andre Mayer (Honda Civic Type R), seines Zeichens wie Hinterhofer dreifacher Österreichischer Berg-Staatsmeister, der in Cividale auch in der Gruppe A seinen ersten Titel erringen kann.

Heimo Hinterhofer und Chris Andre Mayer verbindet eine langjährige Freundschaft, die in den Meisterjahren des Heimo Hinterhofer auch zu einer gesunden Rivalität mutierte. Heimo erzählt: „Wir waren in der Gruppe N immer etwa gleich stark – unsere Duelle um den Staatsmeistertitel wurden immer erst im allerletzten Rennen des Jahres entschieden.“ Doch in den Jahren 2012, 2013 und 2014 hatte am Ende stets Heimo Hinterhofer die Nase vorne und wurde so dreimal in Folge Österreichischer Berg-Staatsmeister. Als er 2015 in den Rallyesport wechselte, übernahm Chris Andre Mayer quasi die Rolle des Dominators und wurde 2015, 2016 und 2017 ebenfalls dreimal in Folge Meister.

Chris Andre Mayer erzählt: „Wir sind nicht nur Freunde, sondern sogar ein Bisschen miteinander verwandt: Meine Tante ist die Cousine seiner Mutter. Als Kleiner war Heimo auch oft bei uns daheim zu Gast.“

Die Leidenschaft für schnelle Autos verbindet die beiden: „Zuerst waren wir immer nur zuschauen bei den Bergrennen - doch dann haben wir beschlossen, dass wir selbst ins Geschehen eingreifen.“

Zum ersten Rennen, im Jahr 2009 des berühmte Rechbergrennen, reisen die beiden auch gemeinsam an: „Wir sind zusammen hingefahren – wir hatten das gleiche Auto und sogar das gleiche Design – wobei jeder von uns eine andere Farbe hatte. In der Gruppe N waren zunächst nur wenige Piloten am Start - aber sobald wir loslegten, kamen immer mehr Fahrer dazu.“

“Ihr seid ja komplett verrückt!“

Das freundschaftliche Duell der beiden wurde auf der Piste knallhart ausgefahren, quasi am Anschlag. Mayer nickt: „Heimo pusht mich so richtig – herschenken tun wir beide ganz sicher nichts!“

Damals, in sehr jungen Jahren quasi, verband Heimo Hinterhofer und Chris Andre Mayer auch ein leichter Hang zum schwarzen Humor. Beim Bergrennen in St. Anton verunfallen beide schwer: Mayer im zweiten, Hinterhofer im dritten Lauf. Als Andre abtransportiert wird, sagt er der Notärztin: „Zum Glück hab ich nichts gegessen, denn bei der Not-OP soll man nüchtern sein.“ Die Ärztin schaut verdutzt – und sagt nichts. Doch als Heimo Hinterhofer nach seinem Crash im dritten Lauf exakt den gleichen Satz zum Besten gibt („Zum Glück hab ich nichts gegessen, denn bei der Not-OP soll man nüchtern sein.“) platzt es aus der Medizinerin heraus: „Ihr seid ja beide komplett verrückt, das kann ja nicht wahr sein..“ Heimo lacht – und erinnert sich: „Mein Unfall war wirklich heftig! Der Wagen, ein veralteter Opel Astra, ist mit der Beifahrerseite in ein Bachbett eingeschlagen – ich habe nicht geglaubt, dass ich da wieder herrauskomme.“

2019: „Hoffe, dass Heimo zurückkehrt“

Ein vorläufiges Ende fand das freundschaftliche Meisterduell im Jahr 2015, als Heimo Hinterhofer in den Rallyesport wechselte. Heimo erläutert: „Der Rallyesport schlägt sich halt sehr auf das Budget. Damals, im Opel Corsa OPC Rallye Cup, als ich mein erstes Jahr Rallye fuhr, war das dank Opel Austria finanzierbar. Es wurde ein Preisgeld ausgezahlt – nach einem Sieg blieb mir sogar noch was übrig. Wirklich schade, dass Opel diesen Cup so nicht mehr veranstaltet.“

Dass Heimo Hinterhofer heuer bereits ein Bergrennen fuhr und er seine Saison erneut am Berg abschließt, sehen manche als Indiz dafür, dass er im kommenden Jahr wieder eine volle Bergsaison absolvieren könnte. Chris Andre Mayer jedenfalls wünscht sich nichts lieber als das: „Ja, ich hoffe, dass Heimo zu uns auf den Berg zurückkehrt.“

„Noch mehr Gas geben!“

Am kommenden Wochenende ist das große Duell jedenfalls vorprogrammiert – denn sowohl Heimo als auch Chris Andre wollen nur eines: den Sieg! Chris Andre Mayer nickt: „Ich will den Titel mit einem Sieg dingfest machen – am Besten mit einem neuen Streckenrekord in der Gruppe A.“ Heimo Hinterhofer verweist auf „starke Italiener im Starterfeld“ und räumt zudem ein: „Das von mir angemietete Auto ist eigentlich ein Rallyeauto und daher beim Gewicht ein kleiner Nachteil – da muss ich dann eben noch mehr Gas geben.“

Dass Heimo seinem Freund mit einem Sieg den Titel vermasselt, kann übrigens nicht passieren: Mayer würde auch ein zweiter und sogar ein dritter Platz reichen, um den Sack zuzumachen. Heimo Hinterhofer freut sich jedenfalls sehr auf das große Duell – alle weiteren Infos zum Bergrennen Cividale Castelmonte sowie ein Live-Timing gibt es auf www.scuderiaredwhite.com/

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